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Vermisstensuche
Großaufgebot sucht nach vermisstem Konzer – bisher erfolglos (Video/Fotos)

FOTO: Christian Kremer
Konz-Könen. Die Suche nach einem Vermissten aus Konz-Könen verläuft bisher erfolglos. Seit Sonntagmittag, 5. November, wird der 85-Jährige vermisst. Am Rand des Suchbereichs wurde ein 43-jähriger Saarländer tot aus der Mosel geborgen. Von Christian Kremer
Christian Kremer

Ich kümmere mich beim Trierischen Volksfreund seit 2010 um die Konzer Ausgabe. Vorher habe ich ein Volontariat in der Redaktion absolviert und in Trier Germanistik, Politik- und Medienwissenschaft studiert. Mir ist es besonders wichtig, im Dialog mit den Lesern zu sein. Wer Anregungen hat kann sich jederzeit an mich wenden.

Ein Hubschrauber kreist immer wieder über dem Waldstück zwischen dem Konzer Stadtteil Könen und Tawern. Mit einer Wärmebildkamera suchen die Piloten nach einem 85-Jährigen aus Konz-Könen. Der Rentner ist am Sonntagmittag gegen 13.20 Uhr aus seinem Haus in der Nähe des Segelflugplatzes in Könen zu einem Spaziergang aufgebrochen und seitdem nicht mehr gesehen worden.

Karl-Peter Jochem, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Trier, sagt am Montag vor Ort in der provisorischen Einsatzzentrale im Könener Bürgerhaus, dass die Familie des Mannes ihn am späten Sonntagnachmittag als vermisst gemeldet habe. "Danach haben wir Krankenhäuser, Rettungsdienste und Taxis abtelefoniert", sagt er dem TV. Dann sei die große Suchaktion mit teilweise mehr als 100 Helfern eingeleitet worden. Wie die anderen Einsatzkräfte ist Jochem sehr besorgt, weil die Temperaturen nachts dem Gefrierpunkt nahekommen und eine Unterkühlung droht.

Sonntagnacht suchen die Helfer bis 2.30 Uhr nach dem Vermissten. Der Hubschrauber kreist immer wieder über dem Wald. Danach bekommen die Helfer ein wenig Schlaf, bis sie die Arbeit am frühen Montagmorgen wieder aufnehmen - zunächst mit einer tragischen Nachricht: Während sich die Einsatzkräfte auf einen weiteren langen Suchttag vorbereiten, geht bei der Polizei die Meldung vom Fund einer Wasserleiche in der Mosel zwischen Könen und Wasserliesch ein. Schon kurz nachdem die Feuerwehr den Toten geborgen hat, ist aber klar, dass es sich nicht um den gesuchten Rentner, sondern um einen 43-jährigen Saarländer handelt. Die Polizei vermute, dass es sich um einen Suizid handele, sagt Polizeisprecher Jochem auf TV-Anfrage. Für die Helfer am Könener Sportplatz bedeutet das, dass die Suche weitergehen kann.

Unter anderem sind acht speziell ausgebildete Hunde rings um Könen unterwegs. Einer von ihnen ist Nando von der Rettungshundestaffel Zerf. Katia Stockhausen-von Hoyer ist Nandos Hundeführerin. Sie pustet Seifenblasen in die Luft, um die Windrichtung zu bestimmen. Denn Wind erschwert die Suche. Trotzdem soll Nando eine Spur aufnehmen. Er kehrt aber wenig später erfolglos zurück. Stockhausen-von Hoyer startet einen neuen Versuch. "Es gibt immer Hoffnung", sagt sie und geht weiter.

Anders als die Hundeführerin setzen die Feuerwehrleute Michael Mai und Sebastian Merten bei der Suche moderne Technik ein: Sie stehen mit einem Tabletcomputer samt Fernsteuerung am Segelflugplatz. Etwa 100 Meter weiter surrt eine Drohne über das Gelände. Das Surren der vier Propeller wird lauter. Die Drohne kommt näher und landet. Die Feuerwehrleute müssen die Kamera überprüfen. Das Fluggerät sei zum ersten Mal bei einer Personensuche im Einsatz, erläutert Merten.
Der Kreis habe die Drohne eigentlich für Großeinsätze angeschafft, damit sich die Feuerwehrleute zum Beispiel bei größeren Bränden oder Massenkarambolagen einen Überblick über die Situation verschaffen können. Jeder Einsatzleiter im Kreis Trier-Saarburg kann die Drohne anfordern. Bisher sei sie nur einmal genutzt worden, sagt Merten: Anfang Juli bei einem Gefahrgutunfall auf der A 64 zwischen Trier und Luxemburg ("Giftalarm auf der Autobahn", TV vom 7. Juli). Künftig werde an der Drohne wohl noch eine Wärmebildkamera nachgerüstet, sagt Merten.

Weder die Hunde noch die Drohne oder der Helikopter der Polizei sind jedoch bisher erfolgreich. Der Vermisste bleibt bis zum Abend verschwunden. Polizeisprecher Jochem erklärt am späten Nachmittag: "Es gibt noch gar keine Hinweise, wo der Mann sein könnte." Die Helfer suchen noch bis 17 Uhr weiter. Dann wird es zu dunkel.

Auf Anfrage bei der Polizeiinspektion Saarburg, erklärt der stellvertretende Dienststellenleiter Harald Lahr, dass die Polizei weiterhin nach dem Mann suche und Hinweise entgegennehmen. Der Sondereinsatz mit den vielen Helfern sei jedoch beendet, wenn auch ohne das gewünschte Ergebnis. Er bedanke sich vor allem bei den vielen ehrenamtlichen Helfern, sagt Lahr. Nun seien die regulären Kräfte gefragt und auch die Bürger, die weiter Hinweise geben könnten.

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