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200 junge Musiker gestalten im Dom Brahms' "Deutsches Requiem"

200 junge Musiker gestalten im Dom Brahms' "Deutsches Requiem"

Ein in dieser Form seltenes saarländisch-trierisches Kooperationsprojekt beschert dem Trierer Publikum am kommenden Sonntag im Dom eine spannende Begegnung mit dem "Deutschen Requiem" von Brahms.

Trier. Wie gut, dass es das neue Chorhaus am Dom gibt. Für die gute Hundertschaft von Kindern und Jugendlichen, die sich hier zu den ersten gemeinsamen Chorproben für ihr großes Konzert trifft, bietet das frisch eingeweihte musikalische Zentrum ideale Arbeitsbedingungen.
Einige haben eine ordentliche Anreise hinter sich, sie gehören zum Landesjugendchor Saar. Für die Sängerinnen vom Mädchenchor am Trierer Dom und die jungen Herren der Trierer Domsingknaben handelt es sich um ein Heimspiel.
Ausgangspunkt für das Großprojekt ist das Landes-Jugend-Symphonie-Orchester Saar. Für die Konzertphase im Herbst 2012 hat der Nachwuchs-Klangkörper aus dem benachbarten Saarland mit Mahlers "Auferstehungssinfonie" und dem Brahms-Requiem zwei ausgesprochen ambitionierte Werke ausgesucht.
Und weil man für Brahms einen wuchtigen Chor braucht, bot sich die Kooperation mit dem Trierer Domkantor Thomas Kiefer an - passt das hochkarätige Konzert doch gut zu Kiefers langfristigem Konzept, seine junge Truppe mit anspruchsvollen Aufgaben zu konfrontieren.
Bei der Probe im Chorhaus lernen die Trierer Sänger auch den Dirigenten Alexander Mayer kennen - für langjährige Beobachter der Trierer Konzertszene ein alter Bekannter, denn er leitete ein Jahrzehnt das Collegium musicum an der Uni. Und brachte dort im Jahr 2005 auch das Brahms-Requiem heraus. "Fern von verspannt Akademischem, aber auch ohne Oberflächlichkeit und euphorische Hektik", lobte seinerzeit die TV-Kritik. Der gebürtige Saarländer Mayer macht inzwischen in der Schweiz Karriere, übernimmt demnächst das Sinfonie-Orchester in Lausanne.
Dass er gewohnt ist, mit jungen Leuten zu arbeiten, merkt man schon nach wenigen Proben-Minuten an seiner ausladenden, beweglichen Gestik und Mimik. Er hat einiges vor, muss er doch innerhalb weniger Tage die Chöre einstimmen und mit dem Orchester unter einen Hut bringen, das bislang separat geprobt hat.
Auf das Ergebnis, das in zwei Konzerten in Saarbrücken und Trier präsentiert wird, darf das Publikum gespannt sein.
Brahms, Deutsches Requiem, und Mahler, 1. Satz der Auferstehungssinfonie. Sonntag, 4. November, 17 Uhr, Dom. Solisten: Anne Katrin Fetik, Fjölnir Olafsson. Das Konzert wird vom saarländischen Rundfunk aufgezeichnet. DiL