| 20:34 Uhr

18-Jähriger Trierer unter Mordverdacht - im Krimi

Unter Mörderinnen? Sowohl Marvins (David Nolden) Mutter Susanne Zimmermann (Esther Esche, rechts) als auch seine Tante Ulrike Schönfeld (Tanya Neufeldt), könnten Schuld an Opas Tod sein. Foto: ZDF/Michael Böhme
Unter Mörderinnen? Sowohl Marvins (David Nolden) Mutter Susanne Zimmermann (Esther Esche, rechts) als auch seine Tante Ulrike Schönfeld (Tanya Neufeldt), könnten Schuld an Opas Tod sein. Foto: ZDF/Michael Böhme
Trier. In recht kurzer Zeit hat David Nolden aus Trier bereits eine ganze Menge Erfahrung als Schauspieler gesammelt. Heute Abend ist er in der legendären ZDF-Krimiserie "Soko" zu sehen, im April in der Komödie "Die Müttermafia". Kein Grund zum Abheben, findet der 18-Jährige. Frank Göbel

Eine Hauptrolle in der ZDF-Krimiserie Soko Köln, einem Ableger der altehrwürdigen Serie Soko 5113, wäre für viele Schauspieler bereits ein wichtiger Meilenstein in der Vita. Der junge Trierer David Nolden ist dort heute Abend in einer Hauptrolle zu sehen - doch der 18-Jährige bleibt ganz bescheiden: "Ich habe die Serie zum ersten Mal während des Drehs selbst geschaut", gibt er im Gespräch mit dem Volksfreund zu - und betont, dass er sich selbst ja überhaupt erst als Anfänger zwischen lauter Profis sieht.

Dabei hat der junge Mann seine Rolle keineswegs nur durch glückliche Fügungen ergattert, sondern aufgrund einiger Erfahrungen. Für einen Schüler des Trierer Humboldt-Gymnasiums ist das Theater schon dem reinen Wortsinn nach naheliegend - da sei es nur folgerichtig gewesen, selbst mal auf die Bretter zu treten, die die Welt bedeuten: Mit einer Schüler-Theatergruppe spielte er 2009 zunächst in "Die Scherbenkönigin" mit. Ein Jahr später holte ihn der Künstler Laas Koehler zur Tufa, wo mit "Tufa Unlimited" experimentelles Theater in den Straßen Triers inszeniert wurde.

Nachdem David Nolden noch ein Praktikum in der Statisterie des Theaters angehängt hatte, ermunterte ihn das Ensemblemitglied Tim Olrik Stöneberg zu einer Bewerbung bei einer Kölner Agentur. Das lief auch erfolgreich, ebenso wie ein anschließendes Casting für den Fernsehfilm "Blutgeld" im Jahr 2012. Der Streifen zeichnete die wahre Begebenheit nach, wie Bluter durch ein versuchtes Gerinnungsmittel mit Aids infiziert wurden. Nolden spielte in einer Rückblende einen Protagonisten als Jugendlichen.

Ebenfalls 2012 folgte dann noch eine Rolle in "Das Leben des Galilei" am Trierer Theater - für Nolden eine "krasse Erfahrung: Ich hatte drei Szenen mit ordentlich Text und nach der ersten Bühnenprobe wusste ich gar nicht, ob ich das schaffe". Vorher habe er eher in kleinen Räumen gespielt. "Aber im großen Haus vor vollem Saal muss man ganz anders sprechen, damit man auch noch in der letzten Reihe verstanden wird." Am Ende sei es aber toll gewesen - und Nolden hatte endgültig "Blut geleckt". Wobei die Nervosität keinesfalls endgültig besiegt sei: "Ich bin schon schnell verunsichert - meistens aber eher im Vorfeld. Beim Spielen kriegt man ja ganz viele Rückmeldungen, zum Beispiel vom Regisseur, auf den man dann eben hören muss."Musik gegen das Lampenfieber


Sowieso ließen die Produzenten junge Schauspieler ja nicht einfach auf sich allein gestellt: Beim Dreh für die ZDF-Komödie "Die Müttermafia" seien die Nachwuchstalente noch während der Aufnahmen durch Schauspiellehrer begleitet worden. Und weitere Hilfe gegen Lampenfieber komme auch mal aus der Familie: "Mein Bruder studiert Schlagzeug in Berlin und hat mir den tollen Tipp gegeben, mich mit Musik zu konzentrieren."

Auch wenn sein Gesicht heute Abend nicht zum ersten Mal auf Millionen Fernsehbildschirmen zu sehen ist, bemüht sich der 18-Jährige um Normalität: "In der Schule spreche ich da auch gar nicht gerne darüber, weil ich echt Angst hätte, irgendwie eingebildet rüberzukommen", sagt er. In seinem Freundeskreis sei das alles zum Glück gar kein großes Thema: "Viele von uns verdienen sich nebenbei etwas Geld - und so sehen meine Freunde die Schauspielerei auch einfach als einen Nebenjob an."

Wenn David Nolden in einem Jahr sein Abitur in der Tasche hat, möchte er weiter schauspielern - und seine Passion auch gerne zum Beruf machen. Jetzt steht aber erst die Ausstrahlung von "Soko Köln" an - sicherlich gemeinsam mit der Familie. "Auch wenn ich normalerweise meine Sachen lieber alleine sehe."

In der aktuellen Soko-Folge muss die Kripo mal wieder einen Mord aufklären: Ein 73-Jähriger ist im Schlaf erstickt worden. Die Familie war mit der Pflege des an Alzheimer Erkrankten heillos überfordert, die Tätersuche wird zum düsteren Familiendrama. Mittendrin: Marvin, der von David Nolden gespielte Enkel des Toten. Starker Tobak, auf den sich Nolden nicht unbedingt dauerhaft festlegen müsste: Der schätzt nicht nur Leonardo di Caprio wegen seiner Vielseitigkeit - sondern schaut selbst auch gerne gut gemachte Komik: etwa von Bastian Pastewka oder Loriot. Was er dagegen gar nicht so gerne guckt? Das beantwortet er lachend mit: "Krimis."

Die "Soko Köln"-Folge "Opa ist tot" mit David Nolden läuft heute, 25. Februar, um 18.05 Uhr im ZDF. "Die Müttermafia" ist am Sonntag, 6. April, um 20.15 Uhr ebenfalls im ZDF zu sehen.