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Geschichte
Soldaten machen Geschichte lebendig

Die Soldaten des 9. Regiments der französichen Armee beim militärischen Drill auf dem Gelände des Freilichtmuseums Roscheider Hof.
Die Soldaten des 9. Regiments der französichen Armee beim militärischen Drill auf dem Gelände des Freilichtmuseums Roscheider Hof. FOTO: Matthias Willems
Konz. Historische Gruppen waren am Wochenende im Freilichtmuseum Roscheider Hof zu Gast. Die Besucher des Museums erlebten hautnah ein Stück Militärgeschichte aus der Zeit Napoleons.

Über das Gelände hallen Befehle. Napoleons Soldaten marschieren in Reih und Glied vorbei. Auch Frauen und Kinder in historischen Kostümen sind zu sehen. Es ist die Zeit der Revolutionskriege und der Napoleonischen Kriege um 1800, die die Mitglieder des 9. Regiments „Jäger der Cevennen“ der französischen Armee, unterstützt von französischen Husaren und badischen Jägern, im Freilichtmuseum Roscheider Hof zum Leben erwecken. Die Häuser des Hunsrück­dorfs bieten die Kulisse. Für ein Wochenende sind die Gruppen zum militärischen Drill ins Museum gekommen. Eine Vorbereitung für die Teilnahme etwa an der Völkerschlacht von Leipzig oder Waterloo, die mit viel Aufwand nachgestellt werden. Geübt werden Formationen, die Handhabung von Musketen oder das offene Gefecht. Natürlich ohne dass ein Schuss abgefeuert wird.

Die Teilnehmer sind aus ganz Europa angereist. „Wir haben auch Mitglieder aus England, Italien oder Russland“, erzählt Sebastian Maaß, der seit 2013 dabei ist. „Ich habe mich schon immer für Geschichte interessiert, besonders für die Zeit Napoleons“, begründet er seine Entscheidung für das Hobby. Die Uniformen lässt jeder nach historischem Vorbild selbst herstellen. Viele Mitglieder besitzen gleich mehrere, um verschiedene Epochen darzustellen.

Museumsleiter Helge Rieder macht unterdessen Filmaufnahmen von den Übungen der Soldaten. „Wir freuen uns immer über solche Gruppen, die lebendige Geschichte darstellen“, sagt er. Es ist die erste von vier Veranstaltungen dieser Art, die das Museum für dieses Jahr geplant hat.

Besucherin Beatrice Stützel hat durch Zufall von der Veranstaltung erfahren. „Eine tolle Location“, sagt Stützel, die auch von den historischen Uniformen angetan ist. „Ich finde es toll, dass die Leute dafür von so weit anreisen. Nur schade, dass so wenig Besucher gekommen sind.“ Die Häuser sind für die Hunsrückerin eine Reise in ihre Kindheit. „Ich kenne vieles noch von früher. So würde ich gerne leben“, sagt sie.