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Wiltingen prüft Klage gegen Brücken-Neubau

Die Pläne für den Neubau der Wiltinger Brücke sind zurzeit für jeden bei der Verbandsgemeindeverwaltung und dem Landesbetrieb Mobilität einsehbar. Die Gemeinde Wiltingen prüft die Chancen einer Klage gegen den Neubau am alten Standort. Von unserem Redakteur Christian Kremer

Wiltingen. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat im November 2010 grünes Licht für den Neubau der Wiltinger Brücke gegeben. Die Pläne für die neue Brücke liegen seit dieser Woche bis Montag, 24. Januar, in der Verbandsgemeindeverwaltung in Konz und beim LBM in Trier zur Einsicht aus.

Laut Planfeststellungsbeschluss soll die Brücke am alten Standort neu gebaut werden. Diese Entscheidung habe das Land in Abstimmung mit dem Kreis Trier-Saarburg gefällt, sagt Hans-Michael Bartnick, stellvertretender Leiter des LBM in Trier. Der technische Zustand der Brücke ist laut Bartnick so schlecht, dass eine Entscheidung nicht unbegrenzt aufgeschoben werden kann. Bis zuletzt wurde der Brückenstandort jedoch kontrovers diskutiert. Die Wogen sind noch nicht geglättet.

Die Mehrheit im Wiltinger Gemeinderat und die Verbandsgemeindeverwaltung bevorzugen einen neuen Standort etwa einen Kilometer flussabwärts in Richtung Kläranlage. Eine Bürgerinitiative hatte dafür 600 Unterschriften gesammelt. Ihr bleibt jetzt nur der Rechtsweg. Gemeinden, Bürger und Verbände können beim Verwaltungsgericht Trier gegen die Planfeststellung klagen. "Welche Chancen Klagen hätten, ist derzeit noch rein spekulativ", sagt Bartnick.

Lothar Rommelfanger, Ortsbürgermeister von Wiltingen, hat erste Schritte eingeleitet: "Ich habe einen Anwalt kontaktiert, der zurzeit die Sache prüft", sagte er. Bevor die Gemeinde klage, wolle er sich über die Erfolgsaussichten informieren. Das Ergebnis will er bei der nächsten Gemeinderatssitzung besprechen. Dann entscheidet sich, ob die Gemeinde klagt.

Die VG-Verwaltung gibt der Gemeinde Rückendeckung. "Wenn die Gemeinde klagt, stehen wir hinter ihr", versichert Karl-Heinz Frieden, Bürgermeister der VG Konz.

Er plädiert dafür, den Neubau der Brücke gemeinsam mit dem Ausbau der K 147 auf der Kanzemer Saarseite zu betrachten. Dort könne ein Kilometer Straßenausbau gespart werden, wenn man die Brücke am neuen Standort baue.

Der LBM sah keine Möglichkeit, dem Willen der Gemeinde zu entsprechen. Nach Abwägung aller Belange sei der Brücken-Neubau am alten Standort die einzige rechtlich umsetzbare Lösung. Die gewünschte Verschiebung der Brücke stelle einen Eingriff in Naturschutzgebiete dar, für den keine Genehmigung in Aussicht gestellt werden könne.

In der Wiltinger Nachbargemeinde Kanzem blickt Ortsbürgermeister Günther Frentzen gelassen auf das Verfahren. "Das Interesse von Kanzem war immer, dass eine Radwegverbindung gebaut wird." Damit spielt er auf den Ausbau der K 147 an. Neben der Straße soll ein neuer Radweg entstehen, der über die Brücke auf die andere Saarseite führen soll.

Ein Teil der Kanzemer Bürger zeige sich zwar solidarisch mit den Wiltingern. Viele begrüßen laut Frentzen aber die Entscheidung für den alten Standort. Der Bau am neuen Standort führe zu mehr Verkehr im Ort, befürchte so mancher Bürger.

 Wo heute die alte Wiltinger Brücke steht, soll künftig die neue gebaut werden, wie in der Fotomontage unten dargestellt. Foto/Fotomontage: Landesbetrieb Mobilität, VKon.media
Wo heute die alte Wiltinger Brücke steht, soll künftig die neue gebaut werden, wie in der Fotomontage unten dargestellt. Foto/Fotomontage: Landesbetrieb Mobilität, VKon.media FOTO: Landesbetrieb Mobilität, VKon.media