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Radverkehr
Konz erstellt neues Konzept - Auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt

 Planerin Linn Schröder und Katharina Zimmer aus Konz sprechen über die Schwächen des bestehenden Radwegnetzes in Konz.
Planerin Linn Schröder und Katharina Zimmer aus Konz sprechen über die Schwächen des bestehenden Radwegnetzes in Konz. FOTO: TV / Christian Kremer
Konz. Bessere Wege, sinnvolle Abstellplätze und ein positives Image: Das sind die Ziele der Planer, die zurzeit ein Konzept für Zweiradfahrer in der Saar-Mosel-Stadt erstellen. Beim Auftaktworkshop wurde schnell klar, wo es Probleme gibt. Von Christian Kremer
Christian Kremer

Redakteur/Reporter

Katharina Zimmer aus Konz fährt viel Fahrrad. Die Frage nach den Problemen in Sachen Radverkehr in Konz beantwortet sie wie aus der Pistole geschossen: „Die größten Baustellen sind die Brücken, die Saarbrücke und die Schillerbrücke, weil sie sehr schmal sind. Wenn man da als Radfahrer drüber fährt, ist man ein Verkehrshindernis.“ Zimmer ist eine von 40 Menschen, die sich an der Auftaktveranstaltung für die Erstellung eines Fahrradkonzepts für die Saar-Mosel-Stadt beteiligt haben.

Plan Das Büro Planungsgemeinschaft Verkehr (PGV) Alrutz aus Hannover erstellt das Konzept im Auftrag der Stadt. Dazu wird zunächst der Bestand erfasst. Danach erstellen die Verkehrsplaner eine Mängelliste sowie einen Maßnahmenkatalog. Den öffentlichen Auftakt haben Geschäftsführerin Heike Prahlow und Mitarbeiterin Linn Schröder moderiert.

Nach der Begrüßung von Joachim Weber, Bürgermeister der Stadt und der Verbandsgemeinde Konz, erklären sie, was sie vorhaben. Neben dem Wegenetz für Radler haben sie auch Fahrradstellplätze und das Image des Radverkehrs im Blick. Ein Ziel sei es, Menschen zum Umsteigen aufs Fahrrad zu bringen. Das solle aber nicht auf Kosten von Fußgängern und Autofahrern erfolgen: „Wir versuchen ein gutes Miteinander zu finden, mit allen Verkehrsteilnehmenden.“ Das Büro werde einen Maßnahmenkatalog für die kommenden zehn Jahre erstellen.

„Wir versuchen, über die Stadtgrenze hinauszuschauen“, verspricht Prahlow. Es gehe darum, das lokale Netz sinnvoll an überregionale Wege anzubinden. Dabei spiele es keine Rolle, ob der Bund, das Land oder die Kommune für die Finanzierung verantwortlich seien. Die Arbeit des Büros selbst soll etwa ein Jahr lang dauern. Danach ist die Gemeinde am Zug. Guido Wacht, hauptamtlicher Beigeordneter der VG Konz, sagt: „Wir werden das Konzept im Sommer ausarbeiten. Im Herbst soll eine kurz-, mittel- und langfristige Planung vorliegen.“

Bestandsaufnahme Wo es hapert und wo nicht, macht Verkehrsexpertin Linn Schröder klar. Sie hat Konz zwei Tage lang mit dem Rad erkundet und eine erste Bestandsaufnahme gemacht. Positiv hebt sie hervor, dass einige Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radler freigegeben sind – zum Beispiel die Brückenstraße. An anderen Stellen seien Einbahnstraßen hingegen nicht freigegeben, obwohl sie eigentlich breit genug seien – zum Beispiel in der Martinstraße.

Touristische Routen seien bis auf ein paar Unebenheiten gut befahrbar und beschildert. Innerhalb der Stadt werde es schwieriger. Positiv hebt die Planerin außerdem hervor, dass die Fußgängerzone und die Straßen am Markt für Radler frei sind. Auch die Fahrradboxen am Bahnhof Konz bewertet sie positiv. Nicht so gut seien andere Abstellmöglichkeiten – etwa am Haltepunkt Konz-Mitte oder am Schulzentrum, weil die Bügel zu eng aneinander stünden.

„Die Saarbrücke ist eine Barriere“, sagt Schröder und bestätigt den Eindruck vieler Konzer. „Dort fehlt eine Radverkehrsanlage, obwohl sie an dieser Stelle erforderlich wäre.“ Mängel sieht sie auch an anderen Stellen, vor allem dort, wo breite Radwege durch Poller oder Bügel plötzlich verengt würden wie am Luxemburger Damm unterhalb des Bahnhaltepunkts Kreuz Konz.

Anregungen Die Auftaktveranstaltung bewerten die Anwesenden durchweg als positiv. Die Teilnehmer wollen „den innerstädtischen Radverkehr auf Vordermann bringen“. So drückt es Katharina Zimmermann aus. Andere sehen es ähnlich. Architekt Thomas Henter, Hobby-Rennradfahrer und Mitglied des städtischen Bauausschusses, hat eine ganz klare Vorstellung, was Konz braucht. Die entscheidende Frage, die das Konzept aus seiner Sicht beantworten muss: „Wie komme ich mit dem Fahrrad durch die Stadt – zum Beispiel vom Tälchen, aus Roscheid oder vom Berendsborn – zu den Radwegen an der Mosel und der Saar.“

Birgit Bamberg, die täglich vom Wohngebiet Berendsborn mit dem Rad nach Trier pendelt, beklagt: „Ich muss im Berufsverkehr auf die Wiltinger Straße fahren. Da ist nichts für Radfahrer gemacht.“ Der Weg von den Wohngebieten zu den Radwegen sei insgesamt zu gefährlich: „Ich würde da nicht mit Kindern Rad fahren“, sagt sie und betont, dass viel zu tun sei.

Thorsten Ströher aus Konz sagt: „Das Beste, was man in Konz machen kann: Die Präsenz der Radfahrer zu erhöhen.“ Eine Möglichkeit seien zum Beispiel Piktogramme auf Straßen, wie sie in der Straße Am Weberbach in Trier zu finden seien.

Das überregionale Radwegnetz hat Harjeet Sandhu aus Oberbillig im Blick. Er fährt oft mit dem Rennrad zur Arbeit nach Luxemburg. „Für mich persönlich ist es wichtig, dass die Pendlerstrecken gut ausgebaut werden – zum Beispiel von der Obermosel nach Trier oder von Konz nach Luxemburg.“ Wenn diese zügig zu befahren seien, sei die Hürde, mit dem Rad nach Luxemburg zu fahren, deutlich geringer (siehe Info).

Wer Anregungen oder Fragen zum Fahrradkonzept für die Stadt Konz hat, kann sich per E-Mail an fahrrad@konz.de wenden. Ein Protokoll der Auftaktveranstaltung soll noch veröffentlicht werden. Ein Video zur Auftaktveranstaltung gibt es im Internet unter
www.volksfreund.de/videos

 40 Konzer haben an der Autaktveranstaltung für die Erstellung eines Fahrradkonzepts für die Stadt Konz teilgenommen.
40 Konzer haben an der Autaktveranstaltung für die Erstellung eines Fahrradkonzepts für die Stadt Konz teilgenommen. FOTO: TV / Christian Kremer
 40 Konzer haben an der Autaktveranstaltung für die Erstellung eines Fahrradkonzepts für die Stadt Konz teilgenommen.
40 Konzer haben an der Autaktveranstaltung für die Erstellung eines Fahrradkonzepts für die Stadt Konz teilgenommen. FOTO: TV / Christian Kremer