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Reaktionen auf Konzer Buddha-Disput

Buddha-Figuren strahlen Ruhe und Gelassenheit aus. Diese beiden stammen aus dem 6. Jahrhundert. Foto: dpa
Buddha-Figuren strahlen Ruhe und Gelassenheit aus. Diese beiden stammen aus dem 6. Jahrhundert. Foto: dpa
Konz. Ein Pfarrer stört sich an einer Buddha -Statue eines privaten Seniorenheims in Konz-Roscheid, und der Betreiber räumt sie um des Friedens Willen weg. Viele Leser haben auf den Artikel über den Konzer Buddha-Disput reagiert. Christian Kremer

Etliche Leserbriefe und noch mehr Kommentare im Internet auf der volksfreund.de-Facebook-Seite: Der 40 Zentimeter große Buddha löst eine Diskussion zum Thema Religion und dem Umgang der katholischen Kirche mit Andersgläubigen aus.
Die Meinungen sind breit gefächert: "Intoleranz, Mittelalter und katholisch - irgendwie sehe ich da eine Verbindung", schreibt zum Beispiel ein Nutzer namens Jörg Petry auf Facebook. "Hm, was ist nun spießiger, der Neospießerbuddha oder der Oldschooler (Anmerkung der Redaktion: Jemand, der sich an die alte Schule hält)?", fragt Max Reimer. Es gibt aber auch andere Meinungen: "Gleiches Recht für alle!!!!! Wer verhindern kann, dass in unseren Schulen, oder Gerichten, Jesuskreuze hängen, der braucht sich darüber nicht wundern! Und wenn wir jetzt mal ehrlich sind, hat es doch nicht immer was mit Religion zu tun", lautet die Meinung von Manfred Atz. "Wahre Größe und Toleranz würde der Pfarrer zeigen, indem er den Bewohnern des Seniorenheims eine Gesprächsrunde zum Thema Buddhismus anbietet. Das wäre doch ein starkes Signal dafür, dass die katholische Kirche im 21. Jahrhundert angekommen ist", schreibt Nutzerin Gabriele Kihm (Anmerkung der Redaktion: Die im Internetportal Facebook verwendeten Nutzernamen können frei erfunden sein und müssen nicht mit den Namen realer Personen übereinstimmen).

Im Anschluss finden Sie einige Leserbriefe, die den TV per E-Mail erreicht haben:

Die Problematik liegt bereits in den unterschiedlichen Wahrnehmungen und Deutungen. Sinngemäß der Benediktinermönch und Zen-Lehrer Willigis Jäger: "Welcher Nichtchrist würde auf einem Friedhof auf den Gedanken kommen, dass Christen an ein Weiterleben glauben. Auf den Grabsteinen nur abgebrochene Säulen und abgebrochene Rosen. Überall das Bild des Gekreuzigten, überall Leid, kaum ein Zeichen für Auferstehung und Weiterleben." Da muss es schon provozierend sein, wenn dann als Antipode ein erleuchteter Buddha vor einem Altersheim sich produziert, wo ein Mensch in Stille und Kontemplation Gelassenheit und inneren Frieden ausstrahlt. Meister Eckhart: "Wahrhaftig, der Mensch könnte Gott nicht Lieberes geben als Stille. Fasten, Wachen, Beten und alle Kasteiungen achtet Gott nicht und bedarf ihrer nicht, wohl aber Stille." Was hat der Pfarrer mit seiner Aktion erreicht? Nur eine unverständliche dogmatische Proklamation, wo andere Intentionen keinen Zugang haben.
Wolfram Bauer, Nittel

Ich finde es nicht in Ordnung, dass die Buddha-Figur entfernt wurde. Sie sollte zurückgestellt werden - überall sieht man Buddha-Figuren, zum Beispiel beim Yoga. Mit einer solchen Aktion findet ein Pastor nicht unbedingt neue Schäfchen.
Maria Greiff, Wawern

Das ist ja wohl ein Witz, den Herr Dehn sich hier mal wieder erlaubt. Das Seniorenheim ist eine private Einrichtung und kann in den Eingang stellen, was dem Betreiber gefällt. Herr Dehn gefällt auch sehr vielen Konzern nicht, leider können wir ihn nicht so ohne weiteres abmontieren. Er sollte sich als Pfarrer in Toleranz zu seinen andersdenkenden Mitmenschen üben.
Gertrud Lieser, Konz

Als treffende Antwort auf diesen Artikel finde ich den Spruch des Tages in der TV-Ausgabe, in der auch der Buddha-Artikel erschienen ist: "Die schrecklisten aller Mauern sind die in den Hirnen der Menschen." (Jawaharlal Nehru, indischer Politiker)
Wolfgang Müller, Konz

Vor vielen Jahren war ich Teilnehmerin an einem Meditationsseminar, geleitet von einer deutschen buddhistischen Nonne, ihr Name: Ayya Khema. Dieses Seminar fand im Benediktinerkloster Niederalteich in Niederbayern statt. Am ersten Abend hielt der Abt des Klosters einen Vortrag zu dem Thema "Die Verbindung vom Christen tum zum Buddhismus". Aus dieser Sicht weise der Dinge betrachtet ist es nicht wirklich zu verstehen, was in Konz-Roscheid passiert ist. Vielleicht geht es wie so häufig um mangelnde Wertschätzung für das, was ist. Schade, dass der Buddha entfernt wurde.
Ursula Reuter, Saarburg

Es lebe die Toleranz! Ich glaube, das katholische Bodenpersonal lernt das nie.
Jean Goedert, Wellen

Ich bin überzeugter Christ und versuche mir vorzustellen, was Jesus beim Anblick dieser Figur des Anstoßes gesagt oder getan hätte. Nach meiner Überzeu gung hätte er der Figur über den Kopf gestreichelt und gesagt: "Junge, in puncto Ruhe, Gelassenheit und Meditation kann sogar ich noch von dir lernen" und wäre mit einem Lächeln zu den Senioren ins Haus gegangen. Sehr schade, dass einige seiner Hirten dieses Verständnis nicht aufbringen und dadurch einen Teil ihrer Kraft in derart überflüssige Aktionen stecken.
Josef Maximini, Konz

Der Meinung von Redakteur Christian Kremer kann ich nur zustimmen. Der Eingangsbereich des Seniorenhauses Zur Buche in Konz-Roscheid strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. Zu diesem Gesamteindruck passt die Buddha-Statue wunderbar. Es wäre Sache von Pastor Dehn gewesen, statt die Heimleitung um Entfernung der Statue zu bitten, die Bewohner, die an der Statue Anstoß genommen ha ben, über deren Bedeutung aufzuklären und zur Toleranz zu mahnen. Gibt es dort nicht auch Bewohner, die an einem aufge stellten Kreuz, an einer Marien-Statue oder anderen Heiligenfiguren Anstoß nehmen? Auch hier ist Toleranz angesagt, als die wichtigste Voraussetzung im Zusammenleben der Menschen! Zu dieser Sache passt übrigens der Spruch des Tages im TV von heute, den uns der indische Politiker Jawaharlal Nehru hinterlassen hat: "Die schrecklichsten aller Mauern sind die in den Hirnen der Menschen."
Marianne Lutz, Wasserliesch

Wer Andersgläubige als Ungläubige bezeichnet, ist selbst höchst unglaubwürdig. Diese Sache ist Angelegenheit des Seniorenhauses und geht den Pfarrer nichts an. Diese Into leranz ist bezeichnend für seine sprichwörtliche Beliebtheit. Also: Die Statue stehen lassen!
Peter Voss, Konz