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Kommunalpolitik
Das neue Wellen mit Supermarkt und Wohnungen rückt näher

An dieser Stelle soll der Wellener Ortseingang komplett umgestaltet werden.
An dieser Stelle soll der Wellener Ortseingang komplett umgestaltet werden. FOTO: Jürgen Boie
Wellen. Der Ortsgemeinderat diskutierte über einen Bebauungsplan mit weitreichenden Folgen für die Zukunft. Wo liegen die Knackpunkte des Plans?

Der Ortsgemeinderat Wellen hat das Tempo angezogen, um den nördlichen Ortseingang des Dorfes zwischen der Moselbrücke und dem Firmengelände der Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke (TKDZ) neu zu gestalten. Kern des Projekts, das im Ort unter dem Namen „Das neue Wellen“ geführt wird, ist die Ansiedlung eines Supermarkts. Hinzu kommt Wohnbebauung.

In der Ortsgemeinderatssitzung  wurden die Stellungnahmen von der Kreisverwaltung, der Verbandsgemeindeverwaltung, der Deutschen Bahn und diverser anderer Organisationen zum Baugebiet besprochen. Dies geschieht im Rahmen der sogenannten „frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“. Das Ziel dieses Verfahrens: mögliche Knackpunkte schon im Vorfeld zu finden, um teure Fehler im Planungsprozess zu vermeiden. Ein Beispiel: Sollten für eine Bebauung vorgesehene Bereiche als hochwassergefährdete Zonen ausgewiesen werden, muss das im Bebauungsplan berücksichtigt werden, damit zukünftige Haftungs- und Entschädigungsfragen nicht zu Streitfällen werden.

Der Ortsgemeinderat kam bei der Besprechung der insgesamt 26 Stellungnahmen zügig voran. In der Regel – das war die einhellige Meinung im Rat – gibt es keine unlösbaren Probleme. Aber zu berücksichtigen seien die Belange der Bahn, der VG-Werke wegen Wasser- und Kanalanschlüssen, des Stromversorgers Westnetz, des Denkmalschutzes und des Naturschutzes. Bekanntermaßen sind die Kalkfelsen in und um Wellen  bei Fledermäusen beliebte Standorte.

Die jeweiligen Stellungnahmen, in denen in der Regel kein grundsätzlicher Widerspruch zu den bisher vorgelegten Planungen geäußert wurde, beschränkten sich auf Anmerkungen wie, dass die Sicherheit des Bahnbetriebs jederzeit sichergestellt sein muss. Oder, dass die Bebauung so zu planen ist, dass keine Gebäude über Wasserversorgungsleitungen oder Stromkabeln stehen.

Der geplanten Verlegung der Josef-Schnuch-Straße an die Bahngleise heran, steht bei entsprechender Berücksichtigung der Vorgaben also nichts im Wege. Denn nur so entsteht der nötige Raum rund um den „Kastanienplatz“, der für den Supermarkt und die achtzig geplanten Parkplätze benötigt wird.

Die nächsten Schritte sehen jetzt vor, dass die Stellungnahmen der Behörden und Versorgungsunternehmen in die aktuelle Planung eingearbeitet werden. Wenn das geschehen ist, kann der Rat schon im Februar 2018 die Offenlegung des Bebauungsplans „Das neue Wellen“ beschließen. Danach wäre die Allgemeinheit dran, um sich mit dem Projekt zu beschäftigen.

Für das Jahr 2018 nannte Ortsbürgermeister Hans Dostert als weitere Schwerpunkte der Gemeindearbeit die Neugestaltung des Straßenanschlusses der Josef-Schnuch-Straße an den Brückenkopf zur Moselbrücke und die Umgestaltung des Bürgerhauses.