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Natur
Dieses Wildtier in einem Konzer Garten gibt Rätsel auf (Video)

Konz-Oberemmel. Familie Melanowski aus Konz-Oberemmel vermutet, mehrfach einen Mischling aus Fuchs und Schakal bei ihrem Haus gesichtet zu haben. Tierexperten sind anderer Meinung.

Der Konzer Wojciech Melanowski hat etwas entdeckt, was man nicht alle Tage sieht. Er sagt: „Ich habe das besondere Tier zum ersten Mal in der Nähe unseres Hauses gesehen und wusste sofort: Das kann kein normaler Fuchs sein.“ Melanowski hat sich mit dem ungewöhnlichen Hinweis an die TV-Redaktion gewandt: „Fast jede zweite Nacht zeigt sich ein Schakal in der Nähe unseres Hauses in Konz-Oberemmel.“

Vor einem Jahr habe er das Tier zum ersten Mal gesichtet. Auf die Nachfrage, wieso er sich sicher sei, einen Schakal gesehen zu haben, antwortet Melanowski, dass das Tier viel größer sei als ein Fuchs und längere Beine habe. Doch Angst verspürte er keine. „Es war interessant. Auch die Kinder hatten keine Scheu vor dem Schakal und waren ganz begeistert, wenn er sich wieder zeigte.“

Dieses Foto hat Familie Melanowski vor einigen Wochen in ihrem Garten geschossen. Wegen der Färbung des Fells kam der Verdacht auf, es könnte sich um einen Mischling aus Fuchs und Schakal handeln.
Dieses Foto hat Familie Melanowski vor einigen Wochen in ihrem Garten geschossen. Wegen der Färbung des Fells kam der Verdacht auf, es könnte sich um einen Mischling aus Fuchs und Schakal handeln. FOTO: Wojciech Melanowski

Diese ungewöhnlichen Erlebnisse wollte Familie Melanowski mit den Lesern des Trierischen Volksfreunds teilen und sandte Fotos ein (wir berichteten zuerst am 16. Juli).

Inzwischen ist die Recherche weiter vorangekommen. Auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds konnte das Wildtierzentrum in Saarburg die Vermutung, dass hinter dem Wildtier ein Schakal stecken könnte, nicht bestätigen. Jürgen Meyer, Leiter des Wildtierzentrums, antwortete: „Das ist ein Fuchs im Fellwechsel. Füchse können sich nach unserem Wissen nicht mit Schakalen paaren, da es eine andere Unterart unter den Hundeartigen ist.“ Außerdem würde es auf keinen Fall zu einer Paarung unter ihnen kommen, weil der Schakal den Fuchs „als Pausensnack nicht verschmähen würde“.

Auch Klaus-Peter Kugel vom Bund für Umwelt und Naturschutz stellte Nachforschungen an und fand heraus, dass der Fuchs-Schakal „ins Reich der Fabelwesen verbannt werden muss“.

Schakale gehörten laut Kugel zur Gattung Canis, wohingegen Füchse zur Gattung Vulpes gehören. „Mischungen zwischen beiden Gattungen gibt es in der freien Wildbahn nicht, da die Unterschiede im Bereich der Chromosomen sehr groß sind“.

Gemeinsamer Nachwuchs von einem Fuchs und einem Schakal ist aus Expertensicht also praktisch nicht möglich. Im Gegensatz dazu sind Mischlinge aus der Paarung zwischen Wolf und Hund durchaus bekannt.

Auch der Landesjagdverband Kreisgruppe Trier-Saarburg ist sich sicher, dass es sich bei dem gesichteten Tier um einen Rotfuchs handelt. Heinz Schulten schreibt: „Für uns ist auf den Bildern ein Fuchs und kein Mischling zu erkennen.“ Weiterhin erklärt er, dass die Farbe der Füchse nicht immer gleich sei und von hell nach dunkel wechseln könne.

Auch wenn hinter dem vermeintlichen Schakalmischling offenbar nur ein Fuchs steckt, so erfreut sich die Familie Melanowski trotzdem weiterhin an ihrem Besuch, denn für sie ist die tierische Entdeckung im Garten immer wieder aufs Neue  etwas ganz Besonderes.

Diese Aufnahme entstand im Sommer 2017 in Oberemmel, als Familie Melanowski mehrfach Besuch von einem Fuchs bekam.
Diese Aufnahme entstand im Sommer 2017 in Oberemmel, als Familie Melanowski mehrfach Besuch von einem Fuchs bekam. FOTO: Wojciech Melanowski