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Feste und Feten
Eine Band, zehn Winzer, 54 Weine (Video)

Volle Bänke bei einem fantastischen Abend: Das Weinfest „Klang und Glanz“ am Wiltinger Saarufer entpuppt sich als Publikumsmagnet.
Volle Bänke bei einem fantastischen Abend: Das Weinfest „Klang und Glanz“ am Wiltinger Saarufer entpuppt sich als Publikumsmagnet. FOTO: Jürgen Boie
Wiltingen. Zweite Auflage von „Klang und Glanz“ am Wiltinger Saarufer zieht Menschenmassen an. Von Jürgen Boie

Zehn Jungwinzer von der Saar, 54 Weine, eine tolle Band, und die Wiese am Wiltinger Saarufer als Veranstaltungsort – das Jungweinfestival „Klang und Glanz“ überstrahlte in seiner zweiten Auflage seinen schon sehr gelungenen Vorgänger noch einmal deutlich. Davon überzeugten sich Tausende Besucher, die in einer hochsommerlichen Nacht das Ambiente mit illuminierten Zelten, Möbeln aus Europaletten und diversen Essensangeboten jenseits von Fritten und Bratwurst bis weit nach Mitternacht genossen.

„Direkt nach dem ersten ,Klang und Glanz’ im letzten Jahr haben wir mit den Vorbereitungen für die zweite Auflage des Weinfests begonnen“, berichtet Vanessa Weber-Mischke. Sie und ihre Kollegin Johanna Lipinski repräsentieren das Organisationsteam, bestehend aus Vertretern der Wiltinger Winzerkapelle und den Jungwinzern von der Saar. Das Ziel der Veranstaltung: Eine Weinprobe der Jungwinzer so zu präsentieren, dass beim Publikum ein echtes Aha-Erlebnis entsteht.

In fünf pagodenförmigen Zelten haben zehn Jungwinzer insgesamt 54 verschiedene Weine zum Probieren angeboten. Alle stammen aus dem Anbaugebiet Saar. Zum Preis von 22 Euro konnten die Besucher ein Armbändchen kaufen und sich dann durch das umfangreiche Angebot der Winzer „kämpfen“.

Diese Herausforderung nahm auch Janina Böhnke aus Konz an. Deutlich über 30 Grad im Schatten schreckten weder sie noch die 450 anderen Teilnehmer dieser außergewöhnlichen Weinprobe ab. „Mein persönlicher Favorit war am Ende der Adonis vom Saarweingut Weber Brüder“, sagt die junge Frau lächelnd. Ihr hatte die große Auswahl kein Kopfzerbrechen bereitet. „Auch die Hitze hat mich beim Probieren nicht gestört“, stellte sie zufrieden fest.

Ellen Zwarts war aus Delft nach Trier gereist, um ihr Wochenende an der Mosel zu verbringen. Zusammen mit Anja Müller aus Trier machte sich die Niederländerin spontan auf den Weg nach Wiltingen  an der Saar statt Mosel. Zwarts dachte bislang, dass Wein etwas für ältere Herrschaften ist. „Ich war absolut überrascht, wie viele junge Menschen sich hier eingefunden haben“, berichtet Zwarts. Der Wein, das Ambiente, die Musik der Band Beat Tailors aus dem Raum Heidelberg/Mannheim – Ellen Zwarts war begeistert von der Veranstaltung. Ihr Lieblingswein war zumindest für diesen Besuch an der Saar der Weißburgunder vom Weingut Würtzberg aus Serrig. Kollegin Anja Müller entschied sich für einen Riesling aus dem Weingut Peter Greif aus Fellerich. „Da Peter Greif Weinberge an der Saar, zum Beispiel in Wawern hat, ist das Teilnahmekriterium für ,Wein von der Saar’ erfüllt, obwohl Fellerich zur Obermosel gehört, erklärte Orga-Sprecherin Vanessa Mischke-Weber.

Richtig voll wurde es am Wiltinger Saarufer später am Abend. Gegen 21 Uhr strömten Hunderte fröhlicher Menschen auf den Festplatz, um das besondere Ambiente zu erleben. Bei einbrechender Dunkelheit leuchteten die Zelte, Bäume wurden angestrahlt, und die Sitzbänke und Möbel aus Europaletten waren heiß begehrt. Zumal man zum Essen ja auch einen Platz benötigte, um sein Weinglas abzustellen. Gegen 22 Uhr war der Platz sehr gut gefüllt, und immer noch strömte mehr Publikum nach, wenn es auch zunehmend schwieriger wurde, den Wein auf die optimale Temperatur herabzukühlen: Engpässe bei der Wein- und Essensversorgung kamen bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf. Ebensowenig hatte das zweiköpfige Team vom Deutschen Roten Kreuz Grund zur Klage: „Bislang keine besonderen Vorkommnisse“ lautete die Zwischenbilanz.

Nach der langen Feier am Samstagabend, bei der dann zu später Stunde noch DJ Seppobeats mit sogenanntem Electro Swing zum Tanzen auf der Wiese animierte, war der Sonntag dann eher als ein Tag zum Durchschnaufen angelegt. Die Winzerkapelle Wiltingen und Musikvereine aus Nittel, Wengerohr, Gusterath, Irsch und Oberemmel sorgten für eine auf Familienfreundlichkeit ausgelegte Stimmung. Dazu ein Markt mit Kunsthandwerk und regionale Produkte für Gaumen und Magen – keinesfalls Katerstimmung nach dem  Fest des Vorabends. „Klang und Glanz ist dem Gedanken der Regionalität verpflichtet“, erläutert Vanessa Weber-Mischke. „Das bezieht sich nicht nur auf den Wein. Wir verbinden Lifestyle mit Regionalität, Design mit Musik und Jungwinzer mit einer entspannten Atmosphäre.“

Janina Böhnke aus Konz hat sehr viel Spaß bei der großen Weinprobe mit 54 Weinen der Jungwinzer von der Saar.
Janina Böhnke aus Konz hat sehr viel Spaß bei der großen Weinprobe mit 54 Weinen der Jungwinzer von der Saar. FOTO: Jürgen Boie