| 17:00 Uhr

Wawern
Vom Singen wie Orpheus und von Apfelbäumchen

Beim Reinhard Mey-Abend in der Wawerner Synagoge präsentierten Andreas Sittmann und Isabell Krohn die Songs des bekannten deutschen Liedermachers. Das Publikum war begeistert.
Beim Reinhard Mey-Abend in der Wawerner Synagoge präsentierten Andreas Sittmann und Isabell Krohn die Songs des bekannten deutschen Liedermachers. Das Publikum war begeistert. FOTO: Matthias Willems
Wawern. Andreas Sittmann präsentiert in Wawern musikalische Leckerbissen von Reinhard Mey, aber auch eigene Werke.

Seine Liebe zu Reinhard Mey hat Andreas Sittmann in Frankreich entdeckt. „Damals habe ich mit der Gitarre von meinem Vater seine Lieder gespielt“, sagt er. Auch wenn Sittmann den bekannten Liedermacher nie persönlich kennengelernt hat, hat er doch dessen Karriere intensiv verfolgt. „1979 habe ich ihn auf einem Konzert in Frankreich erlebt, wo er nur auf Französisch gesungen hat“, erzählt der gebürtige Trierer am Rande seines Konzertes in der Wawerner Synagoge, zu dem mehr als 70 Zuschauer gekommen sind.

„Es ist einfach schön, Reinhard Mey zu singen. Seine Texte kommen aus dem Leben. Man erkennt sich darin wieder“, erklärt Sittmann seine Leidenschaft für die Lieder des Berliners. An diesem Reinhard-Mey-Abend hat Sittmann Unterstützung durch Isabell Krohn, die mit ihrem Geigenspiel den Liedern ein neues Element hinzufügt. „Ich kenne ihre Eltern gut. Wir haben uns mal getroffen, und so ist eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit entstanden“, erzählt Sittmann. Im Laufe des Abends fordert er das Wawerner Publikum zum Mitsingen auf, was für echte Reinhard-Mey-Fans bei Hits wie „Ich wollte wie Orpheus singen“, oder „Mein Apfelbäumchen“ kein Problem ist. Und pünktlich zur Tatortzeit am Sonntagabend kommt „Der Mörder war immer der Gärtner“. Aber auch eigene Projekte stellt Sittmann vor. Auf das Lied „Neue Liebe“ von Josef von Eichendorff, hat er zum Beispiel eine eigene Melodie geschrieben.

Und er trägt das Gedicht „Ich bin Soldat“ vor, das aus dem 19. Jahrhundert stammt, aber auch in der heutigen Zeit aktuell ist. Das Publikum jedenfalls ist begeistert. „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass er eine ähnliche Stimme wie Reinhard Mey hat. Mir gefällt die lässige Art, wie er an die Sache rangeht“, sagt Stefan Schmidt, der extra aus der Nähe von Orscholz nach Wawern gekommen ist. „Es war ein spontaner und sehr guter Entschluss“, ergänzt seine Frau. „Man denkt, da sitzt Reinhard Mey, wenn man die Augen geschlossen hat“, findet auch Stephan Blasius. Auch Angelika Winter aus Kanzem ist angetan. „Man glaubt ihm die Texte, die er singt.“