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Bombenentschärfung
Evakuierung in Konz: „Es hat alles wunderbar geklappt” (Liveticker/Fotos/Videos)

FOTO: Albert Follmann
Konz. So wurden 218 Menschen in Notunterkünften im Schulzentrum Konz versorgt. Von Albert Follmann
Albert Follmann

Elisabeth Kreber-Wildt und ihr Mann Albert sitzen schon um 10 Uhr an einem Tisch in der Gymnastikhalle der TG Konz. Sie werden von Adriana Mock vom Malteser Hilfsdienst Kenn mit Kaffee versorgt. Das Ehepaar ist vom Roten Kreuz an ihrem Haus in der Konzer Martinstraße abgeholt und in die Notunterkunft gefahren worden.

Die 68-Jährige, die rund um die Uhr mit Sauerstoff versorgt werden muss und deshalb ein fahrbares Gerät mit sich führt, ist glücklich. Die Evakuierung habe wunderbar geklappt: „Wie es im Internet steht, haben wir uns beim DRK-Fahrdienst gemeldet. Die kamen auch wie verabredet und haben mir auch zugesagt, dass ich ein Feldbett bekomme. Ich kann nicht so lange sitzen und muss mich später hinlegen.”

Albert Kreber (81), der aus dem Trierer Stadtteil Heiligkreuz stammt, hat noch als Kind miterlebt, wie die Bomben fielen. Dann habe man immer in den Keller der Caspary-Brauerei gemusst. Später sei seine Familie zu Verwandten in den Hunsrück gezogen.

Mit ihrer erst einen Monat alten Tochter Maryam sind Iftkhar Ahmad (25) und Snezhana Ilieva (16) in die Notunterkunft gekommen. Das pakistanisch-bulgarische Paar wohnt  in der Straße Konzerbrück und hatte sich am Rathausplatz in Konz hilfesuchend an die Polizei gewandt. Daraufhin hat ein Kleintransporter der Polizei die Familie samt Kinderwagen ins Schulzentrum gebracht.

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Bombenentschärfung: Evakuierung in Konz FOTO:

Nach Auskunft von Michael Naunheim, Sprecher der Verbandsgemeinde Konz, haben sich insgesamt 218 Personen bis zum frühen Nachmittag in zwei Hallen aufgehalten. Nach Auskunft von Abschnittsleiter Norbert Bermes sind teilweise auch Menschen aus dem Lebenshilfe-Wohnheim und dem Seniorenhaus Buche mit ihren Betreuern in die Notunterkünfte gekommen.

Hinter der TG-Halle stand ein Spielbereich für Kinder und Jugendliche zur Verfügung. Dort war auch das Spielmobil vom Konzer Haus der Jugend im Einsatz.

Nicht nur die Menschen in den Notunterkünften wurden gut mit Essen und Trinken versorgt, auch die Helfer. Der MHD Waldrach kochte in vier großen Kesseln 550 Portionen Kartoffelsuppe.