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Kunst
Ansichten eines Trierer Künstlers

Harald Reiter vor seinem knapp 4 Meter breiten Gemälde "Atlantis". In früheren Jahren, in denen er viel und weltweit unterwegs war, besuchte er jährlich die Twin Towers des World Trade Centers in New York. Die dramatische Zerstörung am 11. September 2001 hat ihn entsetzt. Reiter erinnerte sich an die Sage der versunkenen Insel Atlantis und malte ein Bild wo Manhattan, als versunkene Welt der Gegenwart auf dem Grund des Meeres, in einem riesigen Aquarium weiterbesteht.
Harald Reiter vor seinem knapp 4 Meter breiten Gemälde "Atlantis". In früheren Jahren, in denen er viel und weltweit unterwegs war, besuchte er jährlich die Twin Towers des World Trade Centers in New York. Die dramatische Zerstörung am 11. September 2001 hat ihn entsetzt. Reiter erinnerte sich an die Sage der versunkenen Insel Atlantis und malte ein Bild wo Manhattan, als versunkene Welt der Gegenwart auf dem Grund des Meeres, in einem riesigen Aquarium weiterbesteht. FOTO: Matthias Willems
Trier/Konz. Seit Ende August ist in Trier die Ausstellung von Harald Reiter zu sehen. Nun haben Konzer Schüler an einer Führung teilgenommen.

(mwi) Mehr als 50 zum Teil großformatige Gemälde, dazu Plastiken und Bronzeskulpturen, sind in den Fluren der Deutschen Richterakademie zu sehen. Auch wenn Harald Reiter schon lange in Bayern lebt, hat er den Bezug zu seiner Heimatstadt Trier nie verloren. So gibt es auch ein Bild der Porta Nigra oder ein Stadtpanorama, auf dem auch der Trierer Dom zu erkennen ist. „Ich wollte immer in meiner Heimatstadt eine umfangreiche Ausstellung machen. Hier in Trier sind die Möglichkeiten aber beschränkt. Deshalb bin ich froh und dankbar, hier in den großen und hellen Räumlichkeiten der Richterakademie ausstellen zu dürfen“.

Im Werk von Harald Reiter wechseln sich Landschaften, Stillleben und Themenmotive mit unterschiedlichem Duktus ab. Er erzählt von den Dingen dieser Welt, ohne sie erklären zu wollen. Seine neueren Werke zeigen die von ihm entwickelte Bildsprache „Kaleidoskopismus“, bei denen die Bilder wie in einem Kaleidoskop, prismenhaft die Darstellung von Landschaften, Stillleben und Themen der unterschiedlichsten Art zergliedert werden. Nun hatten Schüler mit dem Wahlpflichtfach Kunst der Realschule plus in Konz, begleitet von Schulleiter Martin Lautwein und Kunstlehrerin Mirjam Beickler, die Gelegenheit, den Künstler persönlich kennenzulernen. Während einer Führung erzählt Reiter von seiner Arbeitsweise und woher seine Inspiration kommt. So gibt es ein Kunstwerk mit dem Titel „Der Traum der weißen Pferde“, das durch Franz Marcs Werk „Der Turm der blauen Pferde“ inspiriert ist. „Ich verehre Franz Marc sehr“, erzählt Reiter, der früher weltweit Ausstellungsbeteiligungen für die Bundesrepublik organisiert hat.
Einen besonderen Bezug hat der Künstler auch zur Realschule in Konz, an der er seine Mittlere Reife erlangt hat. Damals erkannten seine Lehrer, vor allem der ehemalige Rektor Michael Scherer, sein frühes Talent und förderten ihn. 1993 schuf Harald Reiter in dankbarer Erinnerung eine Bronzebüste Scherers, die heute in der Aula der Realschule plus steht. Auch den heutigen Schülern hat es gefallen.

„Es ist interessant zu hören, was ein Künstler zu seinen eigenen Bildern zu sagen hat“, findet der 17jährige Matthias Pollert. „Der Rundgang war für die Schüler sehr lehrreich. Ich fand es gut, dass Herr Reiter auch Dinge wie Farbenlehre und Perspektive angesprochen hat“, sagt Kunstlehrerin Mirjam Beickler. Und das Bild von der Porta Nigra hat Harald Reiter seiner ehemaligen Schule geschenkt.