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Nur 30 Konzer dürfen gleichzeitig in die Bücherei

Brandschutzauflagen für die Konstantinstraße 50: Zurzeit dürfen sich in der Stadtbibliothek nicht mehr als 30 Menschen gleichzeitig aufhalten. TV-Foto: Archiv/Christian Kremer
Brandschutzauflagen für die Konstantinstraße 50: Zurzeit dürfen sich in der Stadtbibliothek nicht mehr als 30 Menschen gleichzeitig aufhalten. TV-Foto: Archiv/Christian Kremer FOTO: (h_ko )
Konz. Der Konzer Stadtrat hat am Dienstagabend ein neues Investitionsprogramm beschlossen. Allein 2017 sollen 8,5 Millionen Euro ausgegeben werden. Für das größte Projekt in der Liste gibt es nun einen Plan zur Finanzierung. Christian Kremer

Konz. Eigentlich wollte der Konzer Autor Hans A. Thiel am Donnerstag, 8. Dezember, in der Konzer Stadtbibliothek sein neues Buch "Abenteuerliche Mosel" vorstellen. Er musste die Veranstaltung aber absagen, weil er sehr viele Gäste erwartete. Das Gebäude, in dem neben der Stadtbibliothek auch die Volkshochschule, das Sozialraumzentrum und weitere Institutionen untergebracht sind, ist für Veranstaltungen mit mehr als 30 Besuchern gesperrt - aus brandschutztechnischen Gründen.

Brandschutzauflagen würden nicht erfüllt, sagt Thomas Müller, Pressesprecher der Trier-Saarburger Kreisverwaltung. Es fehle zum Beispiel ein zweiter Fluchtweg aus dem Obergeschoss. Eine Begehung im September habe ergeben, dass dieser Mangel auch nicht mit einer Drehleiter kompensiert werden könne. Deshalb gebe es nun die Auflagen. Neu ist das Problem aber nicht: Der Kreis habe die Stadt Konz das erste Mal im Jahr 2009 auf die Mängel aufmerksam gemacht, sagt Müller. Seitdem taucht die Sanierung des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Firma Zettelmeyer auch immer wieder in den Haushaltsplänen der Stadt Konz auf. Bisher ist es jedoch bei Absichtserklärungen geblieben. Das Projekt ist einfach zu teuer. Trotzdem haben die Mitglieder des Stadtrats am Dienstagabend erneut über zwei Jahre 5,2 Millionen Euro für die Sanierung des Komplexes im Investitionsprogramm für die Jahre 2016 bis 2020 eingeplant (siehe Extra).

Und es gibt Hoffnung, dass der Plan endlich umgesetzt wird, zumindest spätestens bis 2023. Denn der Stadtrat beantragt, das Fördergebiet des Programms Aktives Stadtzentrum auszuweiten und die Konstantinstraße 50 mit aufzunehmen. Über das Programm, für das bis 2021 Anträge für Projekte eingereicht werden können, die bis 2023 abgerechnet sein müssen, wäre ein Zuschuss von Bund und Land zu erwarten. Dessen Höhe ist verhandelbar.

Bei aller Euphorie gibt Hermann-Josef Momper (FWG) zu bedenken: "Ein Konzept für die Konstantinstraße 50 liegt bis heute nicht vor - weder für die Sanierung noch für die Nutzung." Er regt an, dort auch den Bau dringend benötigter Sozialwohnungen in Betracht zu ziehen. "Es kann nicht sein, dass bei so einer Summe das halbe Gebäude leersteht", sagt er. Bernhard Henter (CDU) meint: "Wir müssen in die Gänge kommen, damit dieses stadtbildprägende Gebäude saniert wird." Es sei aber illusorisch, dass schon 2017 etwas passiere. Der Konzer Bürgermeister Karl-Heinz Frieden erklärt, dass das Rathaus ein Konzept erstellen werde. Es passe "kein Blatt Papier" zwischen die Meinung der Fraktionen und die der Verwaltung.

Auch Stefanie Kattner, Mitarbeiterin der Stadtbibliothek, hofft auf die Sanierung des Komplexes. Die Thiel-Lesung sei bisher die einzige Veranstaltung, die wegen der Kreisauflagen abgesagt werden musste, sagt sie. Ausweichräume seien zwar vorhanden, aber: "Es geht darum, die schöne Atmosphäre der Bibliothek in Veranstaltungen einzubringen."Meinung

Ein kleiner Hoffnungsschimmer
Darüber, dass der Komplex in der Konstantinstraße erhaltenswert ist, besteht Einigkeit in Konz. Das Gebäude beherbergt wichtige Einrichtungen, und es wurde von Egon Eiermann, einem der wichtigsten deutschen Nachkriegsarchitekten, entworfen. Darauf können die Konzer stolz sein. Noch stolzer wären sie wohl, wenn das ehemalige Zettelmeyer-Verwaltungsgebäude in neuem Glanz erstrahlte. Doch die Stadt Konz kann alleine weder am Brandschutz noch am Gesamtzustand etwas ändern. Das zeigen die bisherigen erfolglosen Versuche. Da lässt der mögliche Weg über das Förderprogramm Aktives Stadtzentrum echte Hoffnung aufkeimen. c.kremer@volksfreund.deExtra

Weitere große Posten im Investitionsprogramm:Straßenbau: Hauptstraße in Kommlingen (490 000 Euro), Rings um die Olkstraße (1,28 Millionen Euro über zwei Jahre), Berendsborn (1,25 Millionen Euro 2018), Karthaus (350 000 Euro). Ausbau der Kita in Könen (2,1 Millionen Euro über zwei Jahre). Bessere Ausstattung des Werkhofs der Stadt (1,07 Millionen Euro über zwei Jahre). cmk