| 00:00 Uhr

Brandstiftung
Feuer in Stollen an der Obermosel: Polizei sucht Brandstifter (Update)

 Das Foto von 2012 zeigt die Größe der Stollen der Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke. TV-Foto: Friedemann Vetter
Das Foto von 2012 zeigt die Größe der Stollen der Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke. TV-Foto: Friedemann Vetter FOTO: vetter friedemann
Wellen. Unbekannte Einbrecher sollen einen schweren Bohrer im Bergwerk der TKDZ GmbH in Wellen manipuliert haben. Als die Maschine in Brand geraten ist, waren laut den Ermittlern 13 Mitarbeiter gefährdet.
Christian Kremer

Redakteur/Reporter

Ein Betriebsunfall an der Obermosel zieht nun Ermittlungen der Trierer Kripo nach sich. Wie die Polizei am Donnerstag bekanntgegeben hat, sind am Mittwochmittag zwei Menschen bei einem Brand in einem Stollen der Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke (TKDZ) leicht verletzt worden. Die Mitarbeiter hätten das Feuer direkt eindämmen können, heißt es bei dem Unternehmen. Der Brand sei an einem Bohrwagen unter Tage ausgebrochen, nachdem dieser einige Zeit in Betrieb gewesen sei. Einen Tag nach dem  Feuer ermittelt die Polizei wegen gefährlicher Brandstiftung. In direktem Zusammenhang zu dem Feuer soll laut den Ermittlern ein Einbruch im Bergwerk stehen, bei dem Untertagelampen gestohlen worden sind.

„An der Maschine waren offenbar Manipulationen vorgenommen worden“, sind sich die Ermittler am Donnerstagmorgen sicher. Karl-Peter Jochem, Pressesprecher der Polizei in Trier, gibt auf TV-Anfrage weitere Details bekannt: „Das Feuer ist ausgebrochen, nachdem die Mitarbeiter die Maschine einige Zeit in Betrieb hatten.“ Jochem will aus ermittlungstaktischen Gründen nicht erklären, was genau an dem Fahrzeug manipuliert worden ist. Er ist sich aber sicher, dass es kein Streich war - und dass ein Experte dahintersteckt: „Das muss jemand gemacht haben, der sich damit auskennt.“

 Das Bohrfahrzeug sei am Mittwoch gegen 11.45 Uhr in einem Stollen unter Tage in Brand geraten. Als das Feuer ausgebrochen ist, waren laut Polizei 13 Bergleute unter Tage. Sie alle seien gefährdet gewesen, sagt Jochem. Deswegen werde auch wegen schwerer Brandstiftung ermittelt. Brände unter Tage gelten als besonders gefährlich. Es können sich explosive Gase bilden, außerdem verbraucht ein Feuer viel Sauerstoff – unter Tage ein knappes Gut.

Laut TKDZ-Geschäftsführer Wolfgang Hirzi hat die Bergbaufirma einen Warnplan für solche Fälle. Allerdings haben die Arbeiter laut Hirzi den Brand schon in der Entstehung gelöscht, bevor die Grubenwehr, eine Art Unter-Tage-Feuerwehr, anrücken musste. Die beiden verletzten Mitarbeiter seien nur zur Vorsorge in eine Krankenhaus gebracht worden und nach einer ambulanten Behandlung wieder entlassen worden. Die betroffene Maschine sei zurzeit außer Betrieb, sagt Hirzi. Der Ort des Geschehens sei abgesperrt. Weitere Details zu den Vorfällen gibt die Geschäftsführung der TKDZ nicht bekannt. „Wir  sind äußerst interessiert, dass dieser Vorfall restlos aufgeklärt wird“, sagt Hirzi. Die Geschäftsführung unterstütze die Polizei bei den Ermittlungen.

In direktem Zusammenhang mit dem Brand sieht die Polizei einen Einbruch. Zwischen Freitagnachmittag, 26. Januar, und Montagmorgen, 29. Januar, seien Unbefugte in den Stollen eingedrungen. Der oder die Unbekannten haben laut Polizei mehrere Untertagelampen gestohlen. „Zudem haben sie mehrere Fahrzeuge bewegt“, sagt Jochem.

Der Polizeisprecher verweist darauf, dass es sich bei dem TKDZ-Bergwerk um ein riesiges Stollensystem handelt. Deshalb vermutet er, dass sich die Täter in dem Bergwerk auskennen. Wie groß die Dimensionen unter Tage sind, hat der TV in einer Reportage vor sechs Jahren anlässlich der Übernahme des Traditionsunternehmens durch die österreichische Porr AG dargestellt. Insgesamt verlaufen 330 Kilometer Straßen und Wege unter Tage an der Obermosel. Wer sich nicht auskennt, kann sich in diesem Labyrinth leicht verirren.

Die Kripo ermittelt wegen Einbruchsdiebstahls und schwerer Brandstiftung.Sie nimmt Hinweise unter den Telefonnummer 0651/9779-2211 oder -2290 entgegen.