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Bahnarbeiten
70 Tonnen Beton für das Konzer Tunnelchen

Hier hängt das Tunnelbauteil am Kranhaken. In den kommenden Tagen wird es im Tunnelchen in der Konzer Konstantinstraße eingebaut.
Hier hängt das Tunnelbauteil am Kranhaken. In den kommenden Tagen wird es im Tunnelchen in der Konzer Konstantinstraße eingebaut. FOTO: Dieter Soltau
Konz. Die Bahn saniert eine Unterführung in der Konstantinstraße. An den kommenden zwei Wochenenden stehen wichtige Arbeiten an.
Christian Kremer

Ich kümmere mich beim Trierischen Volksfreund seit 2010 um die Konzer Ausgabe. Vorher habe ich ein Volontariat in der Redaktion absolviert und in Trier Germanistik, Politik- und Medienwissenschaft studiert. Mir ist es besonders wichtig, im Dialog mit den Lesern zu sein. Wer Anregungen hat kann sich jederzeit an mich wenden.

Ein breiter Lastwagen hat am Donnerstag ein 70 Tonnen schweres Fertigbetonteil zu einer Baustelle in Konz geliefert. Gegen 4.30 Uhr quetschte sich der Schwertransport durch die Konstantinstraße. Anschließend hievte ein 500-Tonnen-Kran das vorgefertigte Tunnelstück von der Ladefläche. Später am Tag wurde es auf einen kleineren Tief­lader gehoben, der es zu der Stelle gebracht hat, wo es in die bestehende Fußgängerunterführung eingebaut werden muss.

Für die Anwohner in Konstantin- und Bahnhofstraße bringen der morgendliche Schwertransport und die nachfolgenden Bauarbeiten ein Halteverbot samt Vollsperrung zwischen der Goethestraße und Schillerbrücke mit sich. Zudem ist laut Bahn an den kommenden Wochenenden, 16. bis 19. und 24. bis 26. Februar, wieder nächtlicher Baulärm zu erwarten. Denn die Lieferung des Tunnelstücks ist der Startschuss für wichtige Arbeiten an der Fußgängerunterführung in der Konstantinstraße – von den Konzern liebevoll Tunnelchen genannt.

Die Anwohner waren im Vorfeld des Halteverbots skeptisch. Sie fragten sich, wo sie ihre Autos abstellen sollten.  Wegen der Vollsperrung können sie ja auch nicht auf den eigenen Grundstücken parken. Einen Tag nach Inkrafttreten der Regelung scheint die Skepsis unnötig gewesen zu sein. Eine Anliegerin sagt am Donnerstagmorgen, dass es halb so schlimm sei. Das von den Anwohnern erwartete Chaos wegen Parkplatzmangels sei ausgeblieben.  Auf Anfrage beim Konzer Ordnungsamt heißt es, dass im Umfeld der Konstantinstraße – zum Beispiel am Seniorenhaus zur Buche, am Konzer Bahnhof oder auf dem oberen Parkdeck des Kaufland-Parkhauses – genügend Parkplätze zur Verfügung stünden und dass die Einschränkungen ja nur zeitlich beschränkt seien.

Tunnelbauteil für die Bahnunterführung in Konz.  Foto: Friedemann Vetter
Tunnelbauteil für die Bahnunterführung in Konz. Foto: Friedemann Vetter FOTO: Friedemann Vetter

Zum zu erwartenden Baulärm gibt Annelore Archut Auskunft. Sie ist die zuständige Projektleiterin bei der DB Netz AG und geht davon aus, dass es diesmal nicht so schlimm wird. „Es wird leiser als bei den nächtlichen Arbeiten im vergangenen Jahr“, sagt sie. Trotzdem bestehe für die Anwohner wieder die Möglichkeit, in Hotelzimmer auszuweichen. Dieses Regelung gilt an allen Baustellen der Bahn, wenn der zu erwartende Pegel nachts bei mehr als 65 Dezibel liegt.

Für das kommende Wochenende hat die Bahn laut eigenen Angaben acht Doppelzimmer und zwei Einzelzimmer für fluchtwillige Anlieger aus Konz gebucht. „Im Oktober waren es doppelt so viele“, sagt Archut. Dass es weniger laut wird als 2017, sei durch die Art der Arbeiten zu erklären. Während im vergangenen Oktober eine große Ramme im Einsatz war, sind es diesmal nur die großen Kräne und Lastwagen.

Insgesamt liegen die Arbeiten laut Projektleiterin Archut im Zeitplan. „Wenn die Fertigbetonteile eingebaut sind, werden noch der Fußboden, die Wände, die Oberlichter und die Beleuchtung erneuert“, sagt sie. In der Nacht von Samstag auf Sonntag, 14. und 15. April, sind letztmalig Nachtarbeiten in Konz geplant. Mit der Fertigstellung der Unterführung rechnet Archut Ende April. Dann sei der Weg frei für die Kreisvereinigung der Lebenshilfe.

Der Verein will auf dem Grundstück vor dem Tunnel  an der Ecke Konstantinstraße/Bahnhofstraße eine neue Behindertenwerkstatt bauen. Sie plant einen zweigeschossigen Längsbau für die Werkstatt und einen dreigeschossigen Kubus als Eingangsbereich an der Konstantinstraße. Das Projekt ist notwendig, weil die zuständige Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege eine neue Werkstatt fordert. Hintergrund ist, dass zurzeit einige der 90  behinderten Mitarbeiter der Lebenshilfe in Containern beschäftigt sind. Diese Lösung ist nur bis 2019 zugelassen. Dann muss eine neue Werkstatt da sein.  Der Baubeginn ist für Mai vorgesehen (der TV berichtete).

Den Bauantrag für das Projekt habe die zuständige Lebenshilfe Facility- und Baumanagement GmbH eingereicht, heißt es bei der 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Lebenshilfe auf TV-Anfrage. Eine Rückmeldung von der Konzer Verwaltung habe die Gesellschaft noch nicht bekommen.