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Kriminalität
Falsche Kripo-Beamte in Konz unterwegs?

FOTO: TV / Klaus Kimmling
Konz. Ein Mann und eine Frau, die sich als Polizisten ausgegeben haben, sollen versucht haben, in eine Wohnung in der Martinstraße in Konz zu kommen. Die Nachricht davon verbreitete sich über Facebook. Die Polizei bestätigt, dass der Fall gemeldet wurde, ist aber nicht ganz überzeugt von der Version.
Christian Kremer

Redakteur/Reporter

„Hat jemand in Konz oder Umgebung Erfahrungen gemacht mit angeblichen Kripo-Beamten, die klingeln und dann darauf beharren, unbedingt in die Wohnung gelassen zu werden?“ So leitet eine junge Frau aus Konz ihren Facebook-Eintrag ein, der sich auf einen Vorfall am Donnerstag bezieht. Gegen 12 Uhr haben demnach ein Mann und eine Frau bei ihrer Großmutter in der Martinstraße in Konz geklingelt. Sie lebt in einem Gebäude, für das eine Wohnungsbaugesellschaft mit den Schlagworten „altersgerechtes Servicewohnen“ wirbt. An der Sprechanlage habe sich der Mann als Beamter der Kripo Trier ausgegeben, beschreibt die Frau den Vorfall auf Facebook weiter. Auf Nachfrage der Seniorin, was sie denn wollten, habe der Mann nur entgegnet, dass er das nicht sagen dürfe – er müsse dafür in die Wohnung kommen, beschreibt die Frau den Vorfall. „Daraufhin hat meine Oma die Polizeidienststelle in Konz kontaktiert“, schreibt die Enkelin weiter auf Facebook. Dort habe man ihrer Großmutter mitgeteilt, dass keine Infos vorlägen. Sie solle niemanden reinlassen, hätten die Beamten gesagt. Kurz darauf habe die Nachbarin aus der gegenüberliegenden Wohnung die angeblichen Beamten in den Hausflur und in die Wohnung selbst hereingelassen, schreibt die Frau. „Das konnte meine Oma durch den Türspion beobachten und rief daraufhin erneut die Polizei, die wenig später vor Ort eintraf.“ Die Nachbarin sei bis dahin jedoch schon nicht mehr in der Wohnung, die angeblichen Beamten verschwunden gewesen.

Auf Nachfrage bei der Pressestelle der Polizei in Trier erklärt Pressesprecher Karl-Peter Jochem, dass der Polizei der Sachverhalt bekannt sei. Er bestätigt, dass der Vorfall so gemeldet worden ist, wie ihn die jüngere Frau auf Facebook beschrieben hat. Allerdings spricht Jochem nur von einem Mann, der sich als Polizist ausgegeben habe, nicht von einem Mann und einer Frau. Der Polizeisprecher spricht auch an, dass die Polizei die Nachbarin nicht angetroffen hat. Diese Frau habe sich bisher auch nicht von sich aus bei den Beamten gemeldet, „so dass der Sachverhalt nicht weiter verifiziert werden konnte“. Laut den Ermittlern war außerdem kurz vor dem Vorfall ein Paketzusteller in der Martinstraße unterwegs. Dieser habe Postsendungen im Flur des Mietshauses abgelegt, sagt Jochem. Deshalb schließt der Polizeisprecher ein Missverständnis nicht aus.

Er versichert auf TV-Anfrage, dass es bisher keine weiteren Hinweise auf ähnliche Sachverhalte gebe. „Eine derartige Masche ist hier auch bisher noch nicht bekannt geworden“, sagt er. Es gebe zwar immer wieder Anrufe von falschen Polizisten (der TV berichtete mehrfach), aber, dass wirklich Menschen versuchten, unter diesem Vorwand in fremde Wohnungen einzudringen, sei nicht bekannt. Ein Blick ins TV-Archiv zeigt aber, dass es in der Region auch schon Betrug an der Haustür gab. Vor zwei Monaten ging ein angeblicher Volksbank-Mitarbeiter laut Polizei in Welschbillig von Tür zu Tür, um so Daten zu ergaunern. Jochem, der auf TV-Anfrage ein paar Tipps gibt (siehe Info), sagt: „Grundsätzlich kann gesagt werden, dass immer Vorsicht geboten ist, wenn Fremde Einlass in Wohnungen begehren.“