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Straßenbau
Neuer Engpass auf dem Weg nach Trier (Video)

Die Feyener Bahnbrücke ist beschädigt. Der LBM will sie in nächster Zeit reparieren. Wie lange das dauert, steht noch nicht fest.
Die Feyener Bahnbrücke ist beschädigt. Der LBM will sie in nächster Zeit reparieren. Wie lange das dauert, steht noch nicht fest. FOTO: TV / Christian Kremer
Konz/Trier. Auf der B 51 bei Feyen dürfen die Autos nur noch Tempo 50 fahren. Die Fahrbahn ist verengt. Die Ursache dafür ist eine marode Brücke. Der TV gibt einen Überblick, wie es insgesamt mit den Straßenbauwerken in der Region aussieht. Von Christian Kremer
Christian Kremer

Ich kümmere mich beim Trierischen Volksfreund seit 2010 um die Konzer Ausgabe. Vorher habe ich ein Volontariat in der Redaktion absolviert und in Trier Germanistik, Politik- und Medienwissenschaft studiert. Mir ist es besonders wichtig, im Dialog mit den Lesern zu sein. Wer Anregungen hat kann sich jederzeit an mich wenden.

„Ba, bamm, ba, bamm!“ Im Sekundentakt fahren Autos über das Metallteil an der Brücke. Dann kommt ein schwerer Lastwagen. Heftig dröhnend bewegt sich die teils verrostete Konstruktion auf der B 51 zwischen Konz und Trier hin und her. An die vorgeschriebenen 50 Kilometer pro Stunde scheint sich dort kaum jemand zu halten. Wer sich auf dem Weg von Konz nach Trier an das neue Tempolimit hält, wird häufig überholt. Die meisten der täglich mehr als 20 000 Fahrer, die die Brücke passieren, bremsen erst vor dem Stadteingang ab – so, wie sie  es gewohnt sind.

Dabei sind die seit mehreren Wochen geltende beidseitige Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 50 und die am Dienstag eingerichtete Verengung der beiden Fahrspuren in Richtung Trier aus Sicht des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Trier dringend notwendig. Denn die Feyener Brücke, wie der LBM das Bauwerk nennt, ist marode. Der stellvertretende LBM-Leiter in Trier, Hans-Michael Bartnick, spricht auf TV-Anfrage von „erheblichen Schäden an den Übergangskonstruktionen“. Damit meint er die beweglichen Metallteile zwischen Überbau und Ende der Brücke (siehe Info).

Die Grafik zeigt, wo die Brücke liegt.
Die Grafik zeigt, wo die Brücke liegt. FOTO: TV / Schramm, Johannes

Laut LBM ist es vorerst kein Problem, dass so viele Autos die Bahngleise über die Feyener Brücke überqueren. Nur LKW dürften die Ränder nicht mehr befahren, heißt es. Um weitere Schäden zu vermeiden und zu verhindern, dass die rechte Fahrbahn für Laster komplett gesperrt wird, hat der LBM die Stelle verengt.


Zeitraum für Reparatur unklar „Die Reparatur beziehungsweise der Austausch der schadhaften Teile am Bauwerk wird mehrere Monate in Anspruch nehmen“, sagt Bartnick. Wie lange die Sanierung dauere, stehe erst fest, wenn das genaue Ausmaß der Schäden bekannt und ein belastbares Sanierungskonzept erstellt worden seien. „Spekulationen bringen hier nichts“, sagt Bartnick. Der LBM werde die Stadt Trier und die Presse über den Verlauf der Instandhaltung informieren.


Auswirkungen auf Verkehr
„So lange kann weiterhin nur unpräzise auf eine monatelange Sperrung – beziehungsweise Teilsperrung – hingewiesen werden“, führt der stellvertretende Leiter des LBM weiter aus. Zunächst würden die Fahrstreifen lediglich eingeengt. Dass Bartnick mit seiner Aussage die Sperrung einer Spur nicht ausschließt, dürfte vor allem die Berufspendler treffen, vor allem diejenigen, die aus dem Konz-Saarburger Raum nach Trier fahren oder Menschen, die über Konz und Grevenmacher nach Luxemburg fahren. Sie müssten sich auf Staus einstellen.

Seit Dienstag ist die Fahrbahn Richtung Trier verengt.
Seit Dienstag ist die Fahrbahn Richtung Trier verengt. FOTO: TV / Christian Kremer


Sanierung auf lange Sicht
Die Schäden an der 41 Jahre alten Brücke, Baujahr 1977, sind laut LBM bei der jährlichen Besichtigung des Bauwerks durch die Straßenmeisterei Saarburg aufgefallen. Sie seien im Vorjahr noch nicht vorhanden gewesen, versichert Bartnick. Sanierungen waren bisher an der Brücke noch nicht notwendig. 2006 wurde nur die Asphaltdeckschicht erneuert. Eine Instandsetzung sei im Bundeshaushalt ab 2021 vorgesehen.


Wie der LBM Brücken prüft
Nachdem beim Einsturz einer Autobahnbrücke bei Genua 40 Menschen gestorben sind, fragen sich viele, wer sich in Deutschland um die Standsicherheit kümmert. Der LBM Trier kümmert sich um die Kreis-, Landes- und Bundesstraßenbrücken im Landkreis Trier-Saarburg. Laut Bartnick werden alle Brücken einmal jährlich besichtigt. Alle drei Jahre steht eine einfache, alle sechs Jahre die Hauptprüfung an. Geregelt wird das in der Din-Norm 1076. Die durchschnittliche Zustandsnote aller 312 vom LBM Trier betreuten Brücken beträgt laut Bartnick 2,1. In der Din-Notenskala zwischen 1,0 und 4,0 entspricht das einem befriedigenden Zustand. Laut Bartnick ist die Brückeninfrastruktur im Landkreis sogar „in einem guten Zustand“. Über Brücken in der Stadt Trier und auf den Autobahnen kann der LBM Trier keine Auskunft geben, weil die Stadt Trier und das Autobahnamt Montabaur zuständig sind.

So sieht die Brücke von einem Wirtschaftsweg neben der Bundesstraße aus.
So sieht die Brücke von einem Wirtschaftsweg neben der Bundesstraße aus. FOTO: TV / Christian Kremer


Wie der LBM Sanierungen plant
Jährlich werden zwei bis fünf Brücken im Landkreis Trier-Saarburg instandgesetzt. „Dies geschieht oftmals unbemerkt während des Ausbaus von Ortsdurchfahrten oder bei größeren Gemeinschaftsmaßnahmen im Straßenbau“, sagt Bartnick. So passiere es zum Beispiel zurzeit in Zerf oder Trassem. Und so sei es auch beim Knotenpunkt bei Ralingen (B 418/L42) und dem Ausbau der Landesstraße bei Hinzenburg-Heddert gelaufen.

Radfahrern, die über den Moselradweg von Trier nach Konz fahren, bekommen das Bauwerk so zu sehen.
Radfahrern, die über den Moselradweg von Trier nach Konz fahren, bekommen das Bauwerk so zu sehen. FOTO: TV / Christian Kremer
Seit etwa drei Wochen gilt an der Brücke in beide Richtungen Tempo 50.
Seit etwa drei Wochen gilt an der Brücke in beide Richtungen Tempo 50. FOTO: TV / Christian Kremer