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20 Methoden, sein Leben zu verplempern

20 Methoden, sein Leben zu verplempern

Kennen Sie das Gefühl, dass das Leben an einem vorbei rauscht? Je älter man wird, desto schneller rauscht es? Der Kabarettist brachte im Stil eines Unternehmensberaters die 100 Besucher im Varieté "Chat Noir" auf dem Trierer Petrisberg punktgenau auf die Sprünge, wie man das Leben vertrödelt.

Trier. (gsb) Schon mal was vom Helfersyndrom gehört? Oder von der Krankheit, für alles und jeden Verständnis aufzubringen und ungebetene Ratschläge zu erteilen? Alles geeignete Maßnahmen, um adäquat und systematisch sein Leben zu verplempern. Das ist zumindest die Ansicht von Frank Astor, der dem amüsiert kichernden Publikum am Freitagabend einen auf Hochglanz polierten Spiegel vor die Nase hielt. Der 48-Jährige gilt als einer der anspruchsvollen seiner Zunft. Dennoch, so wunderte sich der bei München lebende gebürtige Hermeskeiler am Rande der Veranstaltung, sei seine Anwesenheit beim Hermeskeiler Kulturherbst seltsamerweise nicht gefragt. Was nicht ist, kann ja noch werden. Jedenfalls kamen die Besucher von Frank Astors so genanntem Seminarkabarett im "Chat Noir" in den Genuss, einen pointenreichen Abend zu erleben. Es sind die alltäglichen Grausamkeiten, die einem das Leben vermiesen: der streikende Computer, der fällige Abwasch, die Zeitknappheit, unter der man vom ersten zum zweiten Termin hetzt und gedanklich schon beim dritten ist. Astor kennt tatsächlich das Leben als Realsatire, über das sich alle beschweren, aber keiner was dagegen macht. Es war ein schmaler Grad, auf dem Astor mit seiner Anleitung zum Unglücklichsein wandelte: Denn er arbeitet nicht nur als Kabarettist, sondern tatsächlich als Unternehmensberater. Da fragte sich mancher unwillkürlich, ob er Astors spaßige Tipps nicht besser als handfeste Lebensempfehlungen mitnehmen sollte.Mit musikalischen Einlagen zeigte Astor, dass er auch stimmlich eine Allzweckwaffe ist. Einziges Manko: Die alten Witze in seinem Programm, die er doch gar nicht nötig hat.