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Konzert
Dicke Brummer in Uniform

Musiker hautnah: Wie andere Kollegen läuft Trompeter Helmut Martini auch durch die Reihen der Kinder.
Musiker hautnah: Wie andere Kollegen läuft Trompeter Helmut Martini auch durch die Reihen der Kinder. FOTO: Herbert Thormeyer
WASSERLIESCH . Das Landespolizeiorchester spielt für Wasserliescher Grundschüler, heute folgt ein Benefizkonzert für Erwachsene. Von Herbert Thormeyer

Wer „dicke Brummer“ hört, denkt vielleicht zuerst am Hummeln oder Lastwagen. Nein, diese dicken Brummer des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz machen Musik. In einem Konzert, das „Der Streik der dicken Brummer“ heißt, wurden gestern Grundschülern aus Wasserliesch, Tawern und Könen auf die denkbar lustigste Art die Instrumente vorgestellt.

Wie kommt man als Grundschule an solch ein renommiertes Orchester? „Das war die Idee meiner Kollegin Christine Rommelfanger“, freut sich Schulleiterin Adelheid Löwenbrück. „Ich habe das Orchester an meiner früheren Schule in Wittlich schon mal erlebt und hatte noch die Kontaktdaten“, erzählt die Initiatorin. 300 Schüler müssen zusammenkommen, damit ein solches Gastspiel der 40 Musiker möglich wird.

Der Streik der dicken Brummer ist keine Komposition. Vielmehr wird die Erklärung von Instrumenten in eine nette Geschichte gepackt. „Das haben wir uns gemeinsam erarbeitet“, verrät Dirigent Christian Küchenmeister. Die tief spielenden Instrumente seien doch besonders interessant. „Gebrummt“ wurde unter anderem auf der Tuba, dem E-Bass, den Fagott oder dem Bariton-Saxofon. Besonders originell ist die Stimme aus der Trommel, die dicke Berta heißt. Da erscheint das Gesicht von Lukas Dillmann, der sich über eine Diskriminierung dieses Instrumentes beschwert.

Es geht locker und fröhlich zu. „Die Kinder sollen auch die Scheu vor der Polizei verlieren“ wünscht sich Dirigent Küchenmeister. Natürlich wurde ein solches Gastspiel gründlich im Unterricht vorbereitet. „Wir haben im Musikunterricht alle Instrumente durchgenommen, die darin vertreten sind“, sagt Schulleiterin Löwenbrück.

Immer wieder stellen sich neue Instrumentengruppen vor dem Orchester auf, spielen was vor, erklären, warum das so klingt, und warum etwa ein Schlagzeug wichtig ist, damit das richtige Tempo im Stück eingehalten wird. Solisten laufen durchs junge Publikum, die Kinder klatschen mit, werden in den Ablauf mit eingebunden, indem sie Schilder hochhalten, auf denen steht, welches Instrument gerade spielt.

Moderatorin Karen Schreckegast-Humm erklärt den Kindern, warum man mit Instrumenten zaubern kann, etwa wenn mit vollem Orchestereinsatz in der Fantasie die Elefantenherde aus dem Dschungelbuch in die Wasserlie­scher Mehrzweckhalle einmarschiert oder nach dem Titel „We will rock you“ von Queen die dicke Trommel fordert: „Lass mal richtig Dampf ab.“

Kinder wie hier Ronja Helfmann zeigten auf großen Schildern, welche Instrumente gerade gespielt werden.
Kinder wie hier Ronja Helfmann zeigten auf großen Schildern, welche Instrumente gerade gespielt werden. FOTO: Herbert Thormeyer