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Treibstoffreserven
Minister stellt sich gegen Tanklagerausbau in Mertert (Update)

Mertert/Konz. Um den geplanten Ausbau des Merterter Tanklagers ist es in den vergangenen Monaten still geworden. Jetzt melden mehrere luxemburgische Medien, dass die Pläne vom Tisch sind. Dabei berufen sie sich auf Aussagen des luxemburgischen Arbeitsministers bei einer Parteiveranstaltung.
Christian Kremer

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Ist der geplante Ausbau des Merterter Tanklagers wirklich vom Tisch? Herbert Schneider, Ortsbürgermeister von Temmels, glaubt noch nicht so richtig daran, obwohl sich der luxemburgische Arbeitsminister Nicolas Schmit bei einer Veranstaltung der luxemburgischen Sozialdemokraten (LSAP) eindeutig geäußert hat: „Ich bin der Meinung, dass es aus Sicherheitsgründen nicht zu vertreten ist, dass an diesem Standort noch weitere Erdölbehälter aufgebaut werden dürfen, weil das Areal zwischen zwei größeren Ortschaften liegt“, wird er im Luxemburger Wort zitiert. Im Gespräch mit volksfreund.de bestätigt der Minister die Aussagen und sagt: „Ich bin gegen diesen Ausbau.“ Zum Ausbau der nationalen Ölreserven, die in der Vergangenheit immer als Grund für die Erweiterung angeführt worden sind, sagt er: „Die Reserven müssen nicht in Luxemburg sein. Die können genauso in Deutschland oder Antwerpen gelagert werden.“

Ortschef Schneider verweist trotz der klaren Aussagen auf die im Oktober anstehenden Wahlen in Luxemburg: „Wenn es keine Wahlkampffinte ist, wäre das super.“ Er werde aber erst daran glauben, wenn ihm die Aussagen schriftlich vorlägen. Die Anwälte der Ortsgemeinde Temmels und der Gemeinde Grevenmacher hätten entsprechende Dokumente beim Wirtschafts- und beim Arbeitsministerium in Luxemburg angefordert.

Laut Minister Schmit können die Ministerien der Forderung der Gemeinden nicht nachkommen. Die Firma Tanklux habe schließlich noch gar keine Unterlagen bei den zuständigen Ministerien eingereicht, um den Ausbau zu beantragen. Und ohne Unterlagen gebe es kein Genehmigungsverfahren und auch keine schriftlichen Zusagen an die Gemeinden.

Léon Gloden, Bürgermeister der Gemeinde Grevenmacher und ebenfalls Tanklagergegner der ersten Stunde, äußert sich auf Facebook trotzdem optimistischer als der Temmelser Ortschef Schneider: „Auch wenn die Prozedur noch nicht abgeschlossen ist, ist dies eine klare Aussage gegen die Erweiterung der Tanks“, schreibt er auf Facebook. Die gemeinsamen Anstrengungen und Initiativen gegen die Erweiterung hätten sich gelohnt.

Auch die frischgebackene Bundesjustizministerin der SPD, Katarina Barley aus Schweich meldet sich in Sachen Tanklagerausbau zu Wort: „Der andauernde Druck gegenüber der Firma Tanklux und die vielen Gespräche mit dem Bundesumweltministerium und der Landesregierung haben sich im vergangenen Jahr gelohnt.“ Das sei auch ein Erfolg der Gemeinden Temmels, Grevenmacher, Konz und Mertert. „Das große Engagement aller Beteiligten hat sich ausgezahlt, und ich bin froh, dazu beigetragen zu haben“, sagt sie.

Die Firma Tanklux hat sich auf TV-Anfrage bisher noch nicht zu den Aussagen des Ministers geäußert. Tanklux-Generaldirektor David Bollaert sei nicht im Büro, hieß es am Mittwoch.