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Wildschäden
Wildschweine zerwühlen Waldfriedhof

ARCHIV - Eine Bache, aufgenommen in einem Tierpark in Wiesbaden (Archivfoto vom 16.10.2006).  (zu dpa «Mehr Klagen über Wildschweine in Wohngebieten» vom 28.11.2017) Foto: Fredrik von Erichsen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
ARCHIV - Eine Bache, aufgenommen in einem Tierpark in Wiesbaden (Archivfoto vom 16.10.2006). (zu dpa «Mehr Klagen über Wildschweine in Wohngebieten» vom 28.11.2017) Foto: Fredrik von Erichsen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit FOTO: Fredrik von Erichsen / picture alliance / Fredrik von E
Konz. Wer in den vergangenen Wochen auf dem Waldfriedhof in Roscheid war, dem ist es aufgefallen: Nur wenige Meter von den Gräbern am unteren Ende des Friedhofs entfernt ist eine Wiese total zerwühlt. Wildschweine sind wohl durch den Zaun gebrochen.
Christian Kremer

Ich kümmere mich beim Trierischen Volksfreund seit 2010 um die Konzer Ausgabe. Vorher habe ich ein Volontariat in der Redaktion absolviert und in Trier Germanistik, Politik- und Medienwissenschaft studiert. Mir ist es besonders wichtig, im Dialog mit den Lesern zu sein. Wer Anregungen hat kann sich jederzeit an mich wenden.

Beim derzeitigen Regenwetter laufen die Löcher, die sie auf der Suche nach Futter in die Wiese gefräst haben, mit dreckig braunem Wasser voll – kein schöner Anblick.  TV-Leser Hermann Schmitt hat sich wegen der durchwühlten Wiese an den TV gewandt. Der Volksfreund hat bei der Verwaltung in Konz nachgefragt, was sie gegen die Wildschäden zu tun gedenkt.

Die stellvertretende Verwaltungssprecherin Andrea Brennecke erklärt auf TV-Anfrage: „Ende September waren bereits Wildschweine auf dem Friedhof in Konz-Roscheid.“ Witterungsbedingt habe der Bauhof der Stadt Konz die Fläche noch nicht wiederherstellen können. Das werde aber sobald wie möglich erledigt, versichert Brennecke. Der Bauhof habe aber schon „Abwehrmittel“ gegen die Wildschweine entlang des Zaunes am Friedhof angebracht. Auf Nachfrage erklärt die Verwaltungssprecherin, dass es sich um das Spray Wildschwein-Stopp handelt (siehe Info).

Zudem werde der Zaun in regelmäßigen Abständen kontrolliert, sagt Brennecke. Sie verweist auch auf eine Treibjagd, die bereits am 13. November im anliegenden Wald stattgefunden habe. Die Stadt Konz will sogar noch weiter aufrüsten: „Es ist vorgesehen, zusätzliche Verankerungen an der Zaunanlage anzubringen, die ähnlich wie Zelt-Heringe in den Boden geschlagen werden“, sagt die Verwaltungssprecherin. Aus Sicht von Kreisjagdmeister Rolf Kautz ist das auch notwendig.

Kautz lebt im Konzer Wohngebiet Canet, kennt sich in Roscheid bestens aus und sagt: „An den Waldfriedhof muss ein richtig stabiler Zaun hin.“ Der Jagdexperte sieht aber ein weiteres Problem in Roscheid: „Der ganze Hang zwischen Konz und Trier ist verwildert.“ Moselseitig habe der Löllberg einen Sonnenhang, der zum Teil mit alten Obstbäumen bewachsen sei.

Menschen seien dort kaum unterwegs. Das sei ideal als Rückzugsort für Wildschweine. Und davon gibt es aus  Kautz’ Sicht genug: „Wir haben sehr viele Säue“, sagt er. Aber: Mehr Schäden gebe es nicht. Es komme wohl punktuell immer wieder dazu, dass der Boden aufgewühlt werde. Ein Beispiel für erfolgreichen Schutz vor Wildschäden ist inzwischen der Segelflugplatz in Könen: Dort, wo noch vor einem Jahr Wildschweine das gesamte Flugfeld durchwühlt haben (der TV berichtete), sieht es heute einwandfrei aus.

Der Aeroclub Trier und Konz hat rings um seinen Flugplatz in Könen einen neuen Weidezaun mit drei stromführenden Litzen installiert. Das wirkt laut Roger Grünwald, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Allerdings hat das auch einen Preis: „Wir kontrollieren den Zaun zwei- bis dreimal pro Woche“, sagt Grünwald.

Anders als im vergangenen Jahr ist sich der Vorstand des Aeroclubs diesmal sicher: „Wir werden die Saison im März starten können.“