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Mosel
Fest am Nitteler Weinlehrpfad: Winzer starten in die Tourismussaison

Bei mehr als 3000 Besuchern hatte Winzer Horst Frieden-Berg alle Hände voll zu tun, den vielen Gästen auszuschenken.
Bei mehr als 3000 Besuchern hatte Winzer Horst Frieden-Berg alle Hände voll zu tun, den vielen Gästen auszuschenken. FOTO: Jürgen Boie
Nittel. Sonnenhungrige Menschenmassen erobern das Fest am Weinlehrpfad. Winzer feiern gelungenen Start in die Saison. Von Jürgen Boie

Was für ein Start in die Nitteler Tourismus- und Weinfestsaison! Tausende Besucher eroberten am Samstag die Nitteler Weinberge und verschafften sich einen Überblick über die Angebote der lokalen Winzer. Strahlende Besucher und ein fast durchweg blauer Himmel sorgten für eine tolle Atmosphäre.

Was in der Ankündigung ganz bescheiden als „Erlebnis und Genuss im Weinlehrpfad Nittel“ daherkam, entpuppte sich als ein Event mit enormer Anziehungskraft. Rund 3000 Menschen wanderten – mit einem Weinglas ausgestattet – am Karsamstag durch die Nitteler Weinberge.

An insgesamt 13 Ständen wurden von zwölf Nitteler Winzerbetrieben und einem Gastwinzer (Weber Brüder aus Wiltingen) ganz unterschiedliche Weine zum Probieren angeboten. Das Konzept ist einfach: Für 15 Euro erwirbt man ein Weinglas und kann dann an jedem Stand von allem probieren. Bei Vorlage einer Bahnfahrkarte gibt es einen Euro Rabatt.

Als die Veranstaltung um 14 Uhr begann, spielte die Gruppe Rotling, eine Sektion des Nitteler Musikvereins, entspannte und entspannende Unterhaltungsmusik. Währenddessen bildeten sich an den beiden Kassen lange Schlangen. Offensichtlich war der Andrang groß.

Dabei hatte es einige Tage zuvor beim Veranstalter, dem Nitteler Heimat- und Verkehrsverein, noch eine Krisensitzung gegeben. Der Grund: Die Wetteraussichten waren alles andere als rosig. Regen und sehr kühle Temperaturen waren vorhergesagt.

Doch dann war alles ganz anders. Als sich der erste Pulk von Leuten unter der Führung der Saar-Obermosel-Weinkönigin Antonia und ihrer Prinzessin Lena auf den 1,3 km langen Weg machte, strahlte die Sonne. Die Besucher hatten sich ihre Jacken um die Hüften gebunden, und die Sonnenbrille war – neben dem Weinglas – das wichtigste Accessoire. Kinder tollten im ersten zarten Grün umher, Hunde genossen den Trubel. Es herrschte eine sehr fröhliche Stimmung.

Entsprechend positiv fiel das Urteil der Weinfreunde aus. Eine Gruppe junger Damen aus Aach und Schweich, mittlerweile in der ganzen Republik verstreut, trifft sich seit Jahren in Nittel und feiert ihr Wiedersehen. Eine andere Gruppe, zum größten Teil Medienschaffende aus Köln, kommt ebenfalls zum wiederholten Mal zu diesem Ereignis an die Obermosel. Die Nummernschilder der zahlreichen Autos zeigten an, dass nicht nur diese Besucher von weit her nach Nittel kamen. Doch auch die Bahnverbindung nach Nittel wurde gut genutzt.

Die Nitteler und ihre Nachbarn feierten ebenfalls den Abschied vom Winter und unterhielten sich lebhaft. So dauerte es bis weit nach 18 Uhr, dem offiziellen Ende des Fests, bis die letzten Weinfreunde aus den Weinbergen abgezogen waren.

Danach begann das große Aufräumen. Die vielen Helfer der Winzer mussten sich sputen, denn das Ende des Fests in den Weinbergen bedeutete keineswegs, dass danach Ruhe einkehrte. Die Weinstuben im Dorf verzeichneten ebenso Rekordbesuche. Auch hier wurde jede helfende Hand benötigt.

Die Gastwinzer Gebrüder Weber aus Wiltingen hatten mit dem Weinstubenbetrieb nach dem Fest nichts mehr zu tun. Doch auch sie waren überwältigt von dem Zuspruch der Veranstaltung. „Mit so einem Betrieb haben wir wirklich nicht gerechnet“, sagt Stephan Weber.

Der Nitteler Weinlehrpfad begeistert Tausende Besucher.
Der Nitteler Weinlehrpfad begeistert Tausende Besucher. FOTO: Jürgen Boie
Nahezu endlose Menschenschlangen ziehen durch die Nitteler Weinberge: Zur Saisoneröffnung herrschte beim Fest auf dem Nitteler Weinlehrpfad Hochbetrieb.
Nahezu endlose Menschenschlangen ziehen durch die Nitteler Weinberge: Zur Saisoneröffnung herrschte beim Fest auf dem Nitteler Weinlehrpfad Hochbetrieb. FOTO: Jürgen Boie
Die Schwestern Sarah und Nina Heidt lassen sich von Winzer Philip Apel beraten – in den Nitteler Weinbergen gab’s viel zu probieren.
Die Schwestern Sarah und Nina Heidt lassen sich von Winzer Philip Apel beraten – in den Nitteler Weinbergen gab’s viel zu probieren. FOTO: Jürgen Boie
Saar-Obermosel-Weinkönigin Antonia (Mitte) und ihre Prinzessin Lena freuen sich mit Ines Krienke, Vorsitzende des Nitteler Heimat- und Verkehrsvereins, über die gelungene Saisoneröffnung.
Saar-Obermosel-Weinkönigin Antonia (Mitte) und ihre Prinzessin Lena freuen sich mit Ines Krienke, Vorsitzende des Nitteler Heimat- und Verkehrsvereins, über die gelungene Saisoneröffnung. FOTO: Jürgen Boie