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Ein spannender Streifzug durch die Geschichte

Brigitte Thelen signiert nach ihrer Lesung Bücher. Foto: privat
Brigitte Thelen signiert nach ihrer Lesung Bücher. Foto: privat FOTO: privat
Wasserliesch. Die Geschichte im Buch "Wasser zerreibt Steine" von Brigitte Thelen handelt von Weltkrieg, Kaiserzeit und weiteren Ereignissen der Deutschen Geschichte. Im Bergwerkstollen von Fell spitzt sich die Geschichte zu. Jetzt hat die Autorin in Wasserliesch aus ihrem Buch gelesen.

Wasserliesch. Das Sälchen im Haus der Begegnung zu Wasserliesch hatte nicht Sitzplätze genug für die Zuhörer, als Brigitte Thelen aus ihrem neu erschienenen Buch ausgewählte Texte vorlas.
70 Jahre nach dem Krieg, 70 Jahre nach den finalen Ereignissen im Bergwerksstollen in Fell spannte sie in ihrer Lesung einen Bogen vom "Franzosenkrieg" von 1870/71 - über Bismarck, Kaiserzeit, Ersten Weltkrieg, Weimarer Republik, Nazizeit - bis zum Zweiten Weltkrieg mit zwei Evakuierungen.
Sie beschrieb das ärmliche Leben der Binnenschiffer, deren Schiff noch von einem Pferd über den Treidelpfad gezogen wurde, vom entbehrungsreichen Leben der Landbevölkerung im Moseltal in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, besonders die tragische Geschichte ihrer Familie durch Naziterror und Krieg. In einer Präsentation zeigte sie zwischendurch interessante zeitgenössische Fotos. Hans Adam spielte auf dem Schifferklavier Lieder, die zu den Texten in Verbindung standen, und bei denen sich viele der Anwesenden zum Mitsingen animiert fühlten.
Die Autorin verstand mit klaren Worten die kausalen Zusammenhänge von Politik, Weltwirtschaftslage, Schwarzem Freitag, Inflation, Arbeitslosigkeit und aufkommendem Nationalsozialismus bis hin zum Zweiten Weltkrieg aufzuzeigen, wobei sie die einzelnen Kapitel in Bezug zu Versen aus dem Buch Hiob setzte.
Die Diskussionen und Fragen nach der Lesung zogen sich bis in die Nacht hinein und spiegelten die Betroffenheit der Zuhörer wider.
In der zweistündigen Lesung musste vieles außen vor bleiben, auch, dass sie alte Bräuche und religiöses Leben im Buch aufgegriffen hat, mal kritisch, mal humorvoll. Und wie man so ganz nebenbei Einblicke in die bäuerliche Milchverarbeitung erhält und einfache, alte, moselfränkische Kochrezepte findet. red