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Unfall
War ein Auto am Sturz einer Seniorin in Konz beteiligt?

FOTO: TV / Cheryl Cadamuro
Konz. Nach dem rätselhaften Unglück in Konz, bei dem eine 69-Jährige schwer verletzt worden ist, hat sich die Tochter der Frau zu Wort gemeldet: Sie sagt, ihre Mutter habe sich wegen eines Fahrzeugs erschrocken und sei gestürzt. Von Christian Kremer
Christian Kremer

Redakteur/Reporter

Diana Vasić ist verzweifelt. Sie ist die Tochter der 69-jährigen Frau, die am Sonntagabend zwischen 18.30 und 20.07 Uhr aus bisher ungeklärter Ursache an der Wiltinger Straße/Ecke Gartenstraße in Konz gestürzt ist und sich sehr schwer verletzt hat. Nun bedankt sich die junge Frau über Facebook bei den Helferinnen ihrer Mutter. Sie sucht aber auch nach Zeugen, die Licht ins Dunkel bringen können. Denn einiges ist noch unklar an dem Fall.

Laut Vasić leidet ihre Mutter an „Morbus Parkinson sowie starkem Hörverlust“. Wegen des damit einhergehenden eingeschränkten Wahrnehmungsvermögens sind die Schilderungen der Seniorin sehr vage. Trotzdem beschreibt die Tochter in ihrem Text auf Facebook die Version der 69-Jährigen: „Meine Mutter sah einen Lichtkegel von einem von links kommenden großen, schwarzen Fahrzeug“, schreibt Vasić. „Daraufhin erschrak sie und fiel.“

Wie lange die 69-Jährige am Boden gelegen habe, sei ungewiss. Laut der Tochter hat die Mutter gesagt: „Der ist so schnell gefahren, ich glaube, der war besoffen.“ Vasić erklärt weiter, dass ihre Mutter an der Schulter und an der Hüfte sehr schwer verletzt sei. Inzwischen habe sie eine Operation in einem Trierer Krankenhaus hinter sich. Sie habe ein „künstliches Schultergelenk“ und „Schrauben in die Hüfte“ eingesetzt bekommen. Neben den schweren Knochenverletzungen habe die Mutter am ganzen Körper Hämatome davongetragen. Was Vasić besonders mitnimmt, ist jedoch etwas anderes: „Mehrere Menschen sind wortlos, ohne zu helfen an ihr vorbeigegangen“, schreibt sie auf Facebook.

Die Polizei hatte in einer Pressemitteilung und auch auf TV-Anfrage zu dem Fall bisher kaum Details bekanntgegeben und nur von „möglichem Fremdverschulden“ und Ermittlungen in alle Richtungen berichtet (der TV berichete). Auf Anfrage, warum sie keine weiteren Details genannt habe, erklärt Präsidiumsprecherin Natanja Michels: Der Polizei seien insbesondere zur persönlichen/gesundheitlichen Situation von Opfern/Zeugen aufgrund von Daten- und Persönlichkeitsrechten Schranken auferlegt.

Als die Tochter den Fall bei der Innenstadtwache in Trier angezeigt habe, habe es noch keinen verlässlichen Hinweis (weder von der Tochter noch von der Geschädigten) darauf gegeben, wie die Frau zu Fall gekommen sei, sagt Michels. Um keine Möglichkeiten auszuschließen, sei die Pressemeldung offen formuliert gewesen. „Unsere Zeugensuche richtet sich also an alle, die etwas zu dem Vorfall an sich sagen können, ohne dass wir dies mit gezielten Hinweisen einschränken wollten“, sagt Michels.

Inzwischen habe sich eine Zeugin gemeldet, die möglicherweise als Erste vor Ort gewesen sei und Erste Hilfe geleistet habe. „Die Ermittlungen dauern an – vorerst schließen wir keinen Geschehensablauf aus“, sagt Michels.  Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen haben wir keine Hinweise auf die Beteiligung Dritter.“

Zeugen, die am Sonntag zwischen 18.30 und 20.07 Uhr in der Wiltinger Straße etwas beobachtet haben, können sich unter Telefon 06501/9268-0 bei der Polizeiwache in Konz melden.