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5000 wollen den Herrn des Latin-Rock - Gitarrengott Carlos Santana spielt in Luxemburger Rockhal

5000 wollen den Herrn des Latin-Rock - Gitarrengott Carlos Santana spielt in Luxemburger Rockhal

In der Luxemburger Rockhal hat am Dienstagabend eine lebende Legende gespielt. 5000 Menschen pilgerten zum Auftritt von Gitarrengott Carlos Santana. Der glänzte mit seinem unverwechselbaren Sound und einer musikalisch starken Band.

Der Duft von Räucherstäbchen umweht die Nase der 5000 Fans in der Luxemburger Rockhal. Passt irgendwie zu den Bildern, die über die große Leinwand auf der Bühne flimmern: die 1970er, Woodstock, Musiker. Ein Großteil der Fans war wahrscheinlich schon zu Schlaghosenzeiten Anhänger des talentierten Gitarristen Carlos Santana, der 1969 schon beim legendären Woodstock-Festival auftrat. Jetzt gilt der Gitarrengott als lebende Legende, hat er doch das Genre Latin-Rock kreiert, mittlerweile mehr als 30 Alben produziert und zig Musikpreise eingeheimst. Kein Wunder also, dass besagte Fans der ersten Stunde nun ihre Söhne und Töchter mit ins Konzert gebracht haben, um ihnen den Musikhelden ihrer Jugend nahezubringen.

Santana ist fast 70 Jahre alt. Seit Jahrzehnten sieht der Mexikaner gleich aus. Die Jahre scheinen ihm nichts auszumachen. Seine Markenzeichen: schwarze Locken, Schnauzbart, Hut. Sein Sound ist so typisch und unverwechselbar, dass gleich beim ersten Klang klar ist, das kann nur Santana sein.

Die Songauswahl in Luxemburg könnte man als Streifzug durch die Jahre bezeichnen. Von seinem neuen Album "Corazón" hat er wenige Songs dabei. Dafür aber die Dauerbrenner aus vorherigen Jahren "Maria, Maria", "Corazón espinado", "Smooth" und "Tequila". Die zehnköpfige Band hat ihre Instrumente hervorragend im Griff. Besonders die Soloeinlagen des Schlagzeugers und der beiden Percussionisten überzeugen das Publikum, denn da steckt echte Leidenschaft drin.

Viel erzählt wird nicht, Santana ist kein großer Redner. Nur einmal lässt er sich hinreißen: Harmonie, Glück und Frieden seien das Wichtigste. "Licht und Liebe ist alles, was wir brauchen. Keine Politik, keine Religion." Dafür gibt es Applaus von den Fans.
Doch so richtig ausschweifend ist die Party trotz der Latinoklänge nicht. Die Hitze in der Halle wirkt ein wenig paralysierend. Einige Zuschauer blicken etwas verschlafen drein. Die beiden Sänger animieren das Publikum oft zum Klatschen.

Natürlich wollen die Fans nach den 16 Songs Zugaben. Die kriegen sie auch. Das chillige "Black Magic Woman" und Tito Puentes "Oye como va" folgen. Nach zwei Stunden geht das entspannte Konzert zuende.
Fazit: Großartige Soloeinlagen der Musiker. Wer ein solides Konzert mit dem typischen Repertoire Santanas wollte, hat genau das bekommen. Wer das außergewöhnliche oder neue suchte, wurde nicht fündig.