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Kunst
Konzer Kreisel-Künstler stellt in Karthaus aus

Die Skulptur ?Explosiv? mit Künstler: Harald Pompl zeigt einen Querschnitt seiner Werke von 1992 bis heute. 
Foto: Herbert Thormeyer
Die Skulptur ?Explosiv? mit Künstler: Harald Pompl zeigt einen Querschnitt seiner Werke von 1992 bis heute. Foto: Herbert Thormeyer FOTO: Herbert Thormeyer
KONZ-KARTHAUS. Harald Pompl zeigt bis 3. Juni seine Werke in der Galerie im Kloster. Er macht aus Polyesterharz Kunst und stellt sich mit ganz eigenen Mitteln gegen die Wegwerfgesellschaft. Von Herbert Thormeyer

Selbst wem der Name Harald Pompl nichts sagt, der kennt in Konz trotzdem seine Werke: Sie zieren vier Konzer Kreisverkehre. Tausende Augen schauen täglich darauf. Der 65-Jährige aus der Nähe von Nürnberg ist jetzt mit etwas kleineren Werken in die Galerie Kloster Karthaus zurückgekehrt. Hier zeigt er bis zum 3. Juni, wie meisterhaft er den Werkstoff Polyesterharz beherrscht.

„Spektrum“ nennt er seine Ausstellung mit 19 Objekten, die sein Schaffen seit 1992 repräsentieren. „Es ist das Jahr, in dem ich Polyesterharz als Werkstoff für meine Kunst entdeckt habe“, erklärt er die Jahreszahl. Zwischen dem farblosen Kunststoff und der fertigen Kunst steckt jedoch viel Arbeit.

„Das ist alles mit farbigen Pigmenten durchgefärbt, nicht etwa lackiert“, erklärt Pompl ein wesentliches Merkmal seiner Arbeiten, für die er das Material zunächst ausgießen, schneiden, sägen und wieder neu zusammensetzen muss. „Am Anfang habe ich ein Dreivierteljahr experimentiert, um herauszubekommen, welche Techniken ich mit diesem Stoff umsetzen kann“, verrät er dem TV. Er werfe grundsätzlich nichts weg, denn selbst ein scheinbar misslungener Scherbenhaufen kann in einem neuen Werk wieder als Kunst erstrahlen.

Doch wie wird aus Plastik ein Kunstwerk? Das Schaffen beginnt mit einer Vorstellung vor dem geistigen Auge. Diese wird mit einer Zeichnung festgehalten, aber: „Spontan geht mit diesem Kunststoff nichts.“ Denn er arbeite nicht nur mit dem Material, sondern das Material auch mit ihm.

Deshalb hat Pompl meist mehrere Objekte in Bearbeitung. Der Zufall spielt dabei immer eine große Rolle.

Bürgermeister Joachim Weber zählt die große Kunst auf, die das Gesicht von Konz prägt: „Auf den Kreiseln steht die blaue Säule, der rote Reifen, oft auch Donutkreisel genannt, der Kreisel auf dem Kreisel und der Würfel sind das tägliche Erlebnis der Pompl-Kunst.“

Der ehemalige Bürgermeister Winfried Manns erklärt den künstlerischen Lebensweg des 65-Jährigen: „Alles begann mit Steinskulpturen für den St. Wendeler Skulpturenweg. Weiter arbeitete er mit Granit, Bronze, Holz und Glas, bis er auf sein heutiges Material stieß.“ Pompls Arbeiten haben eine malerische Anmutung, und man sieht den Bildhauer. Das liege jeweils im Auge des Betrachters. Manns weist darauf hin: „Zwei Kreisel sind noch frei, die Kunst verdient hätten, der neue auf der Umgehungsstraße nach Konz und der vor Wasserliesch.“

Öffnungszeiten der Galerie sind donnerstags und freitags von 17 bis 20 Uhr, samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.