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Für mehr Kooperation

Klaus Jensen, zukünftiger Oberbürgermeister von Trier, war "Stargast" beim Bürger-Neujahrsempfang der SPD Konz. Nach seiner Rede zeichnete Prinzessin Elke II. ihn mit dem obligatorischen närrischen Orden ihrer Gesellschaft aus. TV-Foto: Klaus D. Jaspers
Klaus Jensen, zukünftiger Oberbürgermeister von Trier, war "Stargast" beim Bürger-Neujahrsempfang der SPD Konz. Nach seiner Rede zeichnete Prinzessin Elke II. ihn mit dem obligatorischen närrischen Orden ihrer Gesellschaft aus. TV-Foto: Klaus D. Jaspers
KONZ. (kdj) Als "Stargast" des traditionellen Bürgerempfangs hatte Alfons Maximini, Konzer SPD-Chef, Fraktionsvorsitzender und Landtagsmitglied, den künftigen Trierer Oberbürgermeister Klaus Jensen eingeladen.

So viele Bürger und ihre politischen Repräsentanten aus Konz und dem Umland waren ins Kloster Karthaus gekommen, dass der Platz kaum ausreichte."Gute Zukunft kann man nur gemeinsam erringen"

Obwohl Politik nichts oder nur sehr wenig mit Narretei zu tun hat, verriet alles überragender Federschmuck jederzeit den augenblicklichen Standort Achims I., als Prinz Karneval Repräsentant närrischen Lebens und Treibens, und den seiner Prinzessin Elke II. sowie beider liebreizender Begleitung. Obwohl Prinzessin Elke dem Gast aus Trier am Ende seiner Rede das obligatorische Küsschen und einen Orden "verpasste", hatte der sich mit ernsthaften Aufgaben der Politik in der Region Trier beschäftigt. Jensen skizzierte Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Stadt Trier und dem Umland, warb für mehr und bessere Zu-sammenarbeit zwischen dem Oberzentrum Trier und dem direkt angrenzenden Mittelzentrum Konz - eine sehr seltene Kombination - und kam "ohne Harmoniesauce" zum Ergebnis: "Wir haben viele gemeinsame Aufgaben und Probleme. Das sind nicht in erster Linie Probleme zwischen Stadt und Kreis, es sind Probleme der Region: knappe Kassen, öffentliche Armut, und daraus ergibt sich der Zwang zur Kooperation über das derzeitige Maß hinaus. So sei es wirtschaftlich unsinnig, wenn Gemeinden nebeneinander liegende, konkurrierende Gewerbegebiete einrichteten. Jensens Fazit: "Gute Zukunft kann man nur gemeinsam erringen." Die Städte und Gemeinden hätten "kein Einnahmeproblem, sondern ein strukturelles Ausgabenproblem". Eine der Vorbedingungen für bessere Kooperation sei der weitere Abbau von Ressentiments nach dem Muster "arrogante Städter" auf der einen und "Landeiern" auf der anderen Seite. Wunschträume und EU-Wirklichkeit

In den vergangenen 30 Jahren sei die Mobilität in der Stadt Trier und dem ländlichen Raum gewachsen. Auf diesem Gebiet müsse der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) weiter verbessert werden. Zu den vorgeschlagenen Kooperationen zählt auch das in dieser Region "vor"-diskutierte Modell des Gemeinschaftsbetriebs der öffentlichen Schwimmbäder in Konz, Trier, Schweich und anderenorts. So sinnvoll dies wäre, so schnell stoßen diese Innovationsgedanken an die Grenzen europäischer Bürokratie. So wird manches, was Jensen erreichen will, wohl Wunschtraum bleiben.