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| 06:27 Uhr

Bergbaustollen: 400.000 Tonnen Abfall pro Jahr unter die Erde

Firmenübernahme an der Mosel: Die Porr AG will in das Betriebsgelände der Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke investieren. TV-Foto: Portaflug
Firmenübernahme an der Mosel: Die Porr AG will in das Betriebsgelände der Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke investieren. TV-Foto: Portaflug
Wellen. Der österreichische Großkonzern Porr AG hat sich den Bürgern in Wellen an der Obermosel vorgestellt. Die Porr-Gruppe will die ansässige Bergbaufirma, die Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke (TKDZ), übernehmen. Unter anderem gab sie bekannt, dass sie 400.000 Tonnen Abfall jährlich im Stollen einlagern will. Christian Kremer

Klaus Gruber und Rainer Adami heißen die neuen Geschäftsführer der TKDZ in Wellen. Betriebsleiter wird Frank Wegner. Ihr erster Ortstermin in Wellen an der Obermosel war kompliziert. Die Drei stießen bei dem Infoabend zur Zukunft der TKDZ auf etliche offene Fragen von skeptischen Bürgern.

Kommt Müll in den Berg? Wer haftet, wenn die Umwelt verschmutzt wird? Investiert die Porr-Gruppe in die Infrastruktur? Und: Was gedenkt der Konzern, gegen die Staubentwicklung vor Ort zu unternehmen? Die Wellener, die Bürger aus den Nachbarorten Nittel, Temmels und Tawern sowie aus dem luxemburgischen Grevenmacher begegneten den Angestellten des Großkonzerns mit Misstrauen, blieben in der Diskussion aber sachlich.

Die Unternehmensvertreter gingen auf die meisten Fragen ein, behielten sich aber vor, nicht über betriebswirtschaftliche Details zu sprechen. Zum geplanten Abbau von Gestein gaben sie an, dass der gesamte Betrieb technisch optimiert werden soll. Das trage zur Minimierung der Staubemissionen und zu einem besseren Erscheinungsbild der Betriebsgebäude bei.

Außerdem versprach Adami, dass die Abbauhöhen in den Stollen wieder reduziert würden. So könne vermieden werden, dass es zu weiteren Stolleneinbrüchen wie im vergangenen Jahr komme. 2011 war ein Stollen eingestürzt , so dass sich auf einem Acker bei Wellen ein Krater bildete, der die Größe eines halben Fußballfeldes hatte.

Weitaus misstrauischer waren die Bürger in Bezug auf die Pläne, Abfall in den Stollen unter Wellen einzulagern. Die Porr-Vertreter erklärten, dass nur so einerseits die Wirtschaftlichkeit und andererseits die Standfestigkeit der Stollen gewährleistet werden könne. Deshalb wolle das Unternehmen Abfälle einlagern. Diese Abfälle unterschritten allesamt die Grenzwerte (zum Beispiel für Quecksilber), die in Deutschland vorgeschrieben seien. Es handele sich um ausgewähltes mineralisches Material (Bodenaushub, Krafwerksflugaschen, Schlacken oder Gießereisande). Am Montagabend teilten die Porr-Vertreter mit, dass sie 400.000 Tonnen Abfall pro Jahr im Stollen einlagern wollen.

Thomas Dreher von der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Landesamt für Geologie und Bergbau, klärte über den Sachstand der Genehmigung auf. Die Porr müsse zunächst einen neuen Hauptbetriebsplan vorlegen, der den Abbau regelt. Sei dieser genehmigt, könne das Unternehmen einen Sonderbetriebsplan beantragen, der die Einlagerung von Abfällen regele. Zunächst stehe jedoch noch ein hydrologisches Gutachten aus. Es müsse geklärt werden, wo in dem Berg Wasser ist und wohin es fließt. Dreher stellte klar: "Es darf zurzeit kein Fremdmaterial unter Tage gebracht werden."

Adami stellte den Bürgern einen Runden Tisch in Aussicht. Dort wolle die Porr AG mit ihnen über Befürchtungen und Sorgen sprechen sowie ihr Vorgehen weiter erläutern. Auf Nachfrage aus den Publikum, ob dieser Runde Tisch öffentlich sein solle, meinte er: "Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen."