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Ein Segelflieger will ganz nach oben

Robin Diesterweg träumt bereits von der Europa- und Weltmeisterschaft. Außerdem will er in den Kunstflug einsteigen. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Robin Diesterweg träumt bereits von der Europa- und Weltmeisterschaft. Außerdem will er in den Kunstflug einsteigen. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Konz-Könen. Er fliegt, seit er 14 ist. Das lautlose Schweben hoch über der Erde ist seine Leidenschaft. Robin Diesterweg ist der Stolz des heimischen Aeroclubs auf dem Flugplatz in Konz-Könen. Nach der Qualifikation zur Deutschen Juniorenmeisterschaft im nächsten August hat er weitere hochfliegende Pläne. Herbert Thormeyer

Konz-Könen. Beim Junioren-Qualifikationswettbewerb in Laachen-Speyerdorf hat Robin Diesterweg den vierten Platz in der Clubklasse belegt und sich damit zur Teilnahme bei der Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug im nächsten Jahr qualifiziert. In der Vereinsjugend ist er der Vorzeige-Segelflieger des Aero-Clubs Trier und Konz.
"Ich war 14, als ich mit dem Fahrrad zum Segelflugplatz hochfuhr", erinnert sich Robin im Gespräch mit dem TV. Zu sehen, wie die weißen Flieger lautlos in der Luft schweben, habe ihn sofort fasziniert. Als Kind habe er, wie viele andere auch, Pilot werden wollen. 14 Jahre ist auch das Alter, in dem man bereits mit einem Segler abheben darf, allerdings erst unter Aufsicht eines Fluglehrers, ab 16 alleine. Der Wettbewerb besteht darin, in kürzester Zeit zwei Wendepunkte zu durchfliegen.
"Das ist immer von der Thermik abhängig. Manchmal ist man mit einem Umweg schneller", erklärt der Jungsegler. Thermik, die aufsteigende Luft, das ist der "Motor" des Segelflugzeugs. Diesen Antrieb effektiv zu nutzen, ist die Kunst des Segelfliegens. "Da musst du ständig Entscheidungen treffen", erklärt Robin. Sein erster Flug sei ein enormes emotionales Erlebnis gewesen.
Landungen auf dem Acker


Der Start, bei dem das Flugzeug an einem Seil hochgezogen wird, geht sehr schnell. "Man schwebt lautlos, fast schwerelos", beschreibt der junge Pilot das Gefühl dabei. Da fange man sich für immer den Flugvirus ein.
Auf der Kehrseite des Hochgefühls liegen nicht selten Landungen auf irgendeinem Acker, wenn die Thermik mal nicht mitspielt, was Robin erst Anfang des Jahres passierte: "Da musst du eben von den Clubkameraden abgeholt und das Flugzeug in den Hänger gepackt werden." Die Kameradschaft des Clublebens gebietet es, sich genauso bei jedem anderen Piloten zu engagieren.
Robins Erfolge blieben dem Luftsportverband Rheinland- Pfalz nicht verborgen. "Ich habe vom Verband einen eigenen Flieger zum Trainieren bekommen", freut sich Robin. Das Training ist auch dringend nötig, denn bei der Deutschen Meisterschaft im nächsten Jahr wird er mit einer Konkurrenz von 40 bis 80 Seglern konfrontiert, die alle gleichzeitig nach der optimalen Thermik suchen.
Doch Diesterweg ist sicher, gut abzuschneiden, er hat bereits noch höherfliegende Pläne: "Die ersten vier nehmen an der Weltmeisterschaft teil, bis zum Platz acht darf man zur Europameisterschaft." In beiden Fällen ist der Pilot automatisch Mitglied in der Nationalmannschaft.
Robin interessiert sich jetzt als 19-Jähriger auch für den Motorflug und will an Kunstflug-Wettbewerben teilnehmen. Loopings, Rollen und Turns (Drehungen) machen ihm nichts aus: "Man muss da nur ein gutes Raumgefühl haben.
Extra

Der Aero-Club Trier und Konz hat seit 1976 nahe der SaarMündung in Konz-Könen das Segelfluggelände. 70 Segelflieger im Alter von 14 bis 86 Jahren sind dort aktiv. Acht vereinseigene Segelflugzeuge, ein Motorsegler sowie eine leistungsstarke Flugzeug- Schlepp-Maschine ermöglichen ein reges Vereinsleben. Am Sonntag, 8. September, 11 Uhr, veranstaltet der Verein einen Tag der offenen Tür. Schon am Samstag, 7. September, bietet der Verein ab 12 Uhr für Jugendliche kostenlose Mitfluggelegenheiten an. Weitere Informationen unter www.ac-trier-konz.de und www.segelflug.de doth