| 18:47 Uhr

Fest
Ein Stadtteil feiert sich selbst

Die Feuerwehr bot Fahrten im Korb ihres Leiterwagens an. Diese Perspektive wollten sich viele nicht entgehen lassen.
Die Feuerwehr bot Fahrten im Korb ihres Leiterwagens an. Diese Perspektive wollten sich viele nicht entgehen lassen. FOTO: Herbert Thormeyer
Konz-Karthaus. Rund um die evangelische Kirche zeigte Karthaus beim Stadtteilfest am Wochenende seine fröhliche Vielfalt.

„Endlich ist hier mal was los. Es machen doch sonst immer mehr Geschäfte und Kneipen zu“, erklärt der Ur-
Karthäuser Herbert Zorn, warum es ein eigenes Fest in seinem Stadtteil geben muss. Die zweite Auflage der gemeinsamen Veranstaltung von Stadtteilbüro und Evangelischer Kirchengemeinde brachte am Sonntag rund 1500 Besucher zusammen, in einem Stadtteil mit 2300 Einwohnern aus fast 100 Nationen. 23 Gruppen, Initiativen und Vereine zeigten, warum Karthaus sich eine Soziale Stadt nennen darf und darauf stolz sein kann. „Gemeinsam feiern hilft, sich besser kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und zu sehen, dass hier sehr wohl was los ist“, sagt Quartiersmanager Dominik Schnith. Mit der zweiten Auflage des Festes habe sich die Zahl der Standbetreiber glatt verdoppelt. Deshalb soll das Fest auch fest etabliert werden. „Verdichtung und Öffnung der Menschen untereinander bringt auf diesem Fest Energie, wie in einem Benzinmotor“, beschreibt Pfarrer Christoph Urban den Effekt einer solchen Veranstaltung. Das letzte Mal war der Geburtstag der Kirche der Anlass. Aber es habe sich gezeigt, hier wurde ein Nerv getroffen. Alle Religionen feiern im Schmelztiegel Karthaus fröhlich miteinander. Das Projekt Soziale Stadt trägt sichtbare Früchte. Viel Information an den Ständen und Gaumenfreuden, dazu eine Fahrt im Korb des Leiterwagens der Feuerwehr, um den Stadtteil mal aus höherer Perspektive zu betrachten, rundeten den Tag ab. Jetzt wartet der bunte Stadtteil auf die Fertigstellung des neuen Gemeindehauses, damit neben dem Kloster ein zweiter Schwerpunkt von Gemeindeleben entstehen kann und man nicht mehr auf die Straße ausweichen muss.