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Nittel baut Wiesenstraße fußgängerfreundlich um

Die Wiesenstraße in Nittel lädt zum Rasen ein. Bei der Neugestaltung soll der Verkehr beruhigt und Platz für Fußgänger geschaffen werden.TV-Foto: Jürgen Boie
Die Wiesenstraße in Nittel lädt zum Rasen ein. Bei der Neugestaltung soll der Verkehr beruhigt und Platz für Fußgänger geschaffen werden.TV-Foto: Jürgen Boie FOTO: Jürgen Boie (jbo) ("TV-Upload Boie"
Nittel. Der Ausbau der Wiesenstraße zwischen Bürgerhaus und Schulstraße hat zahlreiche Anwohner in die Sitzung des Nitteler Ortsgemeinderats gelockt. Beschlossen ist noch nichts, aber es soll ein Kompromiss zwischen den Bedürfnissen der Fußgänger und dem Autoverkehr gefunden werden.

"Was jetzt festgelegt wird, hat für die nächsten 30 Jahre Bestand." Karl-Heinz Frieden, Bürgermeister der VG Konz, hat 16 Jahre lang den Ortsgemeinderat in Nittel geleitet und kennt die historischen Dimensionen auch kleinerer Entscheidungen: "Im Dorf ist der Mehrzweckstreifen oft die Lösung des Problems gewesen, wenn Fußwege neu angelegt werden sollten, die Straßen aber zu schmal sind, um Gegenverkehr zu ermöglichen und trotzdem Fußwege zu haben."
Der Mehrzweckstreifen in Nittel ist gepflastert, grenzt die Fahrbahn optisch von den Seitenstreifen ab, führt zu einer gefühlten Verschmälerung der Straße und ermöglicht ein problemloses Überfahren für Kinderwagen, Fahrräder und Autos, da er ohne Bordstein in den Straßenbelag übergeht.
Kurt Müller vom Trierer Planungsbüro Boxleitner erläutert: "Die Fahrbahn in der Wiesenstraße ist zurzeit sechs Meter breit. Bei 1,25 Meter Bürgersteig blieben nur 4,75 Meter übrig zu wenig, um Autofahrern gefahrlosen Gegenverkehr zu ermöglichen." Der jetzt vorgesehene Mehrzweckstreifen, der auf der Seite des Bürgerhauses angelegt werden soll, beeinträchtigt allerdings die Anlieger. Sie werden gebeten, einige Quadratmeter ihrer Grundstücke an die Gemeinde abzutreten. "Knapp 130 Meter werden benötigt, um auf der gesamten Länge des Planungsbereichs Bürgerhaus und Schulstraße Platz zu schaffen für Fußgänger, parkende Autos und eine Bepflanzung", erläutert Planer Müller. "Man muss mit jedem Anwohner sprechen und in finanziellen Fragen absolut transparent sein", gibt VG-Bürgermeister Frieden die Linie vor. Anwohner Ralf Müller sieht das ganz anders: "Bei mir braucht niemand zu klingeln. Ich benötige den Platz selbst."
Bei vier Gegenstimmen beschließt der Rat, die Planung mit Mehrzweckstreifen und Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung voranzutreiben. "Dann können auch Kosten ermittelt werden", sagt Kurt Müller vom Ingenieurbüro Boxleitner. Die meisten Besucher der Sitzung sind zufrieden, denn auch sie wollen keine "Autobahn", wie Ratsmitglied Horst Longen es formuliert hat. Das Thema wird den Rat aber weiterhin beschäftigen. jbo