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Von Ruanda über die Eifel nach Schweich

Bei der offiziellen Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung in Schweich: Dr. John Wesley Kabango (Vereinte Evangelische Mission Wuppertal), Pfarrer Frank Meckelburg (Dritter von links), Superintendent Dr. Jörg Weber und Bischof Nathan Amooti (vorne mit Urkunde), dahinter die Vorsitzende des Partnerschaftskreises der Region Eifel, Pfarrerin Sabine Meckelburg sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter der beiden Partnerschaftskreise. Foto: ekkt.de
Bei der offiziellen Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung in Schweich: Dr. John Wesley Kabango (Vereinte Evangelische Mission Wuppertal), Pfarrer Frank Meckelburg (Dritter von links), Superintendent Dr. Jörg Weber und Bischof Nathan Amooti (vorne mit Urkunde), dahinter die Vorsitzende des Partnerschaftskreises der Region Eifel, Pfarrerin Sabine Meckelburg sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter der beiden Partnerschaftskreise. Foto: ekkt.de FOTO: (h_st )
Trier/Schweich/Daun. Seit der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier in Schweich hat der Partnerschaftskreis der Region Eifel des Kirchenkreises jetzt auch mit Brief und Siegel Freunde im afrikanischen Ruanda. Die Partner wollen voneinander lernen.

Trier/Schweich/Daun (red) Die Herbsttagung der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier hat im Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Schweich stattgefunden. Im Mittelpunkt der Beratungen der rund 80 Synodalen aus den Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises stand neben dem Jahresbericht von Superintendent Dr. Jörg Weber insbesondere die Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung zwischen dem Partnerschaftskreis der Region Eifel im Evangelischen Kirchenkreis Trier und der Diözese Cyangugu der Anglikanischen Kirche von Ruanda.
Über zwei Jahre haben der Partnerschaftskreis der Region Eifel und dessen Vorsitzende, die Dauner Pfarrerin Sabine Meckelburg, stellvertretend für den gesamten Kirchenkreis, sowie der Partnerschaftskreis der Diözese Cyangugu das Zustandekommen der Partnerschaft vorbereitet.
Die Vereinbarung soll dazu dienen, "wechselseitig vom Glauben zu lernen, Verantwortung für einander zu übernehmen und den ökumenisch-missionarischen Horizont" der Gemeinden zu erweitern. Neben solidarischer finanzieller und materieller Unterstützung stehen Erfahrungs- und Informationsaustausch im Vordergrund - auch durch möglichst regelmäßige gegenseitige Besuche. So war bereits 2015 eine Delegation aus Ruanda zu Gast im Kirchenkreis Trier, 2016 reiste im Gegenzug ein Team des Trierer Partnerschaftskreises nach Cyangugu, unter anderem, um sich ein Bild vom sogenannten "Feeding Programm" zu machen, ein Projekt, das Kinder mit ausreichend Nahrung versorgt und welches bereits Unterstützung im Rahmen der beginnenden Partnerschaft erfahren hat. Auf der Kreissynode in Schweich ist nun die Vereinbarung von Sabine Meckelburg gemeinsam mit dem anglikanischen Bischof der Diözese Cyangugu, Nathan Amooti, offiziell unterzeichnet worden.
Amooti dankte in seinem Grußwort dem Kirchenkreis Trier sowie der Dauner Kirchengemeinde und berichtete, dass es in Cyangugu lange gedauert habe, bis man jemanden für die Partnerschaft gefunden habe. Sie hätten um "Menschen gebetet, für die Partnerschaft und Freundschaft zusammengehören, Menschen, mit denen man lachen kann, und um Menschen, mit denen wir unseren Glauben teilen können", so Amooti. Er stellte fest: "In Daun haben wir nun Geschwister, bei denen wir diese drei Dinge gefunden haben." Die Delegation rund um Nathan Amooti sowie Boniface Lakony, den Vorsitzenden des ruandischen Partnerschaftskreises, war bereits einige Tage zuvor angereist und hatte mehrere Gemeinden und Einrichtungen, unter anderem Kindertagesstätten sowie das Diakonische Werk in Trier, des Kirchenkreises in Gerolstein, Prüm, Schauren (Landkreis Birkenfeld), Veldenz (Landkreis Bernkastel-Wittlich) und Trier besucht.
Dabei habe man gemerkt, so der Bischof weiter, "dass wir viel von Euch lernen können. Aber wir haben auch gemerkt, dass Ihr Dinge auch von uns lernen könnt", so Amooti weiter. Denn: "Ihre Kirche ist sehr, sehr alt, und vieles ist mehr als 100 Jahre alt. Die Kirche in Cyangugu ist eine sehr junge Kirche - viele Kinder, viele junge Leute, viel Vitalität", auch davon könnten die Gemeinden des Trierer Kirchenkreises lernen. Abschließend lud Amooti auch die Synodalen zu einem Besuch ein und betonte: "Wir danken für die Hand, die Ihr uns reicht, und wir sind bereit für viele Jahre Partnerschaftsarbeit." Pfarrerin Sabine Meckelburg zeigte sich dankbar, dass die intensive Vorbereitung nun in Form der offiziellen Unterzeichnung zum Abschluss gekommen ist. Für sie ist die Partnerschaft "ein kostbares Geschenk und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Einheit, die gegründet ist auf dem Verständnis, dass wir alle eins sind in Christus, und dass durch Christus alle Unterschiede weggenommen wurden". Begleitet und unterstützt wurden die Partnerschaftskreise bei ihrer Vorbereitung durch die Vereinte Evangelische Mission, die VEM in Wuppertal. So war dann auch der Leiter der Abteilung Afrika der VEM, Dr. John Wesley Kabango, bei der Unterzeichnung anwesend. Der Superintendent des Kirchenkreises, Dr. Jörg Weber, fasste in seinen Bericht die Erfahrungen und Ergebnisse des letzten Jahres in Anlehnung an Martin Luthers Thesen in 95 Sätzen zusammen. Zu Beginn stand der Rückblick auf das ausklingende Reformationsjubiläum. Weber zog ein positives Fazit: "Es war ein gelungenes und ereignisreiches Jahr". Es sei insbesondere gelungen, "einladende Kirche zu sein." So seien Menschen zu Gottesdiensten und Veranstaltungen gekommen, die sonst wenig mit der evangelischen Kirche zu tun hätten. Es sei aber auch deutlich geworden, dass ohne das große Engagement der Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises "das alles nicht möglich gewesen wäre. Die Musik spielt vor Ort", dankte Weber allen Mitwirkenden. Als einen weiteren wichtigen Punkt betonte Weber: "Das Reformationsfest 2017 war ökumenisch." Die konkreten Begegnungen während des Reformationsfestes hätten im Kirchenkreis Trier einen "Schub für die Ökumene und die Beziehungen untereinander gegeben". Wichtig sei jedoch nicht nur in diesem Zusammenhang der Ausblick nach vorne: "Reformation geht weiter." In Fragen der Ökumene bräuchte es die gemeinsamen Begegnungen, das gemeinsame Feiern und Arbeiten - damit irgendwann in allen noch offenen Fragen deutlich werde: "Wir gehören zusammen, wir sind Christen, es geht uns um das Gleiche, trotz mancher Unterschiede", so der Theologe.
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