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Soziales
Auf drei Rädern zum Regenbogen

90 Kilometer Heimat erleben: Veranstalter und die Passagiere freuen sich auf die Temmelser Regenbogenfahrt am 7. Juli.
90 Kilometer Heimat erleben: Veranstalter und die Passagiere freuen sich auf die Temmelser Regenbogenfahrt am 7. Juli. FOTO: Herbert Thormeyer
TEMMELS. Trike-Team-Temmels und Kyll-Triker laden Menschen mit Behinderung am 7. Juli zur fünften Fahrt ein. Von Herbert Thormeyer

  Sie sehen aus wie eine rollende Sitzgarnitur mit mächtigen Rädern und einem ebenso klangvollen wie kräftigen Motor darunter: Trikes. Die motorisierten Dreiräder sind erneut die Hauptdarsteller bei der Temmelser Regenbogenfahrt.

Die Besitzer von rund 40 solcher Maschinen, darunter auch etliche Motorräder mit Beiwagen, die ja auch drei Räder haben, laden in fünfter Auflage Menschen mit Behinderungen, die von der Lebenshilfe in Trier und Konz betreut werden, zu einer Rundfahrt ein.

Dazu wird im Herzen von Temmels ein Fest mit Live-Musik gefeiert.

Los geht’s mit dem Start zwischen 10 und 11 Uhr. Es folgen 90 Kilometer schönster Heimat mit Rast bei Mary in der Jugendherberge Merzkirchen.

Der Überschuss aus dem Fest, bei schönem Wetter zwischen 2000 und 3000 Euro, wird für Freizeitaktivitäten der Menschen mit Behinderung eingesetzt, die ohne dieses Geld nicht möglich wären. Bleibt Geld übrig, können Projekte wie etwa ein Treppenlift gefördert werden.

„Diesmal bringen Luftballons Fahrer und Passagiere zusammen“, erklärt Organisator Herbert Schneider vom Trike-Team-Temmels. Die bunten Ballons steigen vor der Abfahrt in den Himmel, was einen zusätzlichen Organisationsaufwand bedeutete: „Wir haben uns bei der Bundesluftaufsichtsbehörde dafür eine Genehmigung geholt, um sicher zu sein, den Luftverkehr nicht zu stören.“

 Regenbogenfahrt heiße die Veranstaltung  im übrigen deshalb, weil die Fahrten für diesen guten Zweck in Belgien, an denen man teilgenommen habe, zwar Sonnenscheinfahrten hießen, man aber immer im Regen klatschnass wurde.

Lisa Karl wird von der Lebenshilfe in Konz betreut. Sie ist bereits zum fünften Mal dabei und freut sich schon lange auf diese Fahrt: „Danach erzählt man sich noch lange davon.“ Was ihr besonders gefällt, sind die vielen Zuschauer am Straßenrand, die winken und grüßen.

Erstmals fährt Matthias Gubernator von der Lebenshilfe Konz mit. Er ist gespannt: „Ich weiß, dass das eine tolle Sache ist. Das hat mir Lisa erzählt.“ Auch bei Beate Macher vom Landesbeirat der Lebenshilfe in Rheinland-Pfalz ist die Vorfreude groß: „Das ist ein ganz tolles Erlebnis, nicht nur die Fahrt an sich, sondern auch die große Gemeinschaft an diesem Tag.“ Da müsse man einfach dabei gewesen sein.

„Ein solches Ereignis stärkt das Selbstwertgefühl unserer Leute ganz erheblich“, freut sich  Thomas Dietz von der Lebenshilfe Trier.  Die Fahrt und das Fest dazu seien erlebte Inklusion, sagt er.

Was mit zwölf Maschinen begann, hat sich im Laufe der letzten fünf Jahre auf 40 gesteigert. Auch die Polizei kommt zur Absicherung auf Motorrädern.

Beim Fest helfen Feuerwehr und Sportverein. Über die 40 Mitfahrer hinaus sind auch weitere Betreute der Lebenshilfe beim Fest dabei. Gut 300 bis 400 Festgäste werden erwartet, denn auch die Live-Band Neighborhood mit Sängerin Katja Haag ab 16 Uhr ist sehens- und hörenswert.

Schirmherrin ist wie immer keine Geringere als Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Auch Einzelspenden sind möglich. Spendenkonto: Sparkasse Trier; IBAN DE71 5855 0130 0000 9192 41; BIC: TRISDE55.

Spendenquittungen können ausgestellt werden. Ansonsten gilt: Jeder Schluck und jeder Happen beim Fest ist eine gute Tat. 

 Weitere Informationen erhalten Interessierte  im Internet auf www.temmelser-regenbogenfahrt.de