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Cosplay im Haus der Jugend Konz: Alles so schön bunt hier!

Farbenfroh und fröhlich: Cosplayer zeigen ihre fantasievollen Verkleidungen. Foto: privat
Farbenfroh und fröhlich: Cosplayer zeigen ihre fantasievollen Verkleidungen. Foto: privat FOTO: (h_ko )
Konz. Farbenfrohe Invasion: 150 Fans des japanisches Verkleidungsspiels Cosplay treffen sich im Konzer Haus der Jugend. Ihr kreatives Hobby verfolgen sie dabei aus einem ganz bestimmten Grund. Katharina Hahn

Junge Menschen in quietsch-bunter Kostümierung schlängeln sich den Gehweg entlang zum Haus der Jugend (HDJ). Nein, hier sind keine verfrühten Karnevalisten unterwegs, hier geht es um Cosplay, Mangas und Animes. Und so wird der altehrwürdige Konzer Freizeitclub kurzzeitig zum Epizentrum japanischer Jugendkultur.
Ein junges Mädchen in einem kurzen, pudrig pinken Kleid huscht mit einem deutlichen "Miau" vorüber, passend zu den kleinen Katzenohren in ihrem schwarzen Haar. Im großen Aufenthaltsraum werden traditionelle japanische Speisen und Getränke von als Dienstmädchen und Butlern verkleideten Cosplayern serviert. All jene, die dort sitzen, sprechen sich konsequent mit ihren Fantasienamen an, gehen voll in ihrer Rolle auf.

Dabei sind von allen Seiten fröhliches Gelächter und angeregte Unterhaltungen zu hören, während gedämpfter Gesang von der Karaoke-Maschine in der unteren Etage hinaufdringt. Fast könnte man meinen, es habe einen auf direktem Wege nach Tokio verschlagen.

Denn auch hier kommen Fans der fernöstlichen Jugendkultur auf ihre Kosten. Neben Gesellschafts-, Computer- und Konsolenspielen werden Workshops zu verschiedenen Themen angeboten. Dort können sich Interessierte zuerst daran versuchen, eigene Mangas zu zeichnen und dann lernen, wie sie sich am besten die eigene Cosplay-Perücke zurechtstutzen. Oder wo sie die bunten Kontaktlinsen kaufen, und wie sie ihre Augen anschließend, dem japanischen Schönheitsideal folgend, besonders groß schminken können.

Sophie Gashi hat diese Kostümkunst schon perfektioniert und ein Jahr lang an ihrer Verkleidung gearbeitet, den Schottenrock und den Blazer selbst genäht. "Das hier ist meine Welt. Hier habe ich Freunde, die mich verstehen und Mangas genauso lieben wie ich", erklärt sie. Für Laura Gerth-Noritzsch ist die Faszination ganz ähnlich. Mit blauem Umhang und schwarzer Kurzhaar-Perücke steckt sie nun in der Rolle eines japanischen Mangahelden namens Obito Uchiha. "Damit kann ich mich gut identifizieren. Es ist schön, dass man hier unter Gleichgesinnten so angenommen wird, wie man ist. Die Leute verstehen sich auf Anhieb. Jeder ist willkommen."

Auch die Veranstalter freuen sich. Trotz des Premierenstatus des Events in Konz kamen 150 Besucher. "Das Interesse ist definitiv da. Deshalb wollen wir zukünftig alle zwei Monate ein solches Treffen organisieren", betont Denise Ziehm, Leiterin des HDJ. Auch Lena Peters, Leiterin des Treffens und Mitglied des veranstaltenden Vereins Animexx, zeigt sich begeistert: "Die Räumlichkeiten sind perfekt. Hier im HDJ haben wir alles, was wir brauchen, vor allem viel Platz. Ich bekomme nur positive Rückmeldungen." Beste Voraussetzungen also für die nächste farbenfrohe Invasion.Extra: AUSSEHEN WIE DIE MANGA-HELDEN


Beim Verkleidungsspiel Cosplay stellen Fans Figuren aus japanischen Comics (Mangas), Filmen (Animes) oder Computerspielen originalgetreu dar. Wer seine Kostümierung nicht einfach nur kau fen möchte, investiert oftmals viel Zeit und Aufwand und näht oder bastelt die Verkleidung sogar komplett selbst. In Trier organisieren sich Cosplayer aus der ganzen Region via Internet über das Projekt Otaku Trier, das mittlerweile unter der Schirmherrschaft der größten deutschsprachigen Organisation zu diesem Thema, dem Verein Animexx, steht.