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Kunst, Kultur, Kommunikation

Mit dieser Skulptur hat der Kulturverein „Alte Schule“ dem Ort Kanzem ein dauerhaftes Geschenk gemacht. TV-Foto: Jürgen Boie
Mit dieser Skulptur hat der Kulturverein „Alte Schule“ dem Ort Kanzem ein dauerhaftes Geschenk gemacht. TV-Foto: Jürgen Boie
Der Kulturverein "Alte Schule" in Kanzem feiert in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen. Mit den anspruchsvollen Musik- und Kleinkunstaufführungen ist der Verein zu einem festen und unverzichtbaren Bestandteil des Kanzemer Dorflebens geworden.

Kanzem. (jbo) Angefangen hat alles 1997. Ortsbürgermeister Günter Frentzen hatte die Idee, in Kanzem im Zuge der Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" einen Verein aufzubauen, der sich intensiv um ein abwechslungsreiches Kulturleben kümmert.Lyrik, Kleinkunst, Clownerie

Noch im Gründungsjahr veranstaltete der Kulturverein einen Winzer- und Handwerkermarkt, präsentierte Jazz- und Operettenmusik, organisierte eine Kunstausstellung, ein Kabarett und ein "artistisches Theater".Ein derartiges Mammutprogramm konnte der kleine Kreis aktiver Vereinsmitglieder nicht über Jahre aufrechterhalten. So zog sich das engagierte Bürgermeisterehepaar Frentzen aus der unmittelbaren Verantwortung zurück, organisierte aber weiterhin gemeinsam mit der Kreisvolkshochschule kulturelle Angebote. Der Verein "Alte Schule" beschränkte sich ab 2001 auf drei "K": Kunst, Kultur und Kommunikation.Heute steht der Verein mit 50 aktiven Mitgliedern für ein ambitioniertes Kulturprogramm mit hochkarätigen Musikveranstaltungen, Lyrik, Kleinkunst und Clownerie. Workshops und Angebote für Kinder runden das Angebot ab. Neu sind kleine Kultur-Reisen, die offen sind für alle interessierten Bürger.Roland Augustin,Vorsitzender des Vereins, betont die besondere Verankerung im Dorf: "Wir führen unsere Veranstaltungen ganz bewusst im Kanzemer Bürgerhaus ,Alte Schule' auf. Es ist uns wichtig, dass wir diese kulturellen Erlebnisse direkt bei uns haben und nicht nach Trier, Saarburg oder Konz fahren müssen." In die gleiche Kerbe schlägt die zweite Vorsitzende, Hiltrud Kirchner-Plum. "Wir sind der Verein, der dazu beiträgt, dass sich Neubürger schnell heimisch fühlen", macht sie deutlich. Das Kulturleben in Kanzem erschöpfe sich nicht im Organisieren von Veranstaltungen. "Der Kulturverein arbeitet auch eng mit den Winzern im Ort zusammen", erklärt Vorsitzender Augustin. Jeweils ein Kanzemer Weingut präsentiert bei den Veranstaltungen seine Weine und übernimmt dafür den Ausschank der Getränke. "Das reduziert den Arbeitsaufwand für uns, und wir können unsere Veranstaltungen selbst besser genießen", ergänzt Kirchner-Plum.Nicht immer sei in der Vergangenheit alles problemlos verlaufen. Hiltrud Kirchner-Plum erinnert sich, wie der Verein eine Krise durchmachte, kurz bevor man sich entschloss, dem Ort und seinem weithin bekannten Friedhof eine Skulptur zu stiften. "Aber die Arbeit rund um die Skulptur war ein starker Kraftspender zum Weitermachen", blickt Kirchner-Plum zurück. Lieber Qualität als Quantität

Heute nehme man sich Zeit für die sorgfältige Vorbereitung der Veranstaltungen. Und auch in Zukunft will man eher auf Qualität als auf Quantität bei den Programmen setzen. "Die künstlerische Ausrichtung wird in der Regel vom jeweiligen Vorstand bestimmt", erläutert Augustin, wie es zur Programmauswahl kommt. Die Vereinsmitglieder sind damit einverstanden, und wer nur zu den Veranstaltungen geht, bekommt für 30 Euro Jahresbeitrag deutlich verbilligte Eintrittskarten.