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Der Endspurt am Konzer Bahnhof beginnt

FOTO: (h_ko )
Konz. Die langjährige Planung für den Konzer Bahnhofsbereich mündet jetzt in ein Jahr voller Bauarbeiten. Zeitgleich gehen die Stadt und ein Privatinvestor drei große Projekte an, die das Antlitz der Konzer Innenstadt langfristig prägen werden. Christian Kremer

Konz. Es wird ernst. Die Anwohner der Konzer Bahnhofstraße müssen sich gleich auf mehrere Baustellen vor ihren Türen einstellen.Während die Mitarbeiter von Investor Wolfgang Schäfer schon seit einigen Tagen im Bahnhofsgebäude zu Gange sind, rücken in der ersten Oktoberwoche die Baumaschinen der Konzer Firma Elenz an. Sie werden die Bahnhofstraße sanieren und in der Güterstraße einen Park-and-ride-Parkplatz samt Busbahnhof errichten.
Bahnhofstraße: Für die 3,39 Millionen Euro schwere Sanierung des zweiten Abschnitts der Bahnhofstraße rechnet die beauftragte Firma Elenz aus Konz mit einer Bauzeit von anderthalb Jahren. Ihre Mitarbeiter müssen teils 110 Jahre alte Wasserleitungen sanieren. Vor allem die Tiefbauarbeiten sind deshalb eine Herausforderung. Der Verkehrsfluss in der Bahnhofstraße soll während der gesamten Bauarbeiten aufrechterhalten werden.
Jürgen Thelen, Geschäftsführer der Firma Elenz, erklärt, dass es zwischen der Schillerbrücke und der Saarstraße mehrere Bauabschnitte gibt. Es werde aber immer von unten nach oben gearbeitet: vom Kanal über die Versorgungsleitungen (Wasser, Strom und Gas) bis zur Fahrbahn.
Die Anwohner der Bahnhofstraße freuen sich größtenteils über die Sanierung. Kritik gab es aber mehrfach, weil die Konzer Dampflok auf der neu gestalteten Mittelinsel aufgebaut werden soll und weil im Vorfeld mehrere lieb gewonnene Bäume gefällt worden sind.

Park-and-ride-Parkplatz: Die Arbeiten an dem 875 000 Euro teuren Park-and-ride-Parkplatz sollen Ende Oktober beginnen. "Das wird die Hauptdrehscheibe für den Busverkehr", sagt Karl-Heinz Frieden, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Konz. Die Güterstraße wird dazu komplett umgestaltet. Die Busse fahren an den Gleisen entlang runter zum Haltepunkt. Dort wird eine Wendeplatte gebaut, so dass sie wieder hoch zum Paul-Magar-Platz fahren können. Außerdem sollen mehr als 70 Parkplätze entstehen.

Bahnhofsgebäude: "Das ist ein Liebhaberprojekt", sagt Investor Wolfgang Schäfer. Er will das denkmalgeschützte Konzer Bahnhofsgebäude sanieren. In der Denkmalliste des Kreises Trier-Saarburg ist es als "stattlicher Neurenaissancebau" eingetragen, Baujahr 1860. Schäfer, Chef der Firma Ifa Immobilien aus Schillingen (Verbandsgemeinde Kell am See), hat der Stadt Konz das Gebäude und umliegende Flächen abgekauft, um dort ein Bier- und Weinrestaurant anzusiedeln. Das Unternehmen hat dafür eine sechsstellige Summe an die Stadt Konz gezahlt. Über den genauen Betrag schweigen die Beteiligten. Bürgermeister Frieden und Schäfer versichern jedoch, dass die Stadt Konz kein Verlustgeschäft gemacht habe.

Denkmalschutz: Den ursprünglichen Plan, neben dem bestehenden Gebäude ein Hotel zu bauen, hat der Investor verworfen. Denn das Nebengebäude mit 80 bis 100 Zimmern wäre größer geworden als der bestehende Bahnhof. Die Denkmalvorgaben erlauben das nicht.
Der Investor muss alle Maßnahmen an dem historischen Gebäude mit den Denkmalschützern bei der Kreisverwaltung und der Generaldirektion Kulturelles Erbe in Mainz absprechen. Erste Besprechungen gab es schon.
Schäfer betont, dass er die alte Bausubstanz erhalten will: Außen, aber auch im Innern. Er schwärmt zum Beispiel von den historischen Stuckdecken und verspricht, den Volksfreund bald ins Gebäudeinnere zu lassen, wo schon Aufräum- und Sicherungsarbeiten laufen - laut Schäfer schon seit einigen Wochen. Die eigentlichen Arbeiten haben aber noch nicht begonnen, weil die Baugenehmigung noch aussteht.