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"50/50 - Freunde fürs (über)Leben"

"50/50 - Freunde fürs (über)Leben"

"50/50" heißt ein Film, in dem der hypochondrische, ängstliche Protagonist plötzlich mit einer Krebsdiagnose konfrontiert wird. Seine Chancen stehen halbe-halbe. Wir haben uns den Film angeschaut.

Adam (Joseph Gordon-Levitt) liebt Regeln und Ordnung. Er raucht nicht, er trinkt nicht, er trennt seinen Müll. Einen Führerschein hat er nicht, da Autounfälle die fünfthäufigste Todesursache sind.

Seiner neuen Freundin Rachael (Bryce Dallas Howard) räumt er in seiner Schlafzimmerkommode umgehend ein Schubfach frei, da er es nicht erträgt, wenn ihre Klamotten überall herumliegen. Und beim Joggen bleibt Adam an jeder roten Ampel stehen, selbst wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist. Als der 27-Jährige mit Rückenschmerzen zum Arzt geht, gerät seine Ordnung ins Wanken: Adam hat ein Schwannom, einen Tumor an der Wirbelsäule. Die Chancen auf eine Heilung stehen 50/50. Im ersten Schock lässt die Kamera Adams Welt vor den Augen der Zuschauer kurz verschwimmen, bevor sie den Protagonisten bei dessen Kampf gegen den Krebs begleitet.

In Jonathan Levines "50/50" gibt es keine Szene, in der Adam nicht vorkommt. Neben Rachael stehen dem 27-Jährigen sein bester Freund Kyle (Seth Rogen), seine Mutter Diane (Angelica Huston) und die junge Psychologin Katherine (Anna Kendrick) zur Seite. Trotz des schweren Themas bewahrt sich "50/50" seinen Humor. Die Hilflosigkeit, mit der Adams Umfeld auf dessen Erkrankung reagiert, schlägt sich immer wieder in (unfreiwilliger) Komik nieder - etwa als Rachael Adam einen Hund kauft, weil ein Vierbeiner angeblich den Heilungsprozess unterstütze, oder wenn Diane ihrem Sohn erst einmal einen grünen Tee kocht, da dieser das Krebsrisiko um 15 Prozent senke. Bei aller Komik zeigt der Film aber auch die harte Seite einer Krebserkrankung und begeht wie manch andere Hollywoodproduktion ("Das Beste kommt zum Schluss") nicht den Fehler, eine Chemotherapie zu verharmlosen.

Zur "Feel-better-Komödie des Jahres", wie "50/50" in Deutschland offensiv beworben wird, reicht es am Ende aber nicht. Zu bemüht wirken manche Szenen, die mit Hilfe eines hippen Soundtracks die Wohlfühlstimmung erzwingen wollen. Der Film läuft im Broadway in Trier.