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Krieg Ukraine: Flüchtlinge sind in der Eifel / Region Trier angekommen

Ukraine-Konflikt : Aus dem Kriegsgebiet in die Eifel – Menschen aus der Region helfen Ukrainern bei der Flucht

Fünf Flüchtlinge aus der Ukraine sind bereits im Eifelkreis angekommen. Einige Eifeler haben sich auf den Weg zur polnisch-ukrainischen Grenze gemacht. Sie wollen weitere Menschen in die Region holen.

Rund 1500 Kilometer ist die ukrainische Grenze von der Eifel entfernt – das Schicksal der Ukrainer lässt die Menschen aus der Region trotzdem nicht unberührt. So arbeiten bereits einige von ihnen privat daran, Kriegsflüchtlingen einen Weg nach Deutschland zu ermöglichen und diesen eine Unterkunft zu bieten.

Erste ukrainische Flüchtlinge im Eifelkreis Bitburg-Prüm angekommen

Die ersten ukrainischen Flüchtlinge sind bereits in der Nacht zum Montag im Eifelkreis Bitburg-Prüm angekommen, bei einem Ehepaar, das anonym bleiben möchte. Fünf Menschen sind es, teilweise mit der Frau verwandt, die selbst aus der Ukraine stammt. Sie kommen nun in einer Ferienwohnung unter, die das Ehepaar privat angemietet hat.

Sich erst einmal von der Flucht erholen – das wollen die Ukrainer nicht, ganz im Gegenteil. „Diese Leute, die hierher gekommen sind, wollen ihrem Volk helfen“, betont die Frau aus der Eifel. Deswegen sammeln sie und ihr Mann gemeinsam mit den Flüchtlingen nun Hilfsgüter zur Unterstützung ukrainischer Kämpfer. Lebensmittel, Schlafsäcke, Taschenlampen, Verbandsmaterial, Medikamente, wetterfeste Kleidung und Stiefel werden zum Beispiel gebraucht, sagt die Frau.

Sie weiß aus erster Hand, wie die Lage ist – nicht nur von den Flüchtlingen. Einige ihrer Verwandten sind nämlich noch in der Ukraine. Gemeinsam mit ihnen versucht die Eifelerin derzeit, einen Hilfskorridor aufzubauen, über den Güter in das osteuropäische Land transportiert werden können. Sollte das gelingen, könnten auf dem Rückweg nach Deutschland auch noch weitere ukrainische Flüchtlinge mitgenommen werden, sagt die Frau. Für diese Menschen könnte sie privat Unterkünfte organisieren. „Es gibt hier auch jetzt schon Leute, die gesagt haben, sie würden Flüchtlinge aufnehmen“, berichtet sie.

Mit Hilfsgütern zur polnisch-ukrainischen Grenze, mit Flüchtlingen zurück

Markus Schlickat aus Seffern setzt gerade einen derartigen Plan in die Tat um. Als der TV am Montagmittag mit ihm telefoniert, ist er gerade mit einigen anderen Helfern auf der Autobahn kurz vor der deutsch-polnischen Grenze. Mit einem Auto und einem Kleinbus voll mit Hilfsgütern sind die fünf losgefahren, um vor allem Lebensmittel und Hygieneartikel an den polnisch-ukrainischen Grenzübergang Budomierz zu bringen.

Auf dem Rückweg wollen sie dann ukrainische Flüchtlinge mitnehmen, insgesamt 14 Menschen. Einige sind Verwandte, die an der Grenze warten. Aber auch für weitere Flüchtlinge ist Platz im Auto und im Kleinbus. Wo die Ukrainer in der Eifel unterkommen, ist schon geregelt. „Viele Menschen haben sich gemeldet und gesagt, wir haben Betten frei“, sagt Markus Schlickat.

Wenn alles glatt läuft, werden er und seine vier Kollegen montags um Mitternacht an der ukrainischen Grenze ankommen. „Der Plan ist, dass wir dann recht zügig abladen, aufladen und dann wieder wegfahren“, sagt Markus Schlickat. Am Grenzübergang in Budomierz seien gerade besonders viele Menschen, die Hilfe brauchen, berichtet er. Das weiß Schlickat, weil er mit anderen engagierten Privatleuten in Kontakt steht, die teilweise vor Ort sind. Sie haben sich unter dem Namen „Flüchtlingshilfe Ukraine“ vernetzt und halten sich nun gegenseitig auf dem Laufenden.

Weitere Ukrainer sollen mit privat organisiertem Reisebus in die Region gebracht werden

Voraussichtlich werden die fünf Engagierten und die 14 ukrainischen Flüchtlinge in der Nacht auf Mittwoch zurück in der Eifel sein. Am Donnerstagmorgen geht es aber für einige Helfer schon wieder an die ukrainische Grenze. Denn sie wollen mit einem Reisebus, den ein Busunternehmer zur Verfügung stellt, weitere 50 Flüchtlinge nach Deutschland holen.

Für diese Menschen werden aktuell noch Unterkünfte gesucht – nicht nur in Seffern, sondern auch aus der weiteren Umgebung. Markus Schlickat sagt: „Ich glaube, den Leuten ist es erst einmal egal, wo sie unterkommen. Sie sind erst einmal froh, wenn sie hier sind!“