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Kommunalpolitik
Auf diesen Pellinger Flächen könnte gebaut werden

Im Neubaugebiet wird weiter fleißig gebaut, selbst bei sehr schlechtem Wetter.
Im Neubaugebiet wird weiter fleißig gebaut, selbst bei sehr schlechtem Wetter. FOTO: Herbert Thormeyer
Pellingen. Experten sagen, welche Gebiete in Pellingen bebaut werden können. Der Ortsgemeinderat stellt aber Bedingungen an das Wachstum. Von Herbert Thormeyer

Auf den letzten Grundstücken im Pellinger Neubaugebiet Höthkopf sind die Baufirmen am Werk. Wieder fehlt in der Höhengemeinde Baugrund, denn die Nachfrage bleibt. Wo können noch Flächen erschlossen werden, ohne das Wachstum ausufern zu lassen?


Die Beantwortung dieser Frage hat sich der Ortsgemeinderat 17.000 Euro für eine Entwicklungsstudie des Planungsbüros Paulus und Partner aus dem saarländischen Wadern kosten lassen. „Einerseits sind die Ressourcen für ein Neubaugebiet in Pellingen nicht unendlich, andererseits sollen aber auch in 30 Jahren noch Menschen ihr Wohnhaus in unserem Dorf bauen können“, beschreibt Ortsbürgermeister Horst Hoffmann das Problem. Ein vertretbarer Anstieg der Bevölkerungsgröße soll erreicht werden, und damit in Einklang mit der Zahl der vorhandenen


Plätze in der Kita und der Schule stehen. Befürchtungen einer Überfremdung erteilte der Ortschef eine Absage: „Bis zur Umsetzung dauert es noch eine Weile.“ Wie beim Höthkopf will die Ortsgemeinde die Planungshoheit und die Vermarktung in der Hand behalten.


Sechs Potenzialflächen reduzierten die Planer auf zwei: Alberkell und Südlich Lafeld, jeweils am Ortsrand an der B268 gelegen und mit einem Verkehrskreisel anzubinden. „Die Erschließung von Alberkell mit 21.400 Quadratmetern würde mit 36 Grundstücken geschätzt 2,9 Millionen Euro kosten“, rechnet Planer Andreas Heinke vor. Platz auf 40.000 Quadratmetern für bis zu 68 Grundstücke würde 4,5 Millionen an Kosten verursachen. „Aber hier könnten es auch 36 Grundstücke sein, was die Kosten erst einmal auf 2,7 Millionen Euro reduziert“, sagt der Planer und weist auf das flexibler zu gestaltende Areal hin, das zudem wegen seiner Lage mehr Sonne abbekommt. „Beide Gebiete haben aber Vor- und Nachteile“, sagt Bürochef Edgar Mohsmann.

Winfried Müller von der FWG findet, dass die Kinder bei Südlich Lafeld besser Schule und Kindergarten erreichen können, ohne durch den ganzen Ort entlang der B268 laufen zu müssen. Auch Wolfgang Willems von der CDU sieht in diesem Gebiet mehr Potenzial. „Es ist eine wichtige Entscheidung für unsere Dorfgemeinschaft für die nächsten zehn bis 15 Jahre“, sagt Ortschef Hoffmann. Es gelte noch viele Gespräche zu führen, vor allem wegen der Finanzierbarkeit mit der Kommunalaufsicht. Die Nachfrage potenzieller Bauherren sei ungebrochen.

Den Grundeigentümern soll ein solides Angebot unterbreitet werden. „Niemand wird über den Tisch gezogen. Aber wir sind auch nicht aufeinem Basar“, stellt Hoffmann klar. Der Ortschef denkt noch weiter in die Zukunft: „Ich könnte mir weiter vorstellen, in einem Entwicklungsbereich über Betreutes Wohnen mit entsprechender Nahversorgung, etwa einem Café oder Restaurant, nachzudenken. Wir werden alle älter, auch wenn mancher jetzt sagt, der Ortsbürgermeister spinnt“, sagte Hoffmann schmunzeln.