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Verkehr
Dieselfähre kehrt vorerst zurück nach Oberbillig

rm._faehre_sankta_maria_obermosel (morgen roland) ORT: Oberbillig/Wasserbillig ***
Die Fähre Sankta Maria verbindet die Obermosel-Orte Oberbillig auf deutscher und Wasserbillig auf luxemburgischer Seite. TV-Foto: Roland Morgen ***
rm._faehre_sankta_maria_obermosel (morgen roland) ORT: Oberbillig/Wasserbillig *** Die Fähre Sankta Maria verbindet die Obermosel-Orte Oberbillig auf deutscher und Wasserbillig auf luxemburgischer Seite. TV-Foto: Roland Morgen *** FOTO: roland morgen (rm.) - roland morgen (rm.)
Oberbillig/Wasserbillig. Die Obermosel-Elektrofähre Sankta Maria II ist bereits zum zweiten Mal außer Betrieb, weil die Landeklappe auf der Wasserbilliger Seite defekt ist. Bis Freitagabend ist ihre Vorgängerin im Einsatz. Die Dieselfähre könnte jedoch bald auf einen anderen Kontinent weiterfahren.
Christian Kremer

Ich kümmere mich beim Trierischen Volksfreund seit 2010 um die Konzer Ausgabe. Vorher habe ich ein Volontariat in der Redaktion absolviert und in Trier Germanistik, Politik- und Medienwissenschaft studiert. Mir ist es besonders wichtig, im Dialog mit den Lesern zu sein. Wer Anregungen hat, kann sich jederzeit an mich wenden. Erreichbar bin ich per E-Mail an c.kremer@volksfreund.de

Die 1,7 Millionen Euro teure Elektrofähre Sankta Maria II muss erneut im Hafen bleiben. Obwohl das von den Gemeinden Oberbillig und Wasserbillig betriebene Gefährt erst Ende November eingeweiht wurde, pendelt vorerst wieder die 50 Jahre alte Dieselfähre zwischen Oberbillig und Wasserbillig über die Obermosel. Laut dem Oberbilliger Ortsbürgermeister ist die Vorgängerin der Elektrofähre bis Freitagabend im Einsatz. Dann soll die Sankta Maria II wieder betriebsbereit sein.

Doch zurzeit funktioniert deren Landeklappe auf der Wasserbilliger Seite nicht. Über diese Klappe kommen normalerweise die Autos vom Wasserbiliger Anleger auf das Boot. Und es ist schon der zweite Defekt dieser Art: Schon am 11. Dezember gab es Probleme mit der Hydraulik, so dass sie repariert werden musste. Danach blieb das Schiff, das etliche Luxemburg-Pendler auf dem Weg zur Arbeit nutzen, mehrere Wochen wegen Hochwassers im Hafen.

Die vollelektrische Solarfähre "Sankta Maria II" ist nach ihrer Taufe am 25.11.2017 auf der Mosel von Oberbillig (Rheinland-Pfalz) nach Wasserbillig (h, Luxemburg) unterwegs. Die 28 Meter lange, emissionsfreie Fähre soll am 10. Dezember ihren regulären Betrieb zwischen den Orten aufnehmen. Foto: Harald Tittel/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Die vollelektrische Solarfähre "Sankta Maria II" ist nach ihrer Taufe am 25.11.2017 auf der Mosel von Oberbillig (Rheinland-Pfalz) nach Wasserbillig (h, Luxemburg) unterwegs. Die 28 Meter lange, emissionsfreie Fähre soll am 10. Dezember ihren regulären Betrieb zwischen den Orten aufnehmen. Foto: Harald Tittel/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: Harald Tittel / dpa

Nachdem die Elektrofähre den Betrieb wieder aufgenommen hatte, ging Ortschef Beiling eigentlich davon aus, dass das nagelneue Gefährt nun seinen Dienst tut. Doch wenige Wochen später müssen erneut Mitarbeiter einer Firma aus Stralsund an die Obermosel kommen, um das Schiff zu reparieren. In deren Werk war die Sankta Maria II gebaut worden.

„Das ist schon ärgerlich“, sagt Beiling. „Wir müssen den Fahrgästen wieder die alte Fähre zumuten.“ Gerade weil nicht der Elektroantrieb, sondern konventionelle Schiffstechnik defekt ist, ist er sauer. Beiling geht davon aus, dass die erneute Panne mit dem Defekt im Dezember zusammenhängt. „Ich hoffe, dass es die Gemeinde nichts kostet.“ Weil der Defekt schon vorher aufgetreten sei, handele es sich um einen Gewährleistungsfall. Beiling beklagt jedoch mehrere ausgefallene Fährstunden.

Die alte Sankta Maria steht laut dem Ortsbürgermeister noch bis zur Jahresmitte als Ersatzfahrzeug bereit.  „Hoffentlich sind bis dahin die Kinderkrankheiten an der neuen Fähre weg“, sagt Beiling. Denn die Gemeinden Wasserbillig und Oberbillig haben Pläne für die Vorgängerin. Beiling: „Wir prüfen die Idee, ob die Dieselfähre in Afrika genutzt werden kann.“ Wo das Boot konkret die Arbeit aufnehmen soll, sagt Beiling nicht. Aber die 50 Jahre alte Dame Sankta Maria würde dann zu einer Art „Entwicklungshilfeprojekt“.