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Verkehr
Das Ende der Flickschusterei in Wasserliesch

An der Wasserliescher Römerstraße ist jahrzehntelang nur Flickschusterei betrieben worden, was man der Fahrbahn deutlich ansieht.
 
An der Wasserliescher Römerstraße ist jahrzehntelang nur Flickschusterei betrieben worden, was man der Fahrbahn deutlich ansieht.   FOTO: Herbert Thormeyer
Wasserliesch. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2019 geplant: Die Anlieger der Wasserliescher Römerstraße werden über die geplanten Ausbaumaßnahmen informiert. Von Herbert Thormeyer

Seit gut zehn Jahren will die Ortsgemeinde Wasserliesch die Römerstraße ausbauen, denn sie ist in einem erbärmlichen Zustand. Die rund 300 Anwohner haben seit den 60er Jahren immer nur Flickarbeiten erlebt. „Diesmal schaffen wir es“, ist Ortsbürgermeister Thomas Thelen bei der Finanzierung sicher. Es ist das größte Projekt, das er mit seinem Rat in die Wege leitet.

Über die Kosten kann man derzeit nur spekulieren. „Bei 1,3 Kilometern Länge werden wir wohl mit einer Million Euro nicht auskommen“, vermutet der Ortschef im Gespräch mit dem TV. Rund 180 Anwohner sind in eine Versammlung gekommen, in der die Planungen des Büros Deges & Bah zum heutigen Stand vorgestellt wurden. „Zahlen können wir Ihnen heute nicht nennen“, bedauert Thelen in seiner Begrüßung. Dafür sei es einfach noch zu früh.

Die Planer Sabine Stolz und Stefan Wittek zeigten auf einer Leinwand, was in der längsten Straße Wasserlieschs ab dem nächsten Frühjahr passieren soll. Kanäle, Leitungen, Strom, Telekom, neuer Belag, neue Beleuchtung, von der ramponierten Piste soll nichts mehr übrig sein. Für ein künftiges Glasfaserkabel, mit dem das Internet wesentlich breitbandiger wird, sollen Leerrohre verlegt werden.

„Wir werden bei den drei Bauabschnitten unter Vollsperrung arbeiten müssen“, kündigt der Planer an und rät, mit der Bauleitung Kontakt aufzunehmen, wenn beispielsweise eine Heizöllieferung ansteht. Auch Pflegedienstleistungen sollten frühzeitig besprochen werden. Müllfahrzeuge können zwar nicht in die Baustelle, aber die Bauleute bringen die Tonnen an eine Sammelstelle, wo sie geleert und wieder zurückgebracht werden. Zu Fuß werden die Grundstücke jederzeit erreichbar sein.

Bevor es losgeht, werden alle Anwesen begutachtet und fotografiert. „Das dient der Beweissicherung, falls in der Bauphase Schäden entstehen“, erklärt Wittek.

Bedingt durch den Ausbau wird eine höhenmäßige Anpassung der Privatflächen nötig. Da es sich bei dieser Baumaßnahme um einen Bestandsausbau handelt, werden die Kosten dafür über die Straßenbaumaßnahme abgewickelt.

Kosten kommen jedoch auf jeden Fall auf die Grundstückseigner zu, denn sie sind beitragspflichtig. Wie viel das sein wird, könne erst nach dem Ergebnis der Ausschreibung beziffert werden. „Ausgeschrieben wird im Januar“, sagt Ortschef Thelen.

Erste Kritik wurde an den Plänen laut. Was Birgit Schnabel stört, ist: „Diese Parkflächen, die da geplant sind, die kosten uns doch nur Geld und bringen nichts, da es doch viel mehr Autos in dieser Straße gibt.“ Man dürfe auch weiterhin auf der Straße parken, beruhigt Thelen. Eine weitere Befürchtung ist, dass Lkw, die Material für Häuslebauer im Baugebiet Am Römerberg die schöne neue Straße wieder in Mitleidenschaft ziehen. Auch Holztransporter nutzen diese Trasse.

Die Anlieger werden zu einer weiteren Versammlung eingeladen, sobald belastbare Zahlen und Fakten vorliegen.