| 21:00 Uhr

Häuslebauer sind hier heimisch

In zahlreichen Gemeinden der Verbandsgemeinde Konz sind die Bauplätze beliebt – wie hier im Baugebiet "In der Acht" in Tawern. Foto: Monika Kewes
In zahlreichen Gemeinden der Verbandsgemeinde Konz sind die Bauplätze beliebt – wie hier im Baugebiet "In der Acht" in Tawern. Foto: Monika Kewes
KONZ. In der Verbandsgemeinde (VG) Konz stehen Bagger und Betonmischer kaum still, denn in zahlreichen Gemeinden ist Bauland äußerst beliebt. "Aufgrund der gestiegenen Nachfrage gibt es eine üppige Entwicklung", sagt Erwin Gotto vom Bauamt der VG-Verwaltung. ARRAY(0x1e373238)

Wer sich in der Verbandsgemeinde Konz genauer umschaut, wird feststellen, dass in vielen Gemeinden fleißig gebaut wird. Betonmischer, Bagger und Baugerüste prägen das Bild in zahlreichen Orten. Während sich andernorts Bürgermeister überlegen müssen, wie sie die Zahl der Einwohner aufrecht erhalten können, ist die Entwicklung der Einwohnerzahlen rund um Konz positiv. Für die Gemeinden ist die Bebauungsplanung deshalb besonders wichtig. Insgesamt sollen bis 2008 in der Verbandsgemeinde rund 1070 Bauplätze ausgewiesen werden, von denen heute bereits etwa 300 bebaut werden oder verkauft sind. "Aufgrund der gestiegenen Nachfrage gibt es eine üppige Entwicklung", sagt Erwin Gotto vom Bauamt der VG. In einigen Gemeinden haben die Käufer für die Parzellen nicht lange auf sich warten lassen: In Tawern seien 70 von 88 Baustellen im Baugebiet "In der Acht" "ruckzuck" weg gewesen, und in Nittel habe es bei der Erweiterung des Baugebiets "Oberberg" nur rund drei Monate gedauert, bis 60 Grundstücke verkauft worden seien, berichtet Gotto. Die Grenznähe zu Luxemburg sei ein wichtiger Faktor für diese Entwicklung, erklärt er. Die Bodenpreise in Luxemburg sind nach Auskunft von Sabine Lichtenthal-Lauer, Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Trier-Saarburg, "durchschnittlich vier mal so hoch wie in unserer Region" (der TV berichtete). Deshalb zieht es immer mehr Luxemburger in die grenznahen Gemeinden in Deutschland. Während rund vier Prozent aller etwa 3500 Immobilienkäufe von Luxemburgern getätigt wurden, hat sich der Anteil im Jahr 2005 auf etwa acht Prozent von insgesamt rund 4000 Kaufverträgen verdoppelt. Nach den Untersuchungen des Gutachterausschusses gibt es einen rund zehn Kilometer breiten Streifen entlang Mosel, Obermosel und Sauer, der besonders attraktiv für die Häuslebauer ist. Laut dieser Untersuchung wachsen in jüngster Zeit außerdem die Ausläufer dieses "Speckstreifens". Das Konzer Tälchen oder Tawern werden für die Pendler beispielsweise immer interessanter. Diese Entwicklung wirke sich auch auf die Infrastruktur der Gemeinden aus, sagt Gotto. In der Tawerner Grundschule werde man beispielsweise ab dem kommenden Jahr Nachmittagsbetreuung anbieten. In einigen Dörfern - wie Kanzem oder Oberbillig - habe es einen regelrechten Nachholbedarf in Sachen Bauland gegeben. Durch neue Bebauungspläne habe man einer Überalterung inzwischen vorgebeugt, so Gotto. Neben Nittel, wo es in den Baugebieten "Oberberg - Erweiterung" (Bebauung seit 2004), "In der Weist/Auf dem Wiesengraben" (Bebauung für 2007/2008 geplant) und "Auf der Kalkkaul" (Bebauung ab diesem Jahr) rund 160 Bauplätze gibt, liegt Tawern mit ebenfalls drei Baugebieten in der Verbandsgemeinde weit vorne bei der Zahl der Baustellen. Dort stehen "Unter'm Wawernerweg" (Bebauung ab 2007 geplant), "In der Acht" (seit 2004 erschlossen) und "Wenigwies" in Fellerich (Bebauung voraussichtlich ab 2008) rund 158 Bauplätze zur Verfügung. Zahlenmäßig ganz vorne liegt die Stadt Konz mit ihren Stadtteilen - dort stehen in den kommenden Jahren vermutlich 320 Bauplätze bereit, die zum Teil bereits bebaut werden. Überwiegend weisen die Kommunen nach Aussage Gottos die Baugebiete aus, doch beispielsweise in Wellen haben sich bei vier geplanten Baugebieten gleich drei Privatinvestoren an die Arbeit gemacht. Anlass zur Sorge, die Altbauten könnten eines Tages wegen der Neubaugebiete leer bleiben, gebe es derzeit nicht, sagt Erwin Gotto. Auch die ältere Bausubstanz werde verkauft, ebenfalls oft an Luxemburger, erklärt er: "Im Augenblick profitiert die Region von der Nähe zu Luxemburg."