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Kreis Saarlouis und Regionalverband Saarbrücken über Inzidenz 200 bei RKI: 15-Kilometer-Regel droht

RKI-Zahlen von Mittwochmorgen : Regionalverband und Kreis Saarlouis erneut über Corona-Grenze: Jetzt droht 15-Kilometer-Regel

Jetzt ist es offiziell: Der Regionalverband Saarbrücken hat beim RKI zum dritten Mal in dieser Woche die Grenze für härtere Corona-Regeln gerissen. Auch Saarlouis liegt erneut darüber. Welche Konsequenzen das hat, entscheidet sich heute.

Das Saar-Gesundheitsministerium muss am heutigen Mittwoch entscheiden, ob sich Bürger des Regionalverbandes  Saarbrücken vorerst für touristische Ausflüge nicht weiter als 15 Kilometer vom Wohnort entfernen dürfen. Für Saarlouis könnte das am Donnerstag der Fall sein. Das steht fest, seit am Morgen das Robert-Koch-Institut (RKI) seine neuesten Corona-Zahlen veröffentlichte. Auf dem am frühen Morgen aktualisierten Dashboard des RKI wurde für beide Landkreise ein Sieben-Tage-Inzidenzwert von über 200 gemeldet. Er liegt im Falle des Kreises Saarlouis laut RKI jetzt bei 201,2 und damit zum zweiten Mal in Folge über 200. Im Falle des Regionalverbandes werden jetzt  252,2 angezeit, zum dritten Mal in Folge ein Wert über 200.

Letzteres ist überraschend: Am Dienstag hatte der Staatssekretär im Saar-Gesundheitsministerium, Stephan Kolling, angekündigt, die lange Zeit durch Nachmeldungen überzeichneten Werte des RKi für den Regionalverband Saarbrücken würden in dieser Nacht bereinigt. Nach den eigentlich aktuelleren Zahlen des Saar-Ministeriums lag der Regionalverbnd  in den vergangenen Tagen regelmäßig unter dem Wert von 200, am Dienstagabend wurden von dort 171,9 gemeldet. Die Diskrepanz hatte politisch für massive Kritik gesorgt, etwa von Linke-Fraktionschef Oskar Lafontaine.

Beim Kreis Saarlouis stimmten die Werte zuletzt in der Tendenz, aber nicht genau überein. So lag der Kreis Saarlouis laut den aktuelleren Saar-Zahlen sogar bei 220,3. Wenn das RKi sich morgen diesem Wert nähert, wäre auch Saarlouis drei Tag in Folge über der entscheidenden Inzidenz. Das Ministerium wies am Mittwochmorgen darauf hin, dass die Verantwortung für diese Zahlen bei den Landkreisen und dem Regionalverband sowie dem RKI liegen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einem Gebiet binnen sieben Tagen gemeldet wurden. Nach der neuen Corona-Verordnung des Saarlandes ist dann eine Bewegungsbeschränkung auf einen Umkreis von 15 Kilometern fällig, wenn der vom RKI für einen Kreis gemeldete Inzidenzwert an drei Tagen in Folge über 200 lag.

Entscheidung noch nicht zwingend

Allerdings ist die Entscheidung für ein Bewegungsverbot für die betroffenen Gebiete heute noch nicht zwingend. Laut Kolling kann man von einem Bewegungsverbot noch absehen, wenn  die Inzidenz in einem Gebiet auf wenige Hotspots zurückgeht, also kein flächendeckend besonders hohes, diffuses Infektionsgeschehen im Kreis vorliegt. Das könnte zumindest im Kreis Saarlouis derzeit durchaus gelten. Denn mit großen Ausbrüchen in fünf Alten- und Pflegeheimen gibt es dort derzeit ausgesprochene Hotspots, die die Gesamtzahl hochtreiben. Über die Konsequenzen soll laut Sozialministerium heute mit dem Saarlouiser Landrat Patrik Lauer beraten werden.

Regionalverband beim Land unter 200

Was für den Regionalverband gilt, war am frühen Mittwochmorgen noch offen. Hier waren (wie mehrfach berichtet) über Weihnachten Corona-Meldungen liegengeblieben und verspätet beim RKI eingepflegt worden. So wurde bereits am Dienstag beim RKI für den Regionalverband der Wert von 242,5 angegeben.  Rechtlich sind diese überholten Zahlen allerdings ausschlaggebend, obwohl der Regionalverband nach Zahlen des Saar-Gesundheitsministeriums an mehreren Tagen eigentlich weit darunter lag, am Dienstagabend bei 171,9. Das Land hatte in seiner Corona-Verordung mit Blick auf das Bundesinfektionsschutzgesetz auf das RKI Bezug genommen, obwohl es selbst die aktuelleren Zahlen hat. Kolling schloss hier am Dienstag eine Änderung nicht aus.

Hoffnung machten am Dienstag die Fallzahlen für das Gesamt-Saarland. Nach Ministeriums-Angaben lag die Inzidenz hier bei  153,3, Tendenz fallend.