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Lachen, lernen, musizieren

„Massage für die Seele“: Gauri Shankar Gupta (Mitte) zeigt Gudrun und Manfred Rath die Wirkung yogischen Lachens. TV- Foto: Herbert Thormeyer
„Massage für die Seele“: Gauri Shankar Gupta (Mitte) zeigt Gudrun und Manfred Rath die Wirkung yogischen Lachens. TV- Foto: Herbert Thormeyer
Konz. Längst sind die Zeiten vorbei, als bei einer Volkshochschule (VHS) Kurse belegt wurden, nur um bei Bewerbungen bessere Chancen zu haben. Die Vielseitigkeit des Lernens zeigt sich mittlerweile gerade in der Erwachsenenbildung. Sechs Jahrzehnte lang ist die VHS Konz mit der Zeit gegangen - das hat sie beim Geburtstagsfest bewiesen. Herbert Thormeyer

Konz. "Lachen ist Massage für die Seele", sagt Gauri Shankar Gupta und beginnt lauthals, seiner Lebensfreude Ausdruck zu verleihen. Der 70- jährige gebürtige Inder ist Lachyoga- Trainer an der Volkshochschule Konz, und stellt gerade einen neuen Kurs zusammen (Telefon 06501/4827; E-Mail: gupta@t-online.de).
Es ist eines der Angebote, mit denen diese Einrichtung der Erwachsenenbildung in den letzten 60 Jahren groß wurde. Bei der Geburtstagsfeier wurde nicht nur viel gelacht, sondern auch musiziert und informiert.
In ihrer Begrüßung hob VHS- Leiterin Maria Dumrese etwas hervor, worauf sie besonders stolz ist: "Wir leben die Integration mit Behinderten." Ganz selbstverständlich sind die Betreuten der Lebenshilfe Teil des Festes, und sie engagieren sich im Service und beim Zubereiten von Speisen. Für die langjährige Zusammenarbeit dankte der Vorsitzende der Lebenshilfe, Walfried Heinz, und gratulierte der VHS zum runden Geburtstag.
Die Volkshochschule ist eine Einrichtung des Kreises. Im Namen von Landrat Günther Schartz erinnerte Kreisbeigeordneter Dieter Schmitt an die Vielfalt des Angebots, das sich aus kleinsten Anfängen entwickelte: "Inzwischen werden 29 000 Stunden Unterricht im Jahr angeboten." Was Spaß mache, bringe Erfolg, denn Leistung sei nur durch Freude zu mobilisieren, weiß Schmitt.
Und diese Freude vermittelte in ganz besonderer Form Franz- Joseph Euteneuer. In seinem kabarettistischen Vortrag erklärte der Leiter des generationenübergreifenden Begegnungsforums Haus Franziskus in Trier, warum Bildung eine Liebesaffäre mit Folgen ist. "Bildung ist das, was bleibt, wenn man das Gelernte vergessen hat", zitiert er Georg Kerschensteiner, einen Reformpädagogen, der von 1874 bis 1932 lebte. Die VHS ermögliche Ecken und Kanten der Kursbesucher, deren Geist dabei jedoch immer "runder" geformt wird.
Viel zu entdecken


Bürgermeister Karl-Heinz Frieden lobte, wie die VHS mit der Zeit geht: "Vor 60 Jahren traf man sich zu den Kursen noch in Gaststätten." Heute sei die Einrichtung besonders für den ländlichen Raum wichtig. Musik, chinesische Entspannungstechniken, die Welt der Computer und ihre Gefahren, Fremdsprachen, Kunst, zum Beispiel der Bau von Weihnachtskrippen, beim Rundgang gab es viel zu entdecken.
"Immer wichtiger wird Lebenslanges Lernen", weiß Gruppensprecher Günter Frentzen. 2008 aus der Bundesinitiative Aktiv im Alter entstanden, wollen Menschen ihr Wissen aktiv weitergeben und sich selbst weiter fortbilden. Es ist ein selbstständiger Teil der VHS geworden.
Über allem steht der Spaß am Lernen - und das Lachen des Inders hallt im Bewusstsein lange nach.