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Zeitgeschehen
Zerstörungswut vorm Bunkerfest

Sascha Berweiler vom Westwallbunker Museum „Villa Gartenlaube“ in Konz zeigt eines der Plakate, die von Unbekannten zerstört worden sind.
Sascha Berweiler vom Westwallbunker Museum „Villa Gartenlaube“ in Konz zeigt eines der Plakate, die von Unbekannten zerstört worden sind. FOTO: Matthias Willems
Konz. Das Konzer Westwallmuseum „Villa Gartenlaube“ feiert am 12. und 13. Mai sein dreijähriges Bestehen. Die Vorfreude ist getrübt, nachdem Unbekannte die Plakate des Museums abgerissen und zerstört haben. Von Matthias Willems

Seit rund acht Monaten stecken Sascha Berweiler und sein Team von der „Villa Gartenlaube“ in den Vorarbeiten für das Bunkerfest des Konzer Westwallmuseums, mit dem am Samstag und Sonntag, 12. und 13. Mai, auch der dritte Geburtstag der „Villa Gartenlaube“ gefeiert werden soll. Doch die Vorfreude ist getrübt: Unbekannte haben einen Großteil der Plakate, die für das Fest werben, einfach von ihrem Platz entfernt oder zerstört.

„Als ich am Donnerstagabend von der Arbeit kam, hingen die Plakate noch. Am Freitagmorgen waren dann alle weg“, erzählt Berweiler.

Eine Vermutung, wer hinter der Zerstörung stecken könnte, hat er nicht. Schlimmer als der materielle Schaden sei aber der zeitliche Aufwand, die Plakate zu ersetzen. „Man muss abends nach der Arbeit rundfahren, neue Plakate aufhängen und die zerstörten Holzplatten ersetzen, auf denen sie befestigt waren. Die Trümmer können ja auch für den Straßenverkehr und für Tiere gefährlich werden“, ärgert sich Berweiler.

Doch es gibt auch eine positive Nachricht. Als er in seiner Facebookgruppe „Konz an Saar und Mosel“ und auf der Seite „Du bist Konzer, wenn...“ von der Zerstörung berichtete, meldeten sich zahlreiche Konzer Geschäftsleute und Privatpersonen, die sich bereiterklärten, Plakate aufzuhängen. „Ein großes Danke­schön an die Konzer. Mit so einer positiven Resonanz habe ich nicht gerechnet“, freut sich Berweiler.

Für das diesjährige Motto des Bunkerfestes (siehe Extra) habe man sich ganz bewusst entschieden, um in Zeiten des aufkommenden Nationalismus und politischer Unsicherheit den Menschen zu zeigen, wohin dieser Weg führen kann. „Wir wollen die Erinnerung an die Geschichte so lange wie möglich am Leben erhalten“, beschreibt Berweiler das Ziel seines Museumsprojekts.