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Der Wein als Reiseführer

Auch wenn sie gerne ihre freie Zeit im Garten verbringt, freut sich Michaela Zimmer auf die neuen Eindrücke, die das Leben als Weinkönigin mitbringen könnte. TV-Foto: Anke Pipke
Auch wenn sie gerne ihre freie Zeit im Garten verbringt, freut sich Michaela Zimmer auf die neuen Eindrücke, die das Leben als Weinkönigin mitbringen könnte. TV-Foto: Anke Pipke
Der Wein war schon in ihrer Kanzemer Heimat ein wichtiges Thema. Nun soll er es auch in ihrem Oberemmeler Zuhause werden: Michaela Zimmer kandidiert um das Amt der Saar-Obermosel-Weinkönigin. Von unserer Redakteurin Anke Pipke

Konz-Oberemmel/Kanzem. Sie ist mit dem Wein groß geworden: Michaela Zimmer aus Kanzem war schon als Kind und Jugendliche in den Weinbergen ihrer Eltern aktiv. In dieser Zeit sei es für sie nicht immer das größte Vergnügen gewesen, bei der Trauben-Lese zu helfen, erinnert sie sich. Doch das habe sich inzwischen geändert: "Wenn man den ganzen Tag im Büro sitzt, ist es schön, mal eine Woche lang im Weinberg mitzuarbeiten", sagt die Bankkauffrau. Sie genieße zudem diese gemeinsame Zeit mit ihrer Familie. Denn inzwischen ist die 24-Jährige zu ihrem Freund nach Konz-Ober emmel gezogen. Anfangs habe er auf ihre Idee, für das Amt der Saar-Obermosel-Weinkönigin zu kandidieren, skeptisch reagiert. Aber mit der Zeit sei er nun schon fast so euphorisch geworden wie ihr Vater. "Meine Eltern sind sehr froh darüber, dass ich mich bewerbe", erzählt Zimmer.

Weitere Unterstützung aus der Familie kommt von ihrer Schwester Christina. Sie dürfte dem Wein-Liebhaber noch aus den Jahren 1999/2000 bekannt sein. Denn in dieser Zeit trug sie die Krone einer Weinkönigin und repräsentierte den Saarwein. "Weil Christina das so gut gemacht hat, wollte ich zuerst gar nicht kandidieren", erzählt Michaela Zimmer. Und doch, der Gedanke ließ sie nicht los. Nun sei die richtige Zeit, dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Vor Kurzem hat sich Zimmer vom Gardetanz bei der Karnevalsgesellschaft Hau-Ruck Saarburg verabschiedet. "In Zukunft werde ich vielleicht noch froh sein, dadurch ein bisschen mehr Freizeit zu haben", sagt die 24-Jährige.

Denn dass das Amt einer Weinkönigin oder -prinzessin viel Zeit kostet, darüber ist sie sich bewusst. Doch das nimmt sie gerne in Kauf. "Ich freue mich darauf, viele Leute kennenzulernen und in der Region rumzukommen", sagt sie.

Es gebe so viele schöne Orte in der Umgebung. Diese nun zu bereisen, sei ein schöner Effekt, der mit dem Amt einer Weinhoheit einherginge. Um schöne Kleider und die Krone geht es der sportlichen Oberemmelerin weniger: "Ich könnte auch gut in Jeans auf der Bühne stehen."

Dass es überhaupt noch solche jungen Damen gibt, die sich um das Amt der Weinkönigin bewerben, findet Zimmer besonders wichtig. Das zurückgehende Interesse an dieser Aufgabe macht ihr daher etwas Sorge. "Das ist doch Tradition", sagt sie. "Es wäre schade, wenn sie zu Ende ginge."

Doch nun ist die 24-Jährige zunächst gefragt, diese Tradition weiterzuführen. In welcher Funktion sie das in Zukunft tun wird, entscheidet sich bei der Wahl während der Nitteler Weinkirmes vom 15. bis 18. August. Im Rahmen des Saarweinfestes vom 6. bis 8. September wird die nächste Weinkönigin verkündet.

Neben Michaela Zimmer treten drei weitere Kandidatinnen an. Der TV stellt alle vier Damen vor.