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Pläne für neue Wiltinger Brücke liegen aus – Ortsbürgermeister prüft Klage

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Wiltingen/Konz. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat gemeinsam mit dem Kreis Trier-Saarburg entschieden, dass die Wiltinger Saarbrücke am alten Standort neu gebaut wird. Die Pläne dafür liegen zurzeit bei der Verbandsgemeindeverwaltung Konz zur Einsicht bereit. Die Gemeinde Wiltingen prüft zur Zeit die Erfolgsaussichten einer Klage gegen die Pläne des LBM.

(cmk) Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat im November 2010 grünes Licht für den Neubau der Wiltinger Brücke gegeben. „Der technische Zustand der vorhandenen Brücke ist so schlecht, dass ein baldiger Neubau dringend empfohlen wird“, sagt Hans-Michael Bartnick, stellvertretender Leiter des LBM in Trier. Nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens stand fest, dass die Brücke am alten Standort neu gebaut werden soll. Die Pläne dafür liegen jetzt bis zum 24. Januar in der Verbandsgemeindeverwaltung in Konz zur Einsicht aus. Bis zuletzt wurde der Standort der Brücke kontrovers diskutiert. Den Gegnern des alten Brückenstandorts, die die Brücke gerne rund einen Kilometer flussabwärts in Richtung Kläranlage hätten, bleibt jetzt nur noch der Rechtsweg. Bürger, Gemeinden und Naturschutzvereine können Klage beim Verwaltungsgericht Trier erheben. Im Wiltinger Gemeinderat bevorzugt eine deutliche Mehrheit den neuen Standort. Eine Bürgerinitiative hatte dafür 600 Unterschriften gesammelt. Lothar Rommelfanger, Ortsbürgermeister von Wiltingen, kündigt erste Schritte an: „Ich werde mit einem Anwalt Kontakt aufnehmen, um mit ihm ein Beratungsgespräch zu führen.“ Bevor die Gemeinde klage, wolle er sich über die Aussichten informieren. Der LBM sah keine Möglichkeit, dem Willen der Wiltinger zu entsprechen. Nach Abwägung aller Belange sei der Brückenneubau am alten Standort die einzige rechtlich umsetzbare Lösung. In der Wiltinger Nachbargemeinde Kanzem blickt Ortsbürgermeister Günther Frentzen gelassen auf das Verfahren. „Das Interesse von Kanzem war immer, dass eine Radwegverbindung gebaut wird.“ Die Kanzemer Bürger zeigen sich zum Teil solidarisch mit den Wiltingern. Ein Teil begrüßt laut Frentzen aber die Entscheidung für den alten Standort. Der Bau am neuen Standort führe zu mehr Verkehr im Ort, lautet das Argument dafür.