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Krimi-Kino: Spannung in Schwarz-Weiß

Krimi-Kino: Spannung in Schwarz-Weiß

Mit dem Film „Das Mädchen Rosemarie“ hat die Volkshochschule Saarburg am Freitagabend eine neue Veranstaltungsreihe eröffnet. Beim „Krimikino in der Gießerei“ sorgen alte Film-Klassiker in der stillgelegten Gießstätte für echte Gruselstimmung.

Kellergeruch liegt in der Luft. Rötliches Abendlicht dringt durch die Fenster. Die Räumlichkeiten der alten Glockengießerei versprühen in der einbrechenden Dunkelheit eine unheimlich anmutende Atmosphäre. „Die Gießerei ist als Veranstaltungsort für unsere neue Krimireihe einfach ideal“, meint Anette Barth, Leiterin der Volkshochschule (VHS) Saarburg. Als erster Film des vierteiligen Krimi-Spektakels flimmerte am vergangenen Freitagabend „Das Mädchen Rosemarie“ über die Leinwand in der Gießhütte. Rund 25 Krimi-Fans haben auf den aufgereihten Klappstühlen in der Werkhalle Platz genommen.

Vor dem Krimistart führt Filmwissenschaftler Peter Ellenbruch von der Universität Duisburg-Essen die Zuschauer in die Welt der Kriminalfilme der 1950er und 1960er ein. „Ganz anders als die bisher gängigen Heimatfilme versuchten diese Krimis die Gegenwart nicht zu verdrängen“, erklärt er.

Auch bei „Das Mädchen Rosemarie“ aus dem Jahr 1958 werden Probleme und Missstände im Deutschland der Nachkriegszeit thematisiert. Dabei beruht der Film auf einer wahren Lebensgeschichte: Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Rosemarie verdient im Frankfurt der 50er Jahre als Prostituierte ihr Geld. Auf der Suche nach Ruhm und Anerkennung belauscht sie im Auftrag eines Industriespions die großen Wirtschaftsriesen. Bis sie eines Tages in ihrer Wohnung ermordet wird.

Der spannende Schwarz-Weiß-Film hat Zuschauer Hermann-Josef Kramp aus Wiltingen begeistert. „Da kommen Kindheitserinnerungen wieder hoch. Und in diesem historischen Ambiente macht das einfach Stimmung.“ Er freut sich schon auf die nächsten Termine des Krimi-Kinos, bei denen auch ein Alfred-Hitchcock-Klassiker und eine Edgar Wallace – Verfilmung gezeigt werden. Auch bei diesen Vorstellungen werden die Räume der Glockengießerei und der Geruch von längst vergangenen Zeiten für eine unheimliche Atmosphäre sorgen.

Die weiteren Termine des Krimi-Kinos in der Gießerei: 15. und 29. August sowie 19. September, jeweils um 20 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro.