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| 17:45 Uhr

Verkehr
Autofahrer ignorieren Sperrung auf B 419 zwischen Nittel und Wellen

Hier kommt keiner durch: Die Mitarbeiter der Firma Kohl Bau aus Irrel parken ihre Fahrzeuge so, dass niemand auf der B419 zwischen Nittel und Wellen durch die Baustelle fahren kann. Vor lauter Betrieb müssten die Arbeiter sonst ständig beiseite springen statt zu arbeiten.
Hier kommt keiner durch: Die Mitarbeiter der Firma Kohl Bau aus Irrel parken ihre Fahrzeuge so, dass niemand auf der B419 zwischen Nittel und Wellen durch die Baustelle fahren kann. Vor lauter Betrieb müssten die Arbeiter sonst ständig beiseite springen statt zu arbeiten. FOTO: Jürgen Boie
Wellen. Immer wieder wird die Baustelle zwischen Nittel und Wellen trotz Verbotes passiert. Der LBM will nun mit gegenwirken, indem er die Strecke deutlicher beschildert. Von Jürgen Boie

Die Vollsperrung der Bundesstraße B 419 zwischen Wellen und Nittel sorgt nicht nur auf der Umleitungsstrecke über Onsdorf und Tawern für Verdruss. Auch in Wellen spielen sich täglich skurrile Situationen ab. Annelie und Werner Müller wohnen in Wellen direkt an der B419 am Ortsausgang Richtung Nittel. Die Vollsperrung der Bundesstraße sorgt dafür, dass es im und ums Haus herum ungewöhnlich ruhig ist. Doch die Ruhe ist trügerisch. Zahlreiche Autofahrer, die meisten mit auswärtigen Nummernschildern, fahren trotz der Barken und Schilder in die Baustelle – und kehren nach einigen Minuten schlecht gelaunt wieder zurück. Martin Rings von der Baufirma Kohl aus Irrel, die an der Bundesstraße momentan die Straßenentwässerung neu macht, berichtet: „Da wird man schon mal beleidigt oder beschimpft, wenn die Leute mit ihren PKW trotz der Vollsperrung durch die Baustelle durch wollen, um sich die neun Kilometer lange Umleitungsstrecke über Temmels, Tawern und Onsdorf zu ersparen.“

Mehrmals täglich fahren sogar Sattelschlepper in die Baustelle. Annelie Müller: „Wenn die schweren LKW mühselig aus der Baustelle ein bis zwei Kilometer rückwärts heraus manövrieren, kommt man mit den Fahrern ins Gespräch. Denn unser Hof und der unserer Nachbarn wird dann schon mal für ein kompliziertes Wendemanöver benutzt.“

In Wellen glaubt man, dass die Beschilderung rund um die Wellener Brücke einen großen Teil Mitschuld an dem Verhalten der Autofahrer trägt. „Wenn die belgischen und niederländischen Touristen über die Moselbrücke fahren, werden sie ganz normal rechts die Rampe hinunter Richtung Nittel geleitet“, sagt ein Wellener Bürger. Am Fuß der Rampe stehen dann Schilder, die eine Umleitungsstrecke über Temmels und Tawern ankündigen. Nach Wellen ist die Durchfahrt für Anlieger frei. „Das scheint gerade Touristen und Ortsfremde zu irritieren“, meint der Bürger, der ungenannt bleiben möchte.

Doch auch Autofahrer, die der Versuchung, in die Baustelle hineinzufahren, widerstehen, sind danach verunsichert. Denn im weiteren Verlauf der Strecke Richtung Temmels gibt es keinen Hinweis mehr auf die Umleitungsstrecke über Tawern und Onsdorf. Klaus Wagner vom Landesbetrieb Mobilität (LBM), erklärt die Beschilderung so: „Schon in Konz werden die Autofahrer über die neue B51 und Tawern umgeleitet. Daher dürften an der Wellener Brücke nur noch Ortskundige unterwegs sein, die von Wasserliesch und Oberbillig aus Richtung Nittel fahren wollen.“ Für die Autofahrer, die aus Luxemburg kommen, wäre die Beschilderung so gewählt, dass sie möglichst nur die Fahrer betrifft, die auch tatsächlich Richtung Nittel fahren wollen. Daher die Hinweis- und Umleitungsschilder erst, nachdem man auf der Brückenrampe Richtung Nittel und Frankreich unterwegs sei.

Dass sich dieses Konzept nicht bewährt, belegen die Beobachtungen der Anwohner. Daher hat man sich beim LBM entschieden, zusätzliche Schilder aufzustellen. Aus Luxemburg kommende Fahrzeuge werden direkt Richtung Temmels geleitet, ohne die Rampe Richtung Nittel fahren zu müssen. In Temmels wird am Kreisel ein weiteres Schild installiert, das die Umleitung über Tawern anzeigt. Und auch in Tawern wird die Umleitungsstrecke über Onsdorf ebenfalls deutlicher ausgeschildert.

Wer aus Oberbillig kommend Richtung Nittel fahren will, wird ebenfalls am Temmelser Kreisel Richtung Tawern geschickt und erfährt von der Straßensperrung auf der B419 hinter Wellen nicht erst an der Moselbrücke. Klaus Wagner vom LBM: „Wir bedanken uns bei den Bürgern für die konstruktiven Hinweise.“ Die verbesserte Beschilderung gilt für rund drei bis vier Wochen – bis zum Abschluss der Bauarbeiten zwischen Wellen und Nittel. Für Annelie und Werner Müller genug Zeit, um zu beobachten, ob die Zahl der Fahrzeuge, die in die Baustelle hineinfahren, noch merklich zurückgeht.

Die Hinweisschilder, dass die B419 zwischen Wellen und Nittel voll gesperrt ist, scheinen von manchen Autofahrer eher als "Empfehlung" interpretiert zu werden.
Die Hinweisschilder, dass die B419 zwischen Wellen und Nittel voll gesperrt ist, scheinen von manchen Autofahrer eher als "Empfehlung" interpretiert zu werden. FOTO: Jürgen Boie
Viel zu spät werden Autofahrer in Wellen daraufhingewiesen, dass die Bundesstraße gesperrt ist.
Viel zu spät werden Autofahrer in Wellen daraufhingewiesen, dass die Bundesstraße gesperrt ist. FOTO: Jürgen Boie